Die spätgotische Wallfahrtskirche liegt überaus malerisch auf einer Anhöhe, umgeben von weiten Wiesen und mit Blick auf die umliegenden Berge. Der gotische, gut proportionierte Innenraum wurde mehrfach überformt. Der Maler Franz Xaver Tiefenbrunner d. J. aus der Priener Gegend gestaltete 1764 die Deckengemälde mit Szenen aus dem Leben des hl. Florians als Fürbitter bei Feuersnot.
Im späten 19. Jahrhundert wurde diese Malerei übertüncht und durch die Anbringung des in der Barockzeit abgeschlagenen Rippennetzes aus Gips stark beschädigt. Seit der letzten Renovierung ist der Raumeindruck wieder geprägt von der starkfarbigen Deckenmalerei, den beiden beeindruckenden gotischen Flügelaltären sowie einer prächtigen Rokokofigur des Hl. Florians aus der Werkstatt des Münchner Hofbildhauers Johann Baptist Straub, gestiftet von der Familie Preysing. den Herren des nahen Schlosses Hohenaschau. Eine moderne Bronzeskulpturen des Münchner Künstlers Klaus Backmund betont den ungewöhnlichen großen Vorraum der Pilgerstätte.
Der hochbedeutende, gotische Flügelaltar greift in seiner Architektur mit elegantem Maßwerk und Gesprenge die nach oben strebende Struktur des gotischen Gotteshauses auf. In der Mitte des Schreins steht Annaselbdritt mit dem hl. Florian zur Linken und dem hl. Wolfgang zur Rechten. Die Altarflügel stellen in Reliefs Szenen aus dem Leben des hl. Florians dar, dem Patron der Kirche. Auf der Schreinrückseite mahnt die monumentale Darstellung des Jüngsten Gerichtes die Wallfahrer beim Umrunden des Altares an ihre Endlichkeit.
Der spätgotische Wolfgangsaltar von 1520 stammt aus der Werkstatt des sogenannten „Meisters von Rabenden“, hinter dem sich möglicherweise die Bildschnitzer Wolfgang Leb, Andreas Taubenbeck oder Sigmund Haffner verbergen. Die Schreinskulpturen, die hll. Wolfgang und Christophorus sowie auf den Altarflügeln die hll. Oswald und Achatius besitzen eine starke individuelle Ausdruckskraft. Nach 140-jähriger Abwesenheit und einer „Reise um die Welt“ kehrte der Altar schließlich 1994, zum 500-jährigen Kirchenjubiläum, wieder in seine Heimstatt zurück.
Über einer Heilquelle, vormals bei einer Gruppe alter Eichen, wurde eine Bründlkapelle errichtet. In reizvollem Kontrast zum Satteldach der spätgotischen Kirche ruht der achteckige barocke Zentralbau mit seiner ausladenden Zwiebelkuppel. Das Altarbild greift das Motiv des Wassers auf und zeigt die Heilung eines Lahmen am Teich Bethesda. Mitten im kleinen Kapellenraum befindet sich die in Stein gefasste, wunderkräftige Quelle. Sie scheint seit dem Erdbeben im Friaul 1976 versiegt, der Ort hat jedoch nichts von seiner Anziehungskraft eingebüßt.
Führungen auf Anfrage.
Anfahrt im Auto, nächste Bushaltestelle im Weiler Hendenham bei Frasdorf; barrierefreundlicher Zugang bei Bedarf möglich.