„Krieg zu beginnen ist das größte Unglück überhaupt“

Kardinal Marx: Das Elend des Menschen beginnt mit Misstrauen und Lüge

München, 8. März 2026. Kardinal Reinhard Marx hat mit eindringlichen Worten vor den Auswirkungen von Krieg und Gewalt gewarnt. Krieg sei „der große Zerstörer“, denn „auf Generationen setzt er Hass und Gewalt bis in die Generationen der Zukunft hinein“, sagte der Erzbischof von München und Freising am Sonntagvormittag in seiner Predigt zum dritten Fastensonntag in der Pfarrkirche St. Johann Baptist in München-Haidhausen.

Das „Elend des Menschen“, sagte Marx in dem vom BR Fernsehen übertragenen Gottesdienst, „die ganze Kette der Gewalt, des Krieges, des Hasses, der Sünde“ begännen mit Lüge und Misstrauen. In der aktuellen Situation werde das wieder sichtbar, etwa in Verschwörungstheorien. „Und dann wird auf einmal der Krieg ein scheinbar normales Mittel der Politik“, so der Kardinal, der konstatierte: „Der Krieg ist das schlimmste Unglück, das auf Erden geschehen kann.“ Er hebe die Moral nicht, sondern zerstöre sie. Einen Krieg zu beginnen sei „das größte Unglück überhaupt“.

„Wir leben in einer Welt, die nicht heil ist“, so Marx, „aber wir leben in der Hoffnung. Wir wissen, dass wir etwas tun können“. Der Kardinal ist überzeugt: „Wir müssen uns nicht den Mächten der Lüge, der Unwahrhaftigkeit und der Gewalt unterwerfen.“ Es gelte, nicht zu resignieren. Das Volk Gottes sei aufgerufen, inmitten der gerade heute wieder von Lüge, Unwahrheit und Gewalt geprägten Welt, Zeichen der Hoffnung zu setzen: Es sei möglich, Frieden zu schaffen, Brücken zu bauen und Gräben zuzuschütten. „Es ist möglich, zueinander zu kommen, ohne dass der eine den anderen beherrscht und unterwirft“, sagte Kardinal Marx, der anhand des Evangeliums von der Begegnung zwischen Jesus und der Samariterin am Jakobsbrunnen darlegte, dass Rettung und Heil nicht durch Gewalt, sondern durch Vertrauen und Gespräch möglich sind. (glx)

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