Die Karwoche beginnt mit Jubel, „Hosianna“-Rufen und den berühmten Palmbuschen. Doch warum heißen sie eigentlich so, haben sie wirklich etwas mit Palmen zu tun? Hier finden Sie auch die Anleitung, wie Sie die Palmbuschen selbst mit Ihrem Kind binden können.
Bei Palmen denken wir wohl am ehesten an Südsee, Sonnenschein und Kokosnüsse und weniger an die Kirche. Doch geben diese großen Pflanzen mit ihren hohen Stämmen und den grünen Blätterwedeln dem Sonntag vor Ostern seinen Namen. Wir feiern Palm-Sonntag.
Auch in Israel – dem Land, in dem Jesus vor über 2000 Jahren gelebt hat – wachsen Palmen und sie werden in der Bibel erwähnt. Im Johannesevangelium heißt es:
Joh 12, 12 f.„Am Tag darauf hörte die große Volksmenge, die sich zum Fest eingefunden hatte, Jesus komme nach Jerusalem. Da nahmen sie Palmzweige, zogen hinaus, um ihn zu empfangen, und riefen: Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn, der König Israels!"“
Im weiteren Text wird erzählt: Jesus reitet auf einem jungen Esel auf Jerusalem, die große Hauptstadt, zu. Viele Menschen hatten schon von ihm gehört und von dem, was er erzählt und getan hatte. Sie finden Jesus toll und wollen ihm zuwinken, vergleichbar, wie wenn heute ein Superstar in unsere Stadt kommt. Winken alleine reicht da nicht! Mit bemalten Plakaten, Fahnen und Fähnchen wollen die Menschen heute sichergehen, dass ihr Star auch zu ihnen schaut und sie bemerkt. Die Menschen am Straßenrand vor Jerusalem damals wollen das auch, also winken sie mit Palmzweigen und freuen sich über Jesus. Sie feiern, dass Jesus zu ihnen kommt, sie wollen, dass er ihr König wird, denn der aktuelle König und die römische Besatzungsmacht waren unbeliebt. Man könnte sagen er ist ihr König der Herzen.
Jedes Jahr an Palmsonntag feiern auch wir Jesus als unseren König, dass er zu uns kommt, dass er uns sieht. Und wir winken ihm zu. Wenn wir es genauso machen wollten, wie damals, dann müssten auch wir mit Palmzweigen winken. Dank der Gartencenter wäre das inzwischen möglich, doch außerhalb von Gewächshäusern gibt es bei uns in der Natur keine Palmen. Im Frühling sind auch nur wenige Bäume oder Sträucher schon grün. So nahm man früher eben die Zweige, die immer grün waren oder schon Knospen hatten. Die Weidenkätzchen würden mit grünen Zweigen wie Thujen- oder Buchszweigen zu Sträußchen gebunden und erhielten einen weiteren Namen. Die Weidenkätzchen heißen heute auch Palmkätzchen, obwohl sie keineswegs Ähnlichkeit mit Palmen haben.
Mit diesen Sträußchen oder Palmbuschen wird beim Einzug in den Gottesdienst gewunken, um daran zu erinnern, wie die Menschen von Jerusalem Jesus damals zugewunken haben.
Als Jesus in Jerusalem angekommen war und die Menschen wieder nach Hause gingen, haben sie vermutlich ihren Palmzweig einfach wieder an den Wegrand geworfen.
Wir nehmen unsere Palmbuschen nach dem Gottesdienst mit nach Hause. Sie sind ein Zeichen für Gottes Segen in unseren Häusern. Oft werden sie hinter das Kreuz gesteckt und erinnern daran, dass Jesus kein normaler König war mit Krone und Palast, sondern einer, der aus Liebe zu den Menschen gestorben ist.
Damit sich viele Menschen erinnern und ein Segenszeichen bei sich zuhause haben, hat sich der Brauch entwickelt, dass Jungen und Mädchen von Tür zu Tür gehen und ihre selbstgebastelten Palmbuschen verteilen, oft gegen eine kleine Gabe. Nur immergrüne Zweige und Palmkätzchen sind zwar hübsch, aber es geht noch schöner und bunter. So werden die Palmbuschen verziert mit kleinen Kreuzen, bunten Krepppapierblumen, Bändern oder ausgeblasenen Eiern. Manche Palmbuschen sind wahre Kunstwerke und von Ort zu Ort kann das Aussehen der Palmbuschen sehr verschieden sein.
Schau doch mal, wie die Palmbuschen in eurem Ort aussehen!
Die Gestaltung ist aber nicht das Wichtigste an diesen Zweigen. Wichtiger ist das Bekenntnis, das mit ihnen verbunden ist. Denn sie erzählen: Jesus ist unser König, er ist bei uns, das ist ein Grund zur Freude!
So kannst du für den Palmsonntag einen einfachen Palmbuschen binden. Du brauchst dazu: Palmkätzchenzweige, grüne Zweige, Draht oder Schnur, bunte (Geschenk-)Bänder, evtl. Krepppapier, Gartenschere, Schere und evtl. Zange.
Natürlich wird der Palmbuschen im Laufe eines Jahres trocken und staubig. Jedes Jahr zu Palmsonntag gibt es einen neuen Palmbuschen. So werden die alten Zweige am Aschermittwoch verbrannt. Mit dieser Asche bekommen wir beim Gottesdienst ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet und beginnen die Fastenzeit, an deren Ende Ostern steht und davor der Palmsonntag.
Ansprechpartnerin: Stefanie Penker
Preysingstraße 93
81667 München