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Kandidieren für die Kirchenverwaltung

Die Kirchenverwaltung hat umfangreiche und anspruchsvolle Aufgaben und schafft die Grundlage für das kirchliche Leben vor Ort. Hier lesen Sie in den kommenden Monaten mehr zu den Aufgaben eines Mitglieds der Kirchenverwaltung.
 
In der Erzdiözese München und Freising gibt es 747 Pfarreien. Jede von ihnen und auch viele Filialkirchen haben eine eigene Kirchenverwaltung. Deren gewählte Mitglieder betreuen das Vermögen der Pfarreien, ermöglichen ein reges Gemeindeleben und schaffen so Räume der Geborgenheit und der Begegnung für alle Menschen am Ort. 
   
 
Was motiviert Menschen, sich ehrenamtlich in der Kirchenverwaltung zu engagieren?
Wir haben in den Münchner Pfarrverbänden Esting-Olching und St. Heinrich-St. Stephan mit Verantwortlichen gesprochen.
 
„Ich bin sehr dankbar für die Arbeit der Kirchenverwaltungsmitglieder“, sagt Josef Steindlmüller, Pfarradministrator von St. Peter und Paul in Olching, und ergänzt: „Es gibt Entscheidungen, die kann ich nicht alleine fällen, da muss ich mich gut beraten lassen. Schließlich habe ich nicht Wirtschaft studiert.“ Steindlmüller betreut auch die Nachbargemeinde in Esting und ist damit für insgesamt 12.000 Katholikinnen und Katholiken im Pfarrverband Esting-Olching zuständig. Jede Unterstützung durch kompetente Ehrenamtliche ist da höchst willkommen.
 
Verantwortung übernehmen, mitgestalten
Josef Steindlmüller und Marianne Schwojer
Marianne Schwojer und Pfarradministrator Josef
Steindlmüller, Pfarrverband Esting-Olching
Marianne Schwojer, in Olching aufgewachsen und in der Gemeinde gut verwurzelt, engagiert sich seit 1994 in der Kirchenverwaltung von St. Peter und Paul. Seit 19 Jahren ist sie dort Kirchenpflegerin. Die 51-jährige Diplom-Betriebswirtin (FH) bringt viel Fachkompetenz für ihr Ehrenamt mit. Rund zehn Stunden ihrer Freizeit setzt sie im Durchschnitt jede Woche dafür ein. „Ich wollte Verantwortung übernehmen und mitgestalten“, erklärt sie. Als Kirchenpflegerin prüft sie regelmäßig die Buchhaltung der Gemeinde. Sie erstellt unter anderem den Haushaltsplan und ist Trägervertreterin für die Kindertagesstätte der Gemeinde. „Deshalb bin ich auch bei allen Personalentscheidungen dabei“, berichtet Schwojer. Die Zusammenarbeit in der Kirchenverwaltung sei sehr konstruktiv, weil sich alle verantwortlich fühlten und Aufgaben übernähmen.
Personal führen, Etats verwalten
Robert Bernhard und Alfred Nagel
Robert Bernhard (li) und Alfred Nagel
In Münchens Stadtteil Sendling-Westpark bilden die Gemeinden St. Heinrich und St. Stephan einen Pfarrverband. Analog dazu stellen die beiden zugehörigen Kirchenstiftungen mit ihren Kindertagesstätten einen Verwaltungs- und Haushaltsverbund mit 40 Angestellten und einem Jahresetat von rund 1,5 Millionen Euro dar. Beide Kirchenstiftungen haben je eine eigene Kirchenverwaltung und einen eigenen Kirchenpfleger: Alfred Nagel von St. Heinrich und Robert Bernhard von St. Stephan.
Kontinuität und vorausschauende Planung
 
Alfred Nagel ist seit 1983 im Amt und gegenwärtig auch Verbundspfleger. „In der Kirchenverwaltung brauchen wir langfristige Planungen und auch längere Amtszeiten, damit wir kontinuierlich arbeiten können und nicht immer alles neu begonnen werden muss“, weiß er. Gerade wird das Dach von St. Heinrich neu eingedeckt und außerdem die Außenfassade gedämmt. Der zeitliche Vorlauf für die Sanierung des Gotteshauses betrug insgesamt 15 Jahre. Auch eine vorausschauende Finanzplanung spielte dabei eine große Rolle: „Um die Gebäude unserer
Kirchenstiftung in einem guten Zustand halten zu können, müssen wir in zehn Jahren rund eine Million Euro ansparen.“
 
