Pfarrer Johann Stiglmaier von Fischbachau hatte beim Beten einen Traum, in dem ihm die Muttergottes erschien und ihn anwies, ihr auf dem Felsen Birkenstein eine Kapelle zu errichten. Auf sein Betreiben hin entstand der erste, hölzerne Bau am Fuße des Breitensteins und knapp 40 Jahre später wurde dieser durch die Nachbildung der Casa Santa von Loreto ersetzt und wohl bereits damals mit einem Umgang versehen.
Das heilige Haus von Loreto stellt Marias Wohnhaus in Nazareth dar, das abgebaut wurde und legendär 1294 von Engeln nach Italien getragen worden sein soll. Die Anlage des Außenaltars mit Kanzel geschah in dieser Gestalt sicherlich im frühen 20. Jahrhundert. Um 1760 stattete man die Kapelle im Stil des Rokoko neu aus, dazu gehört auch die Bemalung des Gewölbes. Heute sind die Innenwände der Kapelle komplett mit Votivtafeln behangen, die auf die zahllosen Gebetserhörungen hinweisen und diese eindrücklich verbildlichen, weshalb dieser Ort auch gegenwärtig eine derart große Anziehungskraft für die Gläubigen besitzt.
An der nordwestlichen Außenwand hängt das imposante Tafelgemälde mit dem Gnadenbild, das vom Miesbacher Maler Joseph Franz Xaver Graß stammt. Es entstand 1761 und zeigt mittig Maria mit dem Kind unter einem Baldachin, die Personifikationen von Glaube, Liebe und Hoffnung umgeben sie. Darunter auf Erden haben sich Hilfesuchende versammelt, Engel sammeln ihre Bittzettel ein, um sie zur Muttergottes zu bringen. Diese Szenerie umgibt ein Kranz aus alttestamentlichen und emblematischen Szenen, die sich auf Maria beziehen.
Vor einigen Jahren wurde an der Decke der Kapelle im Zuge einer Befunduntersuchung der Sternenhimmel freigelegt, der durch fachkundige Restauratoren rekonstruiert werden konnte. Auf dem smalteblauen Grund sind weiße Sterne zu sehen, die mittig das Marien- und das Christusmonogramm formen. Die Sternbilder zeigen Wesen und Erscheinungen, die auf Maria verweisen, wie beispielsweise die Schwalbe, das Einhorn und den Morgenstern. Eine stimmige Lichtinstallation bringt den Himmel zum Strahlen.
Der Rokokoaltar füllt die gesamte Ostwand aus und zeigt einen überbordenden Reichtum an marianischen Bildern. Mittig erscheint im Strahlenkranz das Gnadenbild als spätgotische Maria mit dem Kind auf der Mondsichel stehend. Darunter sind an den Seiten links Maria am Betpult und rechts der Erzengel Gabriel zu sehen, der ihr die frohe Botschaft verkündet. Dazwischen haben sich die Engelshierarchien versammelt und über Maria thront Gottvater. Die Heiliggeisttaube schwebt auf halber Höhe rechts als Ausdruck der göttlichen Niederkunft.
Anfahrt mit dem Auto, Parkplatz unterhalb des Gnadenortes, Aufgang über Kapellenweg circa 8 Minuten, Lift an der Rückseite der Kapelle, Wallfahrtsladen vor Ort
Martinsweg 3
83730 Fischbachau