Abiturientin im Dirndl lacht und hält eine blaue Mappe mit dem Logo des Erzbistums in Händen
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Sophia Schmid (19) wurde „für besonders gute Leistungen im Fach Katholische Religionslehre“ ausgezeichnet.
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Gewinnerin des Abiturpreises: „Der Glaube ist etwas, woran man sich festhalten kann“

Oberammergau mit seinen Passionsspielen ist ihr Heimatort – das habe sie geprägt, ist sich Sophia Schmid sicher. Die 19-Jährige gehört zu den Schülerinnen und Schülern, die heuer den Abiturpreis der Erzdiözese erhalten haben. Sie erzählt, welche Bedeutung das Schulfach Religionslehre für sie hat.

Die katholische Soziallehre, dazu Friede, Hoffnung und die Bedeutung Gottes in einer säkularen Welt: Das waren in diesem Jahr bestimmende Themen in der bayerischen Abiturprüfung im Fach Katholische Religionslehre.

Eine, die sich den Aufgaben mit besonderem Erfolg gestellt hat, ist Sophia Schmid. Die Abiturientin des Erzbischöflichen St.-Irmengard-Gymnasiums in Garmisch wurde in diesem Jahr als eine von insgesamt 59 Schülerinnen und Schülern „für besonders gute Leistungen im Fach Katholische Religionslehre“ ausgezeichnet. Die 19-Jährige kannte den Preis vorher gar nicht. Überrascht? „Ja, schon!“

Katholische Religionslehre als Leistungskurs und Abiturfach hatte sie gewählt, weil sie das Philosophische schon immer begeistert hat. „Das finde ich richtig spannend. Wo kommen wir her? Was kommt nach dem Tod?“

Vielleicht, so fügt sie an, komme das daher, dass sie aus Oberammergau stamme. Dort hätten die Passionsspiele „schon sehr viel Einfluss auf einen – ein Leben lang“. Zweimal hat sie bereits mitgemacht.

Lieblingsthemen im Schulfach Katholische Religionslehre

Religion als Schulfach sei außerdem anders als andere Kurse. Weil man sich hier auch mit sich selbst auseinandersetze – mit seinem eigenen Verhalten, beispielsweise auch mit Blick auf Jesu Botschaft von der Nächstenliebe.

Besonders spannend findet sie die Reich-Gottes-Vorstellung. Die Vorstellung also, dass Gottes Reich schon im Jetzt beginnt. Neben der Eschatologie (der philosophischen und theologischen Lehre von den letzten Dingen der Welt, also auch Tod und wie es danach weitergeht) war dies einer ihrer Schwerpunkte in der Prüfung.  

Das waren heuer Themen in der Abiturprüfung

Insgesamt zeigt die Bandbreite der Themen und Aufgaben des ersten G9-Abiturs, wie vielfältig eine religiöse Perspektive auf die Welt sein kann und welche Relevanz diese Perspektive für grundlegende anthropologische Fragen hat:

Welche Optionen haben wir im Umgang mit den Wahrheitsansprüchen anderer Weltanschauungen oder Religionen? Brauchen ethische Entscheidungen in einer pluralen Welt nicht doch eine Letztbegründung? Verführt uns die Reich-Gottes-Botschaft Jesu dazu, die Suche nach Gerechtigkeit einzustellen?

In der schriftlichen Prüfung mussten die angetretenen Schülerinnen und Schüler darüber hinaus zeigen, dass sie wesentliche Aspekte des trinitarischen Gottesbildes kennen, die Prinzipien der katholischen Soziallehre verstanden haben oder mit der Problematik der Auslegung biblischer Texte vertraut sind.

Für Sophia Schmid ist das alles aber nicht nur eine philosophische Gedankenspielerei. „Ja“, sagt sie, Religion spiele auch in ihrem privaten Leben eine Rolle. Jesus, der eigene Glaube, „das ist etwas, woran man sich festhalten kann.“ Eine Konstante, ganz gleich, wie sehr sich die Welt verändert.

(Text: Thomas Gampl, Stellvertretender Schulleiter des St.-Irmengard-Gymnasiums in Garmisch-Partenkirchen)

Abiturpreis wird seit 2019 verliehen

Der Abiturpreis der Erzdiözese München und Freising richtet sich an Absolventinnen und Absolventen öffentlicher und privater Gymnasien mit dem Abiturfach Katholische Religionslehre, die in der gymnasialen Oberstufe und in der Abiturprüfung bestimmte Mindestpunktzahlen erreicht haben. In der Regel melden die Schulen, die im Bereich der Erzdiözese liegen müssen, jeweils die Person mit der höchsten Gesamtpunktzahl. Die Vorschläge werden in der für den Religionsunterricht an Gymnasien zuständigen Abteilung im Erzbischöflichen Ordinariat München geprüft und bearbeitet. Alle Preisträgerinnen und Preisträger erhalten ein von der Leiterin des Ressorts Bildung unterschriebenes Würdigungsschreiben und einen Gutschein der Buchhandlung Michaelsbund. Insgesamt wurde der Abiturpreis seit 2019 schon 462 Mal verliehen, davon 59 Mal im Jahr 2026. Der Anteil der Preisträgerinnen ist mit über 75 Prozent mehr als dreimal so hoch wie derjenige der jungen Männer.