Advent und Weihnachten im Geiste Jesu sicher zu Hause feiern Neue Broschüre „Hausgottesdienst im Advent/am Heiligen Abend“ des Erzbistums

Veronika wird traurig, wenn sie an die kommende Adventszeit und an Weihnachten denkt. In diesem Jahr ist alles anders – keine vollen Kirchen an Heiligabend, kein wärmender Glühwein auf dem Marktplatz und auch keine Weihnachtsfeier mit den Kollegen. Nach dem Gottesdienst am Vorabend des 1. Advents fällt ihr eine neue Broschüre des Erzbistums in die Hände. „Warten und erwartet werden“ bzw. „Willkommen sein“ heißt sie, eine Hilfe für den Hausgottesdienst im Advent und an Heiligabend.  
Krippenfiguren der Heiligen Familie
"Warten und erwartet werden": Die Broschüre zum Hausgottesdienst erfüllt in diesem außergewöhnlichen Jahr einen besonderen Zweck.
„In diesem Jahr werden die Tage des Advents bei vielen von uns wohl etwas anders aussehen als in früheren Jahren“, schreibt Kardinal Reinhard Marx in seinem Geleitwort. Veronika wischt sich eine Träne aus dem Auge. Sie schaut sich die Broschüre genauer an. Die Vorlage für den Hausgottesdienst im Advent kommt vom Erzbistum Bamberg, die für den Heiligen Abend wurde von Dr. Monika Selle, Abteilung Liturgie unserer Erzdiözese, und Monika Mehringer, Fachreferentin Kinderpastoral, erstellt. „Die Idee für eine solche Broschüre gibt es schon lange. Sie wird jedes Jahr neu erarbeitet“, sagt Dr. Selle.

Ursprünglich wollten die bayerischen Diözesen damit erreichen, dass der Advent in Bayern am ersten Montag im Dezember auch zu Hause von allen feierlich begangen werden kann. Daher steht noch das Datum für den Hausgottesdienst im Advent in der Broschüre: Montag, 30. November 2020. Das sei nur ein Vorschlag, sagt Dr. Selle, und verweist darauf, dass die Hefte inzwischen auch in Senioreneinrichtungen, in Kindergärten oder bei der Arbeit mit Jugendlichen eingesetzt werden. „Die Broschüren waren immer ein Selbstläufer!“

Im Jahr der Pandemie erfüllt die Broschüre einen neuen Zweck

rote Kugel an geschmücktem Christbaum
Bislang waren die beiden Hausgottesdienste nicht als Ersatz für die Christmette an Heiligabend gedacht. Vielmehr sollte die Broschüre die Menschen darin unterstützen, sich im oftmals hektischen Advent und an Weihnachten die Zeit für ein gemeinsames Gebet zu nehmen, aus der Heiligen Schrift zu lesen und wieder einmal ein Weihnachtslied zu singen. In diesem Pandemie-Jahr erfüllt die Broschüre einen weiteren Zweck. Viele Gläubige werden aus Angst vor dem Virus die Gottesdienste im Advent meiden, auch am Heiligen Abend, an dem die Kirchen sonst gut besucht sind. Mit dieser Vorlage können sie den Gottesdienst auch zu Hause feiern und den eigentlichen Gedanken der Adventszeit leben: sich zu besinnen und sich auf das Weihnachtsfest und die Ankunft des Herrn vorzubereiten. Mit ihr lässt sich auch im privaten Umfeld Christus und die Schönheit der Schöpfung und des Lebens feiern.

"Warten und erwartet werden"

Der Hausgottesdienst für den Advent, der in diesem Jahr unter dem Motto „Warten und erwartet werden“ steht, enthält Gebete, besinnliche Gedanken, einen Text aus dem Lukas-Evangelium, eine Meditation, Adventslieder aus dem Gotteslob, Fürbitten und den Segen. Für Kinder gibt es zusätzlich noch einen Text über das Warten und Erwartet-Werden („Also, im Advent warten wir normalerweise auf die Ankunft Gottes bei uns Menschen. Wir warten also auf Jesu Geburt. Aber man könnte eben auch daran denken, dass Jesus auf uns wartet.“). Wer möchte, kann zusammen mit den Eltern oder Großeltern einen kleinen Anhänger basteln, die Vorlage findet sich ebenfalls in der Broschüre.  

An Heiligabend kommen zu diesen Elementen noch eine Besinnung mit einem Ausschnitt der Weihnachtspredigt von Papst Franziskus aus dem Jahr 2014 dazu und „Stille Nacht, heilige Nacht“, als krönender Abschluss auch für den Gottesdienst zu Hause. Nützliche Hinweise sollen die Vorbereitung erleichtern: „Vereinbaren Sie vorher, wer die Schriftworte und Gebete vorträgt und wer die Lieder anstimmt.“ Auch an die Kleinen ist gedacht: „Für die Aufmerksamkeit und Sammlung der Kinder ist es hilfreich, wenn die Geschenke unter einem großen Tuch verborgen sind bzw. erst nach der Einstimmung hereingeholt werden.“

Einschränkungen als Chance begreifen

Titelbild Hausbroschüre 2020
Die Broschüre enthält Gebete, besinnliche Gedanken, Bibeltexte, Fürbitten, Lieder und den Segen.
Im letzten Jahr besuchten Veronika und ihre drei Geschwister mit ihren Familien alle zusammen nach dem Essen die Christmette in der gut gefüllten Kirche. Heiligabend ohne Gottesdienst? Für sie undenkbar. Bis heute. In diesem Jahr, in dem sie lediglich ihre Mutter zu Gast haben wird, werden sie sich dann eben zu Hause um die Krippe versammeln und Gott für sein Geschenk an die Menschen danken. Veronika blickt auf. Ihre Traurigkeit ist wie weggeblasen. „Vielleicht können die Einschränkungen aber auch eine Chance sein, uns mehr auf das zu konzentrieren, was Advent wirklich meint“, schreibt Kardinal Marx. „Er, den wir erwarten, ist längst schon da – und er hat uns einen Auftrag hinterlassen.“ Ihr gefällt der Gedanke, diese Advents- und Weihnachtszeit als Chance zu begreifen, den alljährlichen Geschenkestress ein Stück weit hinter sich zu lassen, mehr an diejenigen zu denken, die gerade eine weniger gute Zeit erleben – und der christlichen Idee des Weihnachtsfestes wieder mehr zur Entfaltung zu verhelfen. Kardinal Marx: „Den Nächsten unsere Zuwendung schenken, friedliches und menschenwürdiges Leben ermöglichen, heilen, helfen und befreien, Gott suchen und ehren.“
 
Text: Christian Horwedel, freier Redakteur 

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Broschüre zum Download

Hier finden Sie die Broschüre "Hausgottesdienst im Advent / am Heiligen Abend" zum Download.