Wohin gehst du? Motto des Korbiniansfestes 2020

Bild zu Impuls 7
Fresko von Cosmas Damian Asam im Freisinger Dom, 1724:
Die Kirche des Hl. Stephanus erstrahlt in himmlischem Glanz

"Eines Tages, als sich Korbinian in seinem Hause in der Stadt Freising aufhielt, da geschah es, dass er sich einer Unpässlichkeit wegen nicht wie gewohnt zu der Kapelle auf dem benachbarten Berg des Heiligen Stephanus begeben konnte, um Gott das Morgenlob darzubringen. Er weckte seine Geistlichen und gebot ihnen hinzugehen. Als diese den Berg hinanstiegen, klang ihnen die Stimme des Chores von Psallierenden im Gotteshaus entgegen; der Wohllaut ihres Gesangs drang umso kräftiger an das Ohr der Geistlichen, die ihn hörten, je mehr sie sich der Höhe des Berges näherten; aus den Fenstern aber und durch das Dach strahlte so helles Licht über die Hänge des Berges, dass diese taghell erleuchtet wurden."
Aus der Korbiniansvita des Arbeo von Freising

Die Lebensbeschreibung des Heiligen Korbinian schildert einen ungewohnten Gottesdienst. Engel feiern ihn stellvertretend für den Heiligen. Die Männer, die er ausgesandt hatte, werden dessen Zeugen. Der Eindruck der klingenden Stimmen und des hellen Lichtes hatte sie angezogen. Das Bild zeigt die kleine Gemeinschaft auf dem Weg zur Weihenstephaner Kirche. In der Mitte des Bildes steht einer von ihnen und weist mit ausgestrecktem Arm auf die leuchtende Kirche hin.
Das Motto des diesjährigen Korbiniansfestes „Wohin gehst Du?“ nimmt auf diese Geste Bezug. Mit dieser Frage wird nach dem Ziel unseres Weges gefragt. Das Bild führt zugleich über diese Frage hinaus. Die Figur in der Mitte fragt, ob wir bereit sind, auf ein Ziel zuzugehen, das unsere Erwartungen und Vorstellungen übertrifft. In diesem Jahr feiern wir das Korbiniansfest anders als in den Jahren zuvor. Die Bedingungen der Corona-Pandemie haben unsere Gottesdienste und Feste verändert. Mehr noch: die Gemeinschaft der Menschen in der Kirche hat sich verändert. Die Frage „Wohin gehst Du?“ fragt uns in diesem Jahr nach unserer Bereitschaft auf eine neue veränderte Gestalt der Kirche zuzugehen.

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