Das „Elend des Menschen“ beginne mit Misstrauen und Lüge, zum Beispiel also auch mit Verschwörungstheorien, so der Kardinal in seiner Predigt in dem vom BR-Fernsehen übertragenen Gottesdienst am dritten Fastensonntag. „Und dann wird auf einmal der Krieg ein scheinbar normales Mittel der Politik. Krieg hebt die Moral nicht, sondern zerstört sie. Einen Krieg zu beginnen, ist das größte Unglück überhaupt."
„Wir leben in einer Welt, die nicht heil ist“, sagte Marx in der Pfarrkirche St. Johann Baptist in München-Haidhausen, „aber wir leben in der Hoffnung. Wir wissen, dass wir etwas tun können.“ Der Kardinal ist überzeugt: „Wir müssen uns nicht den Mächten der Lüge, der Unwahrhaftigkeit und der Gewalt unterwerfen.“ Es gelte, nicht zu resignieren. Das Volk Gottes sei aufgerufen, inmitten der gerade heute wieder von Lüge, Unwahrheit und Gewalt geprägten Welt, Zeichen der Hoffnung zu setzen: Es sei möglich, Frieden zu schaffen, Brücken zu bauen und Gräben zuzuschütten.
„Es ist möglich, zueinander zu kommen, ohne dass der eine den anderen beherrscht und unterwirft“, sagte Kardinal Marx, der anhand des Evangeliums von der Begegnung zwischen Jesus und der Samariterin am Jakobsbrunnen darlegte, dass Rettung und Heil nicht durch Gewalt, sondern durch Vertrauen und Gespräch möglich sind. (glx)