München, 21. Mai 2026. Der Gästebrief 2026 des Erzbistums München und Freising erzählt unter dem Titel „Ankommen“ Geschichten von besonderen Orten und Menschen, lädt zum Erkunden und Erleben, aber auch zu Ruhe und Entschleunigung ein. Impulstexte bieten spirituelle Anregungen. Auch Informationen zu den beliebten Berggottesdiensten und ein Interview mit der bayerischen Tourismusministerin sind in der Broschüre zu finden. Das 48-seitige Heft, das in Kirchen, Fremdenverkehrsbüros und Hotels ausliegt, richtet sich zwar in erster Linie an Menschen, die Urlaub oder einen Ausflug machen, ist aber mit dem einen oder anderen Geheimtipp auch für Einheimische ein Gewinn.
Im Grußwort schreibt Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, dass die Kirche „von Menschen und von ihren Geschichten“ lebe, „von denen, die mit offenem Herzen glauben und zweifeln, helfen und gestalten, und durch ihr Leben und ihren Glauben Spuren hinterlassen“. Manche Spuren sehe man sofort, andere entdecke man erst auf den zweiten Blick. Marx erinnert an den heiligen Franz von Assisi, der vor 800 Jahren gestorben ist: „Er hat gezeigt, wie frei ein Leben im Vertrauen auf Gott sein kann. Und er lehrt uns: Frieden beginnt im Herzen – dort, wo wir aufeinander zugehen und uns von Gottes Liebe berühren lassen.“ Gerade heute, in einer Zeit voller Herausforderungen, tue diese Botschaft gut, so Marx, der den Gästen wünscht, „dass Sie in unserem Erzbistum Menschen begegnen, die inneren Frieden und Freiheit ausstrahlen“ und dass sie sich anstecken lassen „vom franziskanischen Esprit und von oberbayerischer Gastfreundschaft“.
Unter den Ausflugszielen, die der diesjährige Gästebrief vorstellt, ist Moosburg an der Isar, die älteste Stadt im Landkreis Freising. Dort würdigt ein einzigartiger Altar einen wenig bekannten Heiligen. Geschaffen hat den Moosburger Altar der Bildhauer Hans Leinberger, der um 1500 lebte. Er brauchte keine Schrauben, keinen Nagel und keinen Leim, denn die Teile des Retabels sind geschickt zusammengesteckt. Im Zentrum des Werkes, das einer der bedeutendsten mittelalterlichen Schnitzaltäre in Deutschland ist, steht eine monumentale Marienfigur, links von ihr der wenig bekannte Patron der Kirche: Sankt Kastulus. Auch das weltberühmte Gotteshaus Sankt Bartholomä am Königssee findet sich in der Broschüre. Es sei „immer noch ein Ort tiefverwurzelter Spiritualität und nicht nur für schnelle Posts auf Social Media“, heißt es im Gästebrief. Erstmals seit vielen Jahren lädt die Tourismusseelsorge von Juni bis Oktober wieder jeden Monat zu Sonntagsgottesdiensten in die malerische Kirche ein, beginnend am Sonntag, 14. Juni, um 11 Uhr. In München gilt es in Sankt Peter unter anderem den „Hahnengesang“ zu entdecken: In der ältesten Pfarrkirche der Stadt haben die Orgelregister ungewöhnliche Stimmen im Repertoire. „Gallus Petrinus“ heißt das Register, mit dem nicht nur die inoffizielle Münchner Stadthymne „So lang der Alte Peter“ angestimmt wird, sondern das auch noch einen Mechanismus auslöst, mit dem die Figur des Vogels über den Orgelpfeifen erscheint. Traditionell ist der Hahn zum Ende des Festgottesdienstes zu Ehren der Heiligen Petrus und Paulus am 29. Juli zu hören und sehen.
Neben diesen und weiteren Orten und Geschichten stellt der Gästebrief auch Personen vor, die im Erzbistum leben und wirken, etwa die Kirchenmusikerin Anja Zwiefelhofer, die viele Chöre leitet und überzeugt ist, dass Musik Menschen oft tiefer berührt, als das bloße Wort, oder den Kabarettisten Wolfgang Krebs, von dessen ganz persönlicher Geschichte mit der Kirche erzählt wird – von der Kindheit als Ministrant, über eine Enttäuschung, die zum Kirchenaustritt führte und die Sehnsucht, wieder dazu zu gehören bis hin zu einer Begegnung, die ihm das „Heimkehren“ ermöglichte. Er ist überzeugt: „Kabarett und Eucharistie schließen sich überhaupt nicht aus – beides lebt von der frohen Botschaft.“
Auch Bruder Markus Scholz wird vorgestellt, der Guardian des Klosters Maria Eck im Chiemgau. Er gehört zu den Franziskaner-Minoriten, die auf den Heiligen Franz von Assisi zurückgehen. Dessen Todestag vor 800 Jahren wird von der Franziskanischen Ordensfamilie „Transitus“ genannt – also der Übergang vom irdischen in das ewige Leben. Natürlich erinnert Maria Eck an dieses Jubiläum in Predigten, Bibelrunden, Gesprächen und beim Klosterfest im Juli. In einem kurzen Interview bekennt die bayerische Staatsministerin für Tourismus, Michaela Kaniber: „Für mich gehört Kirche genauso zu Bayern wie unsere Berge und Seen“ und sie verrät, welche Kirchen ihr besonders viel bedeuten: Sankt Nikolaus in Bad Reichenhall und Sankt Nikolaus von der Flüe in Bayerisch Gmain, aber auch die Bad Reichenhaller Salinenkapelle.
Hoch hinaus geht es bei den regelmäßigen Berggottesdiensten an einigen der schönsten Orte entlang der Alpen, zum Beispiel auf der Zugspitze und dem Wendelstein. Zum inklusiven und barrierefreien Berggottesdienst für alle, in einfacher Sprache und mit Gebärdensprachdolmetscher, lädt die Erzdiözese für Sonntag, 21. Juni, um 11 Uhr an der Gipfelstation des Hochfelln in den Chiemgauer Alpen ein, die über die Seilbahn ab 8.30 Uhr zu erreichen ist. Alle Termine der Berggottesdienste finden sich unter http://erzbistum-muenchen.de/berggottesdienste. Gebete und andere spirituelle Impulse regen im Gästebrief zum Innehalten und zur Reflexion an. „Gott, wenn wir in die Berge gehen, öffnest du uns den Blick für deine Schöpfung. In den Höhen spüren wir deine Größe, in der Stille deinen Frieden“, heißt es etwa in einem Text von Johann Schmidt, der als Tourismusseelsorger im Berchtesgadener Land wirkt. (glx)
Hinweis:
Der Gästebrief, herausgegeben vom Ressort „Seelsorge und kirchliches Leben“ des Erzbischöflichen Ordinariats München, liegt kostenlos in Kirchen, Pfarreien, Fremdenverkehrsbüros und Hotels aus. Er kann auch unter tourismusundsport@eomuc.de bestellt und unter www.gaestebrief.de heruntergeladen werden.