 
Einfach unbezahlbar
 
Der Bankkaufmann und Betriebswirt Robert Bernhard gehört seit 18 Jahren der Kirchenverwaltung von St. Stephan an. Als Kirchenpfleger ist der 48-Jährige in seiner ersten Amtsperiode. „Ich habe das Amt gerne übernommen, weil mir die Zukunft der Gemeinde und des Verbundes am Herzen liegt. Ich möchte, dass auch künftige Generationen hier einen Ort finden, an dem sie sich aufgehoben fühlen“, erklärt er sein Engagement. Auf
unsere Frage, welche Kompetenzen denn von Kirchen- und Verbundspflegern erwartet würden, ergreift noch einmal Alfred Nagel das Wort: „Wir sollen Fachleute für die Finanzen, fürs Bauen, für Vermietungen und fürs Personal sein ...“ und fügt schmunzelnd hinzu: „Kurz gesagt: Wir sind unbezahlbar.“
Wählbarkeit (passives Wahlrecht)
Als Kirchenverwaltungsmitglied kann gewählt werden, wer

1.     der römisch-katholischen Kirche angehört,
2.     im Bereich der Kirchengemeinde seinen Hauptwohnsitz begründet hat,
3.     kirchensteuerpflichtig ist und
4.     am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet hat (Art. 8 Abs. 1 GStVS).
Von der Hauptwohnsitzpflicht kann das Erzbischöfliche Ordinariat auf Antrag des Kirchenverwaltungsvorstandes in begründetem Einzelfall eine Befreiung erteilen.
Kirchensteuerpflichtig sind dem Grunde nach z.B. auch Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten, Hausfrauen und Hausmänner oder Rentnerinnen und Rentner – auch wenn sie tatsächlich keine Kirchensteuern zahlen.

Nicht gewählt werden können, auch wenn die oben genannten Voraussetzungen gegeben sind, Personen,
1.     denen die Fähigkeit zur Erlangung öffentlicher Ämter fehlt,
2.     die wegen vorsätzlicher Tat durch ein deutsches Gericht zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr rechtskräftig verurteilt wurden, es sei denn, dass die Strafe getilgt ist,
3.     die sich kirchliche Strafen im Sinne der cc. 1331 mit 1333, 1336 CIC zugezogen haben oder sich sonst gemäß Feststellung des Erzbischöflichen Ordinariats im offenen Gegensatz zur Lehre oder zu den Grundsätzen der römisch-katholischen Kirche befinden,
4.     die offenkundig der Entrichtung der von ihnen geschuldeten Kirchenumlagen oder des Kirchgeldes nicht nachkommen,
5.     die in einem Arbeitsverhältnis mit der Kirchengemeinde oder Kirchenstiftung stehen,
6.     die bei der kirchlichen Aufsichtsbehörde unmittelbar mit Aufgaben der Rechts- und Fachaufsicht betraut sind oder
7.     deren Wahlrecht ausgeschlossen ist oder ruht (siehe unten; Art. 9 Abs. 1 GStVS).
Ehegatten, Eltern und Kinder sowie Geschwister können gleichzeitig zur Wahl stehen, dürfen jedoch nicht gleichzeitig ein und derselben Kirchenverwaltung angehören. Von ihnen wird jeweils die/der mit höherer Stimmenzahl Gewählte Mitglied der Kirchenverwaltung. Bei gleicher Stimmenzahl entscheidet das Los. Tritt das Hindernis erst nachträglich ein, so scheidet aus, wer nicht Mitglied der Kirchenverwaltung geworden wäre (Art. 10 GStVS).
Wahlrecht (aktives Wahlrecht)

Wahlberechtigt ist, wer
1.     der römisch-katholischen Kirche angehört,
2.     in dieser Kirchengemeinde seinen Hauptwohnsitz begründet und
3.     am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet hat (Art. 11 Abs. 2 GStVS).
Vom Wahlrecht ist ausgeschlossen, wer
1.     zur Besorgung all seiner Angelegenheiten nach Deutschem Recht nicht nur durch einstweilige Anordnung unter Betreuung steht,
2.     infolge Richterspruchs das Wahlrecht nicht besitzt (§ 45 StGB),
3.     die Fähigkeit zur Erlangung öffentlicher Ämter entbehrt oder
4.     offenkundig die Entrichtung der von ihm geschuldeten Kirchenumlagen oder das Kirchgeld nicht entrichtet (Art. 12 Abs. 1 GStVS).

Das Wahlrecht ruht für Kirchengemeindemitglieder, die
1.     aufgrund einer Anordnung nach § 63 iV.m. § 20 StGB sich in einem psychiatrischen Krankenhaus befinden,
2.     sich in Freiheitsentzug befinden oder
3.     aufgrund Richterspruches einer freiheitsentziehenden Maßregel der Besserung und Sicherung im Sinne des § 61 StGB unterliegen (Art. 12 Abs. 2 GStVS).