Ausgewählte St. Koloman-Kirchen im Erzbistum München und Freising

Anlässlich des Gedenk- und Namenstages des Heiligen Koloman am 13. Oktober stellt die Hauptabteilung Kunst ausgewählte St.-Koloman-Kirchen im Erzbistum München und Freising vor und lädt Sie herzlich zum Besuch ein.

Wer war der heilige St. Koloman?

Der hl. Koloman ist am 17. Juli 1012 bei Stockerau in Österreich ums Leben gekommen. Nach der Legende war er ein irischer Jüngling aus adeligem Hause, der sich auf Pilgerschaft zu den heiligen Stätten des Heiligen Landes begab. In der Zeit von Auseinandersetzungen zwischen König Heinrich II. und Herzog Bolesław I. Chrobry von Polen wurde er aufgrund seines fremdartigen Aussehens für einen böhmischen Spion gehalten, bei Stockerau in Niederösterreich festgenommen und unschuldig verurteilt. Nach einem Martyrium wurde er zwischen zwei Mördern an einem dürren Holunderstrauch erhängt. Im Garten des Klosters St. Koloman in Stockerau kann man noch heute einen zu einem Baum ausgewachsenen Holunderstrauch betrachten, der bereits oft neu ausgetrieben hat und noch immer der besagte Holunder sein soll.
Figur des heiligen Koloman Tengling

Koloman-Verehrung in Süddeutschland

Als zum Tode Verurteilter wurde er nicht begraben. Dennoch zeigte sein Leichnam auch nach einiger Zeit noch keine Verwesungsmerkmale, im Gegenteil stellten sich bald zahlreiche Wunder ein. Daher wurde Koloman schließlich im Bereich des heutigen Klosters Stockerau erstmals beigesetzt. Weitere Wunder an seinem Grab bewirkten, dass sein Leichnam zwei Jahre nach seinem Tod in die damalige Residenz der Babenberger nach Melk überführt und dort am 13. Oktober 1014 beigesetzt wurde. An diesem Tag wird seit 1244 das Patrozinium des hl. Koloman gefeiert. Heute befinden sich seine Reliquien im linken vorderen Seitenaltar der Stiftskirche Melk.

Patron
Koloman ist Schutzheiliger der zum Tod durch den Strang Verurteilten, der Reisenden und Pilger, zugleich auch Viehpatron. Er hilft bei Krankheiten, Operationen, Kopf- und Fußleiden, Pest, Unwetter, Feuersgefahr. Sogar bei Ratten- und Mäuseplagen soll er beistehen. Eine besonders intensive Verehrung genießt der hl. Koloman in Österreich und Bayern. Der aufmerksame Reisende wird viele, meist abgelegene und durch das Volk gestiftete Koloman-Kirchen entdecken.

St. Koloman bei Wörth

Weihbischof Bernhard Haßlberger weiht am 14. Oktober 2017 um 17 Uhr die Kirche St. Kolomann bei Wörth (Landkreis Erding) bei einem feierlichen Festgottesdienst wieder ein.

Die heute unmittelbar an der S-Bahn Station gelegene und damit gut erreichbare Kirche wurde 1718 vom Erdinger Baumeister Anton Kogler in für das Erdinger Land typischen Bauformen errichtet. Das Altarbild zeigt den Kirchenpatron, dessen Haupt von einem Siegeskranz bekrönt wird, welchen ihm kleine Putten aufsetzen. In den vergangenen Monaten hat die Pfarrei den Kirchenraum und den Altar fachgerecht restaurieren lassen. Die ruhige und abgeschiedene Lage der Kirche eignet sich besonders gut zur persönlichen Andacht.

St. Koloman in Coloman bei Tengling

Über dem Nordufer des Tachinger Sees steht ein spätgotischer Tuffsteinbau, der einen einzigartigen gotischen Altar des Bildschnitzers Gordian Guckh aus Laufen an der Salzach zu Ehren der Muttergottes und des hl. Koloman birgt.

Das Patrozinium wird dieses Jahr nicht gefeiert.

