Zwei ältere Herren und eine Dame fachsimpeln im Schöpfungsgarten Traunstein.
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Schöpfungsgarten: ein wertvoller Ort für Glauben, Gemeinschaft und gelebte Ökologie.

Wo Schöpfung blüht, wächst die Gemeinschaft

Wenn Menschen zusammen säen, jäten, gießen und ernten, dann gedeihen nicht nur Blumen oder Gemüse. Ein Schöpfungsgarten ist mehr als ein Stück bepflanzte Erde. Er verbindet Naturerfahrung, gelebte Nachhaltigkeit und spirituelle Tiefe – ein Ort, an dem die Verantwortung für die Umwelt konkret wird und Gemeinschaft wachsen kann.

Direkt neben der Kirche Heilig Kreuz in Traunstein liegt ein besonderer Ort: der Schöpfungsgarten der Pfarrei. Auf rund 1.000 Quadratmetern finden hier Natur, Gemeinschaft und Spiritualität zusammen.

In der warmen Jahreszeit verströmt eine große Rosette aus Kräutern und Heilpflanzen den Duft des Sommers. Hier wachsen Klassiker wie Salbei, Thymian, Pfefferminze und Dill, aber auch fast vergessene Kulturpflanzen wie die Rote Melde. Drumherum gedeiht Gemüse in Hügelbeeten, Holunder- und Walnussbäume, Beerensträucher, Hopfen, Weinreben und zahlreiche Blumenarten wachsen um die Wette.

Mit einem Gartenbiotop und einem kleinen Glashaus bietet der Schöpfungsgarten nicht nur optimale Bedingungen für Pflanzen, sondern auch Lebensraum für viele Tiere: Schmetterlinge und Bienen schwirren emsig zwischen Blüten umher und sorgen durch ihre Bestäubung für eine reiche Ernte.

Was ist ein Schöpfungsgarten?

Ein Schöpfungsgarten ist ein naturnaher Garten, der den Gedanken der Schöpfungspflege sicht- und erfahrbar macht. Er verbindet ökologisches Gärtnern mit spirituellem Bewusstsein und Gemeinschaftssinn. Die Pflege eines solchen Gartens bedeutet auch: Verantwortung für die Umwelt übernehmen, Biodiversität fördern und nachhaltiges Leben im Alltag einüben.

Gemeinschaft wächst mit

Der Schöpfungsgarten lebt vom Engagement vieler freiwilliger Helferinnen und Helfer. Regelmäßig trifft sich eine Gruppe zur gemeinsamen Gartenarbeit mit anschließender Brotzeit. Darüber hinaus bringen sich viele nach ihren individuellen Möglichkeiten ein. Auch Familien mit Kindern sind dabei.

„Es ist schön, wenn man sieht, dass die Liebe zur Schöpfung weitergegeben wird.“

Martha Hadulla, eine der fleißigen Gartenpflegerinnen

Die Gärtnerinnen und Gärtner entscheiden demokratisch, was im Garten geschieht, und was angebaut wird. Es gibt regelmäßige Treffen, bei denen gemeinsam geerntet, Gemüse geputzt, in der Küche des Pfarrhauses gekocht und miteinander gegessen wird. So entsteht ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, das über Fragen der Organisation und Arbeitsaufteilung weit hinausgeht.

Gartenliebe über die Generationen hinweg

Ein Schöpfungsgarten will nicht nur bepflanzt, sondern auch erlebt werden. Deshalb spielt die Gestaltung als Ort der Ruhe und Einkehr eine wichtige Rolle. Sitzgelegenheiten, Duftkräuter, summende Insekten und wechselnde Farben im Jahreslauf sprechen alle Sinne an.

Kirchenbesucher und Spaziergänger genießen den Schöpfungsgarten. Die Bewohner des nahen Seniorenheims nutzen gerne die aufgestellten Bänke, um sich an der Artenvielfalt vor Ort zu erfreuen. Auch die Kinder der angrenzenden Pfarr-Kita erleben das Wachsen und Gedeihen im Garten mit.

So entsteht ein Schöpfungsgarten

Ein Schöpfungsgarten kann ein wertvoller Ort für Glauben, Gemeinschaft und gelebte Ökologie sein. Der Einstieg muss nicht aufwendig sein – mit etwas Planung und Engagement wächst daraus schnell ein lebendiger Treffpunkt.

  • Geeigneten Platz suchen
    Grundstück vorhanden? Klären Sie die Nutzungsbedingungen: Wie lange darf es genutzt werden, wer darf es betreten…
  • Haftungsfragen mitdenken
    Wenn der Garten allgemein zugänglich ist, benötigen Sie eine Haftpflichtversicherung. Wer schließt diese ab (zum Beispiel Kirchenstiftung oder ein eingetragener Verein)?
  • Mitgärtnerinnen und Mitgärtner finden
    Suchen Sie frühzeitig Mitstreitende – aus der Gemeinde, aus ehrenamtlichen Gruppen. Gartenaktionen stärken das Miteinander.
  • Nachbarn einbeziehen
    Kommunizieren Sie frühzeitig mit Anwohnerinnen und Anwohnern über Ihre Pläne. Wer miteinander spricht, kann eventuelle Bedenken ausräumen und vermeidet Stress und Ärger.
  • Raum für die Frohe Botschaft schaffen
    Kunstwerke, Beschilderungen, Meditationswege – nutzen Sie die Chance, auf die Frohe Botschaft hinzuweisen.
  • Veranstaltungen einplanen
    Ein Schöpfungsgarten kann zum (spirituellen) Treffpunkt für alle Generationen werden: für Bibellesungen, Andachten, Segnungen zur Aussaat oder Ernte.
  • Auf Vielfalt achten
    Artenvielfalt ist wichtiger als optische Ordnung. Lassen Sie Wildblumen, Kräuter und einheimische Sträucher wachsen. Totholz, Trockenmauern und Wasserstellen fördern das Leben im Garten.
  • Austausch und Vernetzung fördern
    Vernetzen Sie sich mit anderen Pfarreien, Umweltinitiativen oder Permakultur-Gruppen. Oft gibt es Unterstützung, Ideen oder Pflanzenspenden.

Der Schöpfungsgarten der Pfarrei Heilig Kreuz in Traunstein

Die Enzyklika „Laudato si´“ von Papst Franziskus gibt Christinnen und Christen wichtige Impulse für einen nachhaltigen Lebensstil und bewussten Umgang mit der Schöpfung. Ein konkretes Projekt ist der Schöpfungsgarten im oberbayerischen Traunstein.
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Stabsstelle Umwelt

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Hermann Hofstetter

Fachreferent Schöpfungsverantwortung, Umweltmanagement-Beauftragter EOM

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