Kardinal Marx: „Lebensschutz mit und nicht gegen Frauen“

Erzbischof würdigt auf Katholikentag Arbeit des Sozialdienstes katholischer Frauen Bayern

München/Würzburg, 15. Mai 2026. Kardinal Reinhard Marx warnt davor, beim Lebensschutz die Menschen in ihrer Notlage aus den Augen zu verlieren und in ein Parteiendenken zu verfallen. Der Einsatz für den Schutz des menschlichen Lebens von der Entstehung bis zu seinem natürlichen Ende sei „für uns als Kirche essenziell. Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft“, betont der Erzbischof von München und Freising laut Manuskript in seinem Grußwort zum 80-jährigen Bestehen des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Bayern am Freitag, 15. Mai, auf dem Katholikentag in Würzburg. Zugleich kritisiert der Kardinal, dass „auch innerkirchlich Fragen des Lebensschutzes zum Brennpunkt eines Lagerkampfes gemacht“ werden. „Wir wissen aber als Kirche, dass wir das ungeborene Leben nur mit den Frauen und nicht gegen sie schützen können“, unterstreicht Marx. Deshalb seien die „vielen Hilfsangebote, die der SkF bietet eine wichtige Unterstützung“, die Familien „hilft, sich für das Leben zu entscheiden.“

 

Das Leitwort des diesjährigen Katholikentages – „Hab Mut, steh auf“ – ist laut Kardinal Marx für den SkF „eine inhaltliche Zusage: Sie stehen Schwachen, in Not Geratenen und Menschen in schwierigen Situationen an der Seite. Sie haben Mut und sie ermutigen, aufzustehen. Und sie tun dies voller Überzeugung aus dem christlichen Glauben heraus.“ Mit seinen zahlreichen Angeboten trage der SkF erheblich zur Armutsbekämpfung und damit letztlich zum Schutz des Lebens bei. Er leiste auf diese Weise dem Arbeitsauftrag folge, wie ihn Papst Leo XIV. in seinem Apostolischen Schreiben „Dilexi Te“ formuliert habe. Darin bilanziere der Papst, so Marx, „dass trotz des zunehmenden gesellschaftlichen und politischen Engagements zur Beseitigung der strukturellen Ursachen die Armutsbekämpfung oft unzureichend bleibt“. Armut sei für Leo XIV. nicht nur die finanzielle, sondern auch die soziale und kulturelle Armut ebenso wie die Armut an Rechten, Freiheit und Raum. „Die Bekämpfung all dieser Formen von Armut zeigt sich schließlich auch in den Tätigkeitsfeldern des Sozialdienstes katholischer Frauen in Bayern“, würdigt Kardinal Marx dessen Arbeit. Der Verband stehe für „ein christlich motiviertes und prägendes soziales Engagement für unsere Gesellschaft, das seinesgleichen sucht. Der SkF ist ein Segen für Bayern!“

 

Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Bayern wurde im Jahr 1946 von Luise Jörissen gegründet. Rund 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon die Hälfte ehrenamtlich, sind unter anderem in der Wohnungslosenhilfe, der Straffälligenhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe, in den Adoptions- und Pflegekinderdiensten sowie in der Schwangerenberatung tätig. (fho)

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