Auf einer Anhöhe auf weitem Feld nördlich von Heldenstein erhebt sich die Wallfahrtskirche Maria Schnee.
Ab 1760 von Johann Georg Hechel nach älteren Plänen von Silvester Mayerhofer errichtet / 1762 Weihe durch den Salzburger Erzbischof Sigismund von Schrattenbach / 1949 Restaurierung des Innenraums / 1970er Jahre Diebstähle von Kirchengut / 1982-1986 Gesamtrestaurierung
Das Patrozinium geht auf folgende Legende zurück: Ein römischer Patrizier gelobte Maria eine Kirche zu errichten, woraufhin sie ihm im Schlaf erschien und anwies, die Kirche dort zu bauen, wo über Nacht Schnee gefallen war. Am nächsten Tag suchte er Papst Liberius auf, der denselben Traum gehabt hatte, und sie fanden im Sommer den Esquilin in Rom voller Schnee. So entstand um 352 die erste Kirche und 80 Jahre später wurde an derselben Stelle die heutige Patriarchalkirche Santa Maria Maggiore errichtet.
In Kirchbrunn zeigt sich die Kapelle als ovaler Zentralbau mit halbrundem Chor und Turm im Westen. Gekurvt geformte Fenster erhellen den Innenraum, der von einem Muldengewölbe überspannt wird. Passförmige und geschweifte Felder am Gewölbe gliedern neben Pilastern an kräftigen Wandvorlagen mit Gesimsen den Innenraum, wodurch der Raum eine spannungsreiche Dynamik und Konzentration erfährt.
Im Stil des Rokoko zeigt das Altarretabel einen konkaven Aufbau und zu jeder Seite zwei schräg gestellte, gewendelte Säulen. Über gekurvten Gebälkstücken erhebt sich der geschweifte Auszug mit seitlichen Engeln und Gottvater in der Mitte. In der baldachinbekrönten Mittelnische darunter steht Maria mit dem Kind über Wolken. Engel und Strahlen rahmen sie ein. Das einstige Gnadenbild wurde 1972 gestohlen, sodass hier seit 1986 eine Kopie steht. Die Kronen von Maria und dem Kind entstammen noch dem Barock.
An der Westwand hängt das Gemälde, das die Taufe des Bayernherzogs Theodo durch den hl. Rupert zeigt. Theodo kniet vor dem Taufbecken, während der Salzburger Bischof Rupert gerade das Wasser über ihn gießt. Zahlreiche Würdenträger begleiten die Szene und im Himmel feiern Engel um die Heiliggeisttaube. Der Überlieferung nach fand diese Taufe in Altötting statt. Das Gemälde wurde von Johann Baptist Rabensteiner 1738 für die Pfarrkirche in Ranoldsberg, der westlichsten Kirche des ehemaligen Erzbistums Salzburg, geschaffen. Somit kam ihm ursprünglich eine bemerkenswerte, das Bistum markierende Bedeutung zu.
Das zur Kirche gehörende Brunnenhaus, wie sich schon im Ortsnamen „Kirchbrunn“ offenbart, befindet sich westlich der Kirche am Hang des Weges. Ob es vielleicht die Lage einer manchmal erwähnten, abgegangenen Kapelle markiert, ist ungewiss, aber möglich. Quellen wurden sehr oft der Gottesmutter geweiht, da sie schon im Hohelied als „gottesempfangende Quelle des Heils“ benannt wird. Die Kirchbrunner Quelle wird von einem aufgemauerten Brunnen gefasst, und ein schlichtes, hölzernen Haus schützt sie.
Anfahrt im Auto, nächster Bahnhof in Ampfing, in Heldenstein Gasthof „Alter Wirt“, keine Barrierefreiheit