Gärtner: „Die AfD ist eine christen- und kirchenfeindliche Partei“

Landeskomitee der Katholiken diskutiert auf Frühjahrsvollversammlung über Demokratie, Lebensschutz und Frieden

Augsburg, 25. April 2026. Das Landeskomitee der Katholiken in Bayern warnt vor einer Vereinnahmung des Christentums durch die AfD, die sich überdies nach Ansicht der Laienvertretung zunehmend kirchenfeindlich äußere. Der Vorsitzende der Laienorganisation, Christian Gärtner, hat in seinem Bericht am Samstag, 25. April, bei der Frühjahrsvollversammlung des Landeskomitees in Augsburg darauf hingewiesen, dass die AfD zwar für sich beanspruche „das Christliche Abendland zu verteidigen“, doch nicht nur in Sachsen-Anhalt „lässt die Partei die Maske fallen. Dann wird die Kirche als Regenbogenkirche diffamiert“ und alles unternommen, um „es der Kirche immer schwerer zu machen, an ihre Mittel zu kommen“.

 

Gärtner teilte mit, er beobachte auch den Wahlerfolg der AfD bei der Kommunalwahl in Bayern im März 2026 mit großer Sorge. Das Präsidium wolle daher weiterhin seine Bemühungen verstärken, „Menschen fitzumachen, mit dieser Situation umzugehen und das Miteinander der demokratischen Parteien auch über Parteigrenzen hinweg zu fördern.“ Hierzu plane das Landeskomitee derzeit, Anlaufstellen in Bayern auszubauen und Formate zu entwickeln, in denen Teilnehmende lernen, die Demokratie zu verteidigen und auf extremistische Meinungen zu reagieren. Stellvertretende Diözesanrats-Vorsitzende Silvia Wallner-Moosreiner schilderte, dass zunehmend auch kirchliche Veranstaltungen und Bildungsangebote unter politischem Druck stünden, deshalb benötigten die Betroffenen „Handreichungen und Unterstützung, um in diesen Situationen auch sprachfähig zu sein.“ Im Hinblick auf die kommende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, kündigte Christian Gärtner an, Überlegungen dazu anzustellen, „wie wir als katholische Laien eine wirksame Solidarität schaffen“, für den Fall, dass durch eine mögliche Regierungsbeteiligung der AfD das Bistum Magdeburg Repressalien ausgesetzt werde.

 

Zum Thema Lebensschutz bemerkte Christian Gärner, dass dieses „zunehmend für einen Kulturkampf vereinnahmt“ werde und mahnte an, sich „auf beiden Seiten gut zu überlegen“, ob es sinnvoll sei, den „in Deutschland seit Jahrzenten bestehenden Kompromiss“ in Form des Paragraphen 218  aufzubrechen. „Ich habe Respekt vor jedem, der sich für das ungeborene Leben einsetzt“, erklärte Gärtner hierzu. Er sehe jedoch das wirksamste Mittel hierzu in der Finanzierung von Einrichtungen, die Familien und Schwangere unterstützen. Wallner-Moosreiner berichtete zu diesem Thema außerdem, dass vonseiten der Caritas und des Sozialverbandes Katholischer Frauen (SKF) ein Monitoring zum nicht-invasiven Bluttest in der Schwangerschaft (NIPT) befürwortet würde, nachdem dessen aktuelle Nutzungsweise durch neuere Studien in Frage gestellt worden sei. „Wir brauchen belastbare Zahlen dazu, wir brauchen Kriterien, wann und in welchen Kontexten eine solche Untersuchung sinnvoll ist und wann nicht.“ Sie zeigte sich darüber hinaus erleichtert, dass das bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales bekannt gegeben habe, dass die Gewalthilfeeinrichtungen in Bayern die notwendige Finanzierung erhalten würden. „Das ist eine gute Nachricht“, stellte die stellvertretende Vorsitzende fest, auch, wenn sie es kritisch sehe, dass ein Teil der Summe aus dem Sondervermögen stamme.

 

Christian Gärtner begrüßte außerdem Äußerungen Papst Leo XIV. zur Vereinnahmung des Christentums für die kriegerischen Ziele durch die Regierung von Donald Trump: „Die erste Aufgabe und uns als Kirche und Gläubigen ist immer wieder daran zu erinnern, dass Krieg kein politisches Mittel ist und keine Lösung ist.“ Der Vorsitzende des Landeskomitees sei „Papst Leo wirklich dankbar, dass er sich dafür ausspricht.“ (fho)

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