München, 24. Mai 2026. Kardinal Reinhard Marx hat anlässlich des Hochfestes Pfingsten dazu ermuntert, die Zeichen des Reiches Gottes zu sehen und „uns nicht entmutigen zu lassen von den anderen Zeichen, von den anderen Mächten, die uns ständig sagen, die Welt geht zugrunde und die Welt wird sowieso nur beherrscht von denen, die Macht ausüben und Gewalt.“ Pfingsten sei „das Fest der Ermutigung, weil der Geist Gottes in der Geschichte und in der Schöpfung am Werke ist", sagte der Erzbischof von München und Freising am Sonntag, 24. Mai, in seiner Predigt im Münchner Dom. Die Kirche solle „Antreiber sein, Zeichen sein für die Versöhnung, für den Frieden, für die Überwindung von Polarisierung und Hass, für Versöhnung, für eine Welt, in der alle Menschen miteinander leben können“.
Der Geist Gottes wirke „nicht nur in der Kirche, er wirkt in der ganzen Welt", erinnerte Marx. Aufgabe der Kirche sei es, Protagonistin und Zeichen zu sein, „dass Gottes Geist da ist, dass er die Welt und die Schöpfung und die Geschichte endgültig hineintreibt in die Arme Gottes". Maßstab dafür sei „die Orientierung des Lebens und Sterbens Jesu von Nazareth". Die Geschichte sei „nicht einfach nur ein Fortschritt", betonte der Kardinal. Aber an ihr könne erkannt werden, „was passt zum Zeichen des Reiches Gottes, das Jesus aufgerichtet hat in seiner Person, in seinen Handlungen, in seinen Worten".
Wer aus dem Geist geboren sei, müsse sich „immer wieder neu hineinbegeben in die Möglichkeiten Gottes, in den Weg, den er mit uns gehen will„, unterstrich der Erzbischof. „Das gilt für uns persönlich, das gilt für mich, das gilt für die Kirche, die man neu aufbrechen muss, und das gilt für die ganze Welt.“ Was zu Jesus passe, „zu seinen Worten, zu seinen Handlungen, das ist auf Dauer gestellt. Das hat Bestand. Das ist die Zukunft.„ Pfingsten sei deshalb „ein Fest der Ermutigung und des Trostes und des Aufbruchs und der Bereitschaft, sich immer wieder neu einzulassen auf den Weg Jesu“.
Am Hochfest Pfingsten gedenken Christinnen und Christen der Herabkunft des Heiligen Geistes, die in der biblischen Apostelgeschichte geschildert wird. Der Heilige Geist ermöglichte den in Jerusalem versammelten Jüngern Jesu Christi, den Glauben in fremden Sprachen zu verkünden und so den Grundstein für seine Verbreitung in der ganzen Welt zu legen. Deshalb wird das Hochfest Pfingsten auch „Geburtstag der Kirche“ genannt.
Das Pfingstfest wird am 50. Tag des Osterfestkreises gefeiert und schließt diesen ab. Traditionell wird in den Wochen davor und danach in zahlreichen Pfarreien die Firmung gespendet, bei der den Firmkandidatinnen und -kandidaten der Heilige Geist zugesprochen wird. Die Kollekte aus allen katholischen Gottesdiensten in Deutschland am Pfingstsonntag ist für die Arbeit des Hilfswerks Renovabis bestimmt und unterstützt somit dessen pastorale und soziale Arbeit in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. (hs)