Steinstatue einer traurig nach unten blickenden Frau im Grünen
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Wenn jemand tief in Trauer ist, fehlen uns manchmal die Worte. Wichtig ist es, echt zu bleiben.

Anteilnahme im Trauerfall zeigen

Sie fühlen sich nach einem Todesfall in ihrem Umfeld verunsichert? Sie wissen nicht, wie Sie einem trauernden Menschen begegnen sollen? Tröstlich kann es sein, wenn Sie eine Erinnerung teilen oder Unterstützung anbieten.

Die „richtigen Worte“ zu finden in einem Trauerfall ist manchmal sehr schwer oder sogar unmöglich. Dann können Sie mit dem Hinterbliebenen schweigen, einfach da sein. Weniger hilfreiche Worte sind hingegen schnell gesagt: "Das wird schon wieder“, sei ein häufig geäußerter Satz, wie Sonja Eichelbaum in ihren Gesprächen mit Trauernden immer wieder feststellt. Sie leitet das Trauerpastorale Zentrum der Erzdiözese, das „haus am ostfriedhof“ in München.

Freilich seien solche Äußerungen gut gemeint: „Man klopft auf die Schulter oder sagt: Jetzt gibst du dir halt mal ein bisschen Zeit, das muss ja auch so sein.“ Oder: „Das wird schon wieder“, „Halt durch“. Aber, stellt die Seelsorgerin fest: „Was heißt denn das? Alles, was eng macht, hilft nicht.“ 

Worte, die Hinterbliebene überfordern können

Wir haben hier einige Äußerungen gesammelt, die besser zu vermeiden sind, weil sie Trauernden nicht weiterhelfen oder sie sogar überfordern können:

  • Ratschläge:
    „Ich weiß genau, wie du dich fühlst, du solltest auf jeden Fall/auf keinen Fall…“
    Niemand weiß genau, wie ein anderer sich fühlt, auch wenn er oder sie ähnliches erlebt hat. Besser ist zu fragen: „Wie geht es dir heute?“ – „Wie kommen Sie im Alltag zurecht?“
  • Allgemeine Angebote:
    „Ich bin immer für dich da, du brauchst dich nur zu melden!“ –  „Rufen Sie mich an, wenn Sie etwas brauchen!“
    Menschen in einer Krise haben in der Regel keine Kraft, darauf einzugehen und Initiative zu ergreifen. Sie sind froh über freundliche konkrete Angebote und Menschen, die ihnen solche Angebote machen, die sich aber nicht abschrecken lassen, wenn sie vielleicht ablehnen.
  • Appelle und Urteile:
    „Jetzt ist es schon ein Jahr her, dass dein Mann gestorben ist, jetzt muss es aber langsam mal gut sein mit der Trauer, lass dich nicht so hängen!“
    Kein Mensch ist gerne unglücklich oder traurig. Appelle helfen nicht, sondern verstärken das Gefühl, allein zu sein.
  • Durchhalteparolen:
    „Das wird schon wieder, wirst sehen, du schaffst das!“ – „Kopf hoch, nach vorne schauen!“
    Solche Parolen wirken abweisend, Trauernde fühlen sich nicht ernst genommen. Besser ist es, einfach da zu sein.

Worte, die in der Trauer Trost geben können

Und wie macht man es nun besser? „Mein Ratschlag wäre: Wer einen Tipp gibt, sollte sich vorab einmal selbst fragen: Warum gebe ich diesen Tipp“, empfiehlt Eichelbaum. Wichtig sei in jedem Fall, „dass man nicht in vorschnelle Ratschläge geht und damit in Dinge, die dem oder der anderen Druck machen. Dass man vielleicht mehr von sich her formuliert: Warum ist etwas in der Begleitung mir denn gerade nicht möglich, denn ich halte es nicht aus.“ 

Eines steht für Eichelbaum fest: „Das größte Geschenk, das wir in Trauerbegleitung machen können, ist, (aus-)halten und begleiten. Und eben nicht noch einmal jemand zu sein, der auch weggeht oder sich in ungute Tipps flüchtet. Einfach da sein.“

  • Als Trost empfinden Trauernde oft, wenn man eine Erinnerung an den Verstorbenen oder die Verstorbene teilt. Zum Beispiel: „Es tut mir so leid, dass dein Vater gestorben ist. Letztes Jahr beim Pfarrfest habe ich ihn getroffen, er war so gut gelaunt und hat mir Hilfe beim Rasenmähen angeboten.“
  • Interesse zeigen und zuhören:
    „Wie geht es Ihnen heute?“ – „Können Sie wieder besser schlafen?“ – „Wie geht es deiner Tochter in der Schule?“
    Fragen geben Gelegenheit zum Sprechen, sollten allerdings nur dann gestellt werden, wenn Zeit und Bereitschaft da ist, die Antwort zu hören.
  • Echt bleiben: Betroffenheit und eigene Gefühle äußern, wenn sie tatsächlich da sind, zum Beispiel: „Ich kann es noch gar nicht fassen, dass dein Bruder nicht mehr lebt, das macht mich traurig, es muss sehr schwer für dich sein“.
    Wenn die Worte fehlen, das in Worte fassen, zum Beispiel: „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, es ist für mich noch unfassbar."
    Keine künstliche Traurigkeit herstellen, Trauernde erwarten nicht, dass es allen anderen genauso geht wie ihnen selbst. Sie wollen nur gesehen werden. Andere können „ganz normal“ glücklich, unter Eile, im Alltag sein.
  • Konkrete Unterstützung anbieten:
    „Ich könne nächsten Samstagmittag für euch kochen, wäre das eine Idee?“ – „Wenn ich meinen Sohn zum Fußballtraining fahre, könnte ich deinen mitnehmen, was hältst du davon?“

Katholischer Bestattungsdienst München

Leitung: Heidrun Oberleitner-Reitinger

Sendlinger Straße 34

80333 München

089 2137-73960
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