Ein Priester im violetten Gewand legt einem Mann in der Kirche das Aschenkreuz auf.
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„Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“

Aschermittwoch – Neubeginn im Zeichen des Aschekreuzes

Aschermittwoch markiert den Beginn der Fastenzeit: Das Aschekreuz steht für Vergänglichkeit – und lädt gleichzeitig dazu ein, das eigene Leben neu auszurichten.

„Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“ Mit diesem Impuls beginnt am Aschermittwoch die 40-tägige österliche Bußzeit. In dieser sechswöchigen Fastenzeit sind Christinnen und Christen dazu aufgerufen, sich auf das Osterfest vorzubereiten, indem sie sich an den Ursprung ihres Glaubens erinnern, sich bemühen ein besserer Mensch zu werden und sich neu auf Gott ausrichten. 

Der Termin richtet sich nach dem Osterfest. Immer am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling feiern wir die Auferstehung Jesu. Von diesem Datum aus werden sechs Sonntage zurückgezählt. Der Mittwoch davor ist Aschermittwoch.

Marterl im Schnee nahe Oberammergau in der Wintersonne
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„Kehrt um und glaubt an das Evangelium! “

Mk 1,15

Das Aschekreuz: Zeichen der Vergänglichkeit und Hoffnung

Das Aschekreuz ist das sichtbare Zeichen des Aschermittwochs. Nach der Predigt wird den Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern Asche auf den Kopf gestreut oder ein Kreuz auf ihre Stirn gezeichnet. Die Asche erinnert an die Schöpfungsgeschichte, in der Gott den Menschen aus Staub formte. Und an die Vergänglichkeit des Lebens.

Natürlich wird für das Aschekreuz nicht irgendwelcher Staub verwendet. Dafür werden Palmzweige verbrannt, die im Jahr zuvor am Palmsonntag gesegnet wurden. Aus dem, was vergangen ist, entsteht etwas Neues. So trägt der Aschermittwoch bereits die Hoffnung auf die Auferstehung an Ostern in sich.

Woher kommt eigentlich die Asche am Aschermittwoch?

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Fastenzeit: Mehr als Verzicht

Die anschließende Fastenzeit ist nicht bloß eine Zeit des Verzichts. Sie ist vielmehr ein Angebot sich neu zu orientieren. Fasten bedeutet, sich von dem zu befreien, was beschwert, und sich für das zu öffnen, was stärkt: Stille, Gebet, Begegnung, gemeinsames Handeln. Die Fastenzeit ist wie ein Weg, der auf Ostern hinführt, auf das Fest der Auferstehung.

Michael Wagner, Fachreferent für Liturgie vor einem Poster zum Kirchenjahr
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„In der Fastenzeit geht es um die Hinwendung zum Licht und zum Sinn des Lebens. Neben Verfehlung und Sünde treten Hoffnung, Sinn und Erfüllung! “

Michael Wagner, Fachreferent in der Abteilung Liturgie

Aschermittwoch der Künstlerinnen und Künstler

In München hat der Aschermittwoch eine besondere kulturelle Note: Seit vielen Jahren wird im Liebfrauendom der „Aschermittwoch der Künstlerinnen und Künstler“ gefeiert. Lokale Kulturschaffende gestalten den Gottesdienst mit ihren Werken, Musik und Texten. Damit eröffnen sie neue Perspektiven auf Umkehr, Vergänglichkeit und Schöpfung und zeigen, wie lebendig der Glaube auch in der Kultur unserer Zeit Gestalt annimmt

Den Glauben im Alltag leben

Aschermittwoch und Fastenzeit laden dazu ein, das eigene Leben zu prüfen: Wo möchte ich umkehren, wo neu anfangen? Oft genügen schon kleine Schritte.  Momente der Dankbarkeit, ein Verzicht, der anderen zugutekommt, ein Gespräch, das Versöhnung schenkt. So kann aus dem alten Ritual des Aschekreuzes neue Lebenskraft entstehen – hin zu mehr Licht, Sinn und Hoffnung.