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Der Heilige Georg (hier in einem Gemälde von Josep Mestres Cabanes) fand Mut im Glauben und erlegte den Drachen.

Warum die Geschichte vom Heiligen Georg heute so aktuell ist

„Mit der Kraft Gottes könnt ihr das Böse besiegen!" Diese Worte werden dem Heiligen Georg zugeschrieben, als er den Drachen besiegt hat. Und diese Worte sind – wie ich finde – auch heute noch aktuell.

Die Geschichte vom Heiligen Georg fasziniert Kinder. Kein Wunder: Er hat einen Drachen besiegt! In dieser Folge unserer Reihe „Kinderleicht erklärt“ können Sie gemeinsam mehr über die Legende erfahren.

Was ist eigentlich eine Legende?

Mit dem Begriff „legenda“ werden Sammlungen von Heiligen-Berichten bezeichnet. „legere“ – lesen ist das ursprüngliche lateinische Wort und bedeutet hier: „was gelesen werden muss“.

Heute versteht man unter einer Legende eine überlieferte Geschichte, eine besondere Begebenheit zum Beispiel aus dem Leben eines Heiligen, bei der nicht alles wortwörtlich zu nehmen ist. So wird ein Teil der Biografie zur Legende. Was wäre der Heilige Nikolaus ohne das, was sich die Menschen über ihn erzählt haben.

Kinder erkennen in Legenden Wahrheiten, die tiefer gehen. Es sind Geschichten, die sich Menschen seit Jahrhunderten erzählen. Erzählungen, in denen Dinge geschehen, die nicht mit dem Verstand zu begreifen sind, sondern mit dem Herzen gehört werden wollen.

Wer war der Heilige Georg?

Der Heilige Georg stammt – der Legende nach – aus Kappadokien, einer Landschaft in Zentralanatolien in der Türkei.

Eines Tages kommt er an der Stadt Silena vorbei. Dort leben die Menschen in Angst. In einem See vor den Mauern der Stadt treibt nämlich ein Drache sein Unwesen. Mit seinem Atem verpestet er das Klima unter den Menschen. Er hat gewaltigen Hunger. Jeden Tag sind die Bewohner gezwungen, ihm zwei Schafe zu bringen. Die Schafe werden immer weniger. Aus diesem Grund erlässt der König einen Befehl: Per Los sollen Söhne und Töchter der Stadt dem Drachen geopfert werden.

Und so kommt es, dass auch auf die Tochter des Königs das Los fällt. Der König ist zu Tode betrübt und will dies verhindern, aber das Volk besteht auf dem Erlass des Königs. Die Prinzessin macht sich also auf den Weg zum See. Dort begegnet sie einem Reiter. Er verspricht ihr, ihr zu helfen. Mit seiner Lanze besiegt er den Drachen. Er unterwirft ihn und lässt ihn mit der Hilfe der Prinzessin in die Stadt bringen. Gebunden ist er und besiegt.

Mit der Kraft Gottes hat Georg das Böse besiegt, erzählt uns die Legende.

Wer kann zu ihm beten?

Georg ist einer der 14 Nothelfer. Wir können ihm unsere Bitten anvertrauen, wenn wir Hilfe brauchen. Er, der Ritter in Rüstung, kann auch für uns ein schützendes Schild sein. Auch ist er der Schutzpatron der Pferde. Zahlreiche feierliche Pferdewallfahrten, die sogenannten Georgiritte, finden in unserer Diözese statt. Diese Umritte sollen die Pferde vor Krankheiten und Unglück schützen.

Seinen Gedenktag feiern wir am 23. April mitten im Frühling, wenn neues Leben erblüht.

Georg – ein Heiliger für heute? 

Das alte mythisches Motiv vom Kampf gegen einen Drachen wird in dieser Legende aufgegriffen. Und das ist aktueller denn je. Denn auch heute regiert der eine oder andere Drache auf dieser Welt. Sie bedrohen das Leben und verpesten das Klima zwischen den Menschen.

Mit der Kraft Gottes kannst du das Böse besiegen, sagt uns der Heilige Georg. Immer dann, wenn wir denen helfen, die in Not sind. Wenn wir die Hand ausstrecken und helfen.