In beeindruckender Höhenlage thront umgeben von einigen Höfen die Wallfahrtskirche St. Wolfgang bei Altenmarkt. Sie wurde in Tuffstein errichtet und bereits um 1400 scheint hier die durch das Kloster Baumburg betriebene, bedeutende Wallfahrt zum Regensburger Bistumspatron bestanden zu haben. Deshalb entschied man sich dazu, an den aus der Romanik stammenden Turm einen spätgotischen Bau anzugliedern.
Romanischer Bau Mitte des 13. Jahrhunderts / um 1400 rege Wallfahrt, deshalb größerer, spätgotischer Bau / 1640 barocker Hochaltar / 1720 Anbau der Vorhalle und Stuckierung der Raumschale / Restaurierung des Innenraums in den 1980er Jahren mit der Freilegung gotischer Wandmalereien
Bereits in gotischer Zeit war das Innere prachtvoll ausgestaltet geworden, daran erinnern erhaltene Reste von spätgotischen Wandmalereien. Die barocken Veränderungen im Innenraum setzten um 1640 ein. Damals errichtete man den noch vorhandenen frühbarocken Hochaltar mit der Sitzfigur des hl. Wolfgang, die vermutlich von Jeremias Hartmann aus Wasserburg stammt. 1720 wurde die barocke Vorhalle errichtet und die Raumschale erhielt ihre überaus reizvolle Stuckdekoration aus Akanthus und Weinlaub, die auf feinsinnige Weise das noch immer nachvollziehbare, gotische Gewölbe in eine neue Zeit überführte.
Bekannt ist St. Wolfgang vor allem wegen seines Schlupfsteins aus Untersberger Marmor. Wolfgang soll bei seiner Durchreise zum Abersee, dem heutigen Wolfgangsee in Österreich, auf dem Stein geruht haben, woraufhin er erweichte und sich die Löcher bildeten, die heute zum Durchschlüpfen unter dem seitlichen Bogen einladen. Die Inschrift an der barocken Brüstung erzählt davon. Die uralte Tradition des Durchschlüpfens und Abstreifens am Bogen soll von Sünden und Krankheiten befreien. Nach St. Wolfgang kommen vor allem Paare, die sich mithilfe des Durchschlüpfens Nachwuchs erhoffen.
Die Gottesmutter ist neben Wolfgang auf der hölzernen Votivkerze der Pfarrei Aschau am Inn dargestellt, die am südlichen Chorgestühl steht. Dazu ist diese Schrift zu lesen: „Zu Lob und Ehr der Himelskönigin / Maria, und dem heiligen St Wolfgang / hat diese Kerz machen lassen die Ge=/ meinde der Pfarr Ascha Ano 1675“. Es wird explizit auch Maria angerufen. Demnach hat die Gottesmutter einen bedeutenden Beitrag dazu geleistet, die Wallfahrt zum hl. Wolfgang im 18. Jahrhundert aufrecht zu erhalten.
Bevor der Besucher wieder in den Alltag eintritt, fallen ihm beim Verlassen der Kirche mit Blick nach Westen die barocken Bildtafeln der Empore ins Auge. Sie zeigen Szenen vor und bei der Errichtung der Wolfgangskirche am Abersee durch den Heiligen, der sich vom Teufel helfen ließ. Das zweite Bild von links erzählt die Geschichte um den weithin bekannten Hacklwurf, durch den Wolfgang den Platz für seine Kirche fand. Ein heller Lichtstrahl vom Himmel verbildlicht Gottes Zustimmung.
Anfahrt im Auto, nächster Bahnhof in Altenmarkt, ansonsten keine Infrastruktur, keine Barrierefreiheit
Pfarrer-Bichlmair-Weg 5
84405 Schwindkirchen