Die Zugänglichkeit ist eingeschränkt, der Schlüssel ist auf Anfrage beim Pfarrbüro erhältlich.
Mariä Himmelfahrt
Kirchberg 2
83373 Taching a. See
Telefon: 08681-331
Fax: 08681-698926
Dr. Christoph Hentschel, Pfarradministrator
Anton Lörzel, Diakon
Waltraud Jetz-Deser, Gemeindereferentin

St. Koloman in Reichertshausen bei Thanning

Schon im hohen Mittelalter stand hier eine Kirche. Der Koch des bayerischen Herzogs errichtete hier als Votivgabe, nachdem er einen Überfall bei Straßlach gesund überstanden hatte, eine neue Kirche zu Ehren des hl. Koloman. Die sehr malerisch gelegene Kirche hat einen prächtigen Altar aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Da der Raum erst restauriert werden muss, ist die Kirche noch nicht immer zugänglich. Trotzdem lohnt eine Wanderung in der schönen Landschaft dorthin.

Derzeit kann das Patrozinium wegen Baufälligkeit nicht gefeiert werden.
Weitere Informationen finden Sie beim Pfarrverband Egling.

St. Coloman in Kolomann bei Fridolfing

Im Bereich der alten Grafschaft Lebenau finden Sie inmitten eines Waldes in der Nähe eines wundertätigen, von Holz überbauten Brunnens eine spätmittelalterliche Kirche zu Ehren des hl. Koloman. Die Kirche wurde 1518 geweiht. Der prächtige barocke Hochaltar stammt ursprünglich aus der Kirche in Untereching (im benachbarten Österreich, gleich auf der anderen Seite der Salzach). Im Seitenaltar hat sich ein Gemälde zu Ehren der Armen Seelen im Fegefeuer von der berühmten Laufener Malerfamilie Rottmayr von 1697 erhalten.

Das Patrozinium wird am 14. Oktober um 19.00 Uhr gefeiert.
Die Zugänglichkeit ist eingeschränkt, der Schlüssel ist nach Rücksprache mit der Pfarrei erhältlich.
Nächstes Jahr gibt es anlässlich der 500-Jahr-Feier der Kirche am 8. Juli 2018 ein großes Fest. Weitere Informationen erhalten Sie über den Pfarrverband Kirchanschöring.

St. Coloman bei Schiltern, Stadt Dorfen

Einen sehr beeindruckenden kleinen Kirchenbau, der augenscheinlich seit vielen Jahren im Dornröschenschlaf verweilt und viele Zeugnisse aus längst vergangener Zeit bewahrt hat, finden Sie in der Pfarrei Schwindkirchen bei Dorfen. Die Kirche wurde im ausgehenden 15. Jahrhundert gestiftet, war zunächst wohl größer vorgesehen, blieb aber in der Größe des Chorraumes stehen. Ein reicher Altar- und Figurenschmuck und ein mittelalterliches Gestühl lädt zum Verweilen und zum Gebet. Der Sebastiansaltar erinnert noch heute an die Opfer der Pest, für die ein Pestfriedhof um St. Coloman vermutet wird.

Patroziniumsgottesdienst am 13. Oktober, 19:00 Uhr in St. Coloman
Weitere Informationen unter: http://www.pfarrei-schwindkirchen.de/

Der hl. Koloman in München Perlach St. Michael

Auch in München wurde und wird der hl. Koloman verehrt. In der Pfarrkirche St. Michael in Perlach (Pfanzeltplatz 1) hat sich auf dem rechten Seitenaltar die Figur des hl. Koloman erhalten. Sie wurde vom berühmten gotischen Bildhauer, genannt Meister des Rabender Altares, 1515 geschaffen und stammt aus einer abgebrochenen Kapelle in Richtung Fasangarten. Der linke Seitenaltar wird von einer spätgotischen Sitzfigur der Anna Selbdritt geziert. Bereits 1020 wurde die Perlacher Kirche in Urkunden erwähnt. Nachdem der romanische Bau abgerissen wurde, folgte 1728 die Grundsteinlegung für die heutige Kirche.

Zugänglich zu den regulären Öffnungszeiten der Kirche.

Weitere Informationen unter: www.pfarrei-perlach.de
 

Bilder der ausgewählten St. Koloman-Kirchen

Kunst
Kapellenstr. 4
80333 München
Telefon: 089 2137-2635
Hauptabteilungsleiter:
Dr. Norbert Jocher,
Ordinariatsrat

Fachreferent für zeitgenössische Kunst und Kirche
Dr. Alexander Heisig
Telefon: 089 2137-2630
E-Mail: AHeisig@eomuc.de

Fachreferent für kirchliche Kunstpflege
Dr. Hans Rohrmann
Telefon: 089 2137-2630
E-Mail: HRohrmann@eomuc.de