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Ostern zeigt uns: „Der Mensch ist nie am Ende seiner Möglichkeiten“
Die Osternacht im Münchner Liebfrauendom führt Schritt für Schritt aus der Dunkelheit zur Auferstehung. Dompfarrer Klaus Peter Franzl erklär...
Der Blick ins Osterfeuer kann, wenn wir uns darauf einlassen, vieles in uns bewegen. Das Osterfeuer leuchtet in der Dunkelheit – und in uns. Was bleibt, wenn die Flammen verglühen? Ein Impuls über Neubeginn, der über Ostern hinausreicht.
Ich liebe das Osterfeuer. Es erleuchtet die Nacht. Es wärmt. Das brennende Holz knistert. Sobald das Feuer heruntergebrannt ist, entsteht Asche. Die darin verborgenen Glutnester haben es in sich. Jedes Mal bin ich versucht, in die Asche hineinzublasen, um sie wegzublasen. Und um die Glut neu zu entfachen. Die Flamme der Hoffnung neu zu entfachen.
Lade Bild...Sr. Franziska Mitterer„Das Aufleuchten des Feuers erinnert uns daran, dass Ostern nicht das Ende einer traurigen Geschichte ist.“
Wir dürfen – nicht nur an Ostern – immer wieder in die Asche unserer Gewohnheiten hineinblasen: in die Asche unserer Berechnungen, scheinbaren Gewissheiten, Müdigkeit und Zukunftsangst. Um die Glut neu zu entfachen. Die Glut des Glaubens an unseren auferstandenen Jesus Christus. Er zeigt, dass Leben mit Gott stärker ist als der Tod. Er lädt ganz besonders in der Osterzeit ein, überall die Wunder des Lebens zu entdecken. Achtsam wahrzunehmen, wo ich lebendig bin, Leben empfange. Und wo ich Leben weiterschenken kann. Hinter dem müden oder traurigen Gesicht eines Menschen seine Würde sehen kann. Zusammen mit anderen. Um gemeinsam das Wachstum und die Freiheit der Menschen zu fördern. Die Menschen von jeglicher Art von Sklaverei zu befreien. Ihnen zu einem erfüllten Leben zu verhelfen. Das, was in ihnen von Gott angelegt ist, zur Entfaltung zu bringen. Und so Menschen der Hoffnung zu sein. Zeugen der Hoffnung, die von Ostern herkommt. Hoffnung, die wie das Osterfeuer heller ist als die Dunkelheit der Nacht.
In unserer Ordensgemeinschaft beenden wir die Osterzeit mit einer Pfingstvigil. Dazu wird nochmals das Osterfeuer angezündet. Das Aufleuchten des Feuers erinnert uns daran, dass Ostern nicht das Ende einer traurigen Geschichte ist, sondern Neubeginn. Hoffnungsvoller Start, uns nach der Fülle des Lebens auszustrecken. Leben, das mit einem kleinen Feuer in der Nacht beginnt.
Sr. Dr. Franziska Mitterer, geboren 1963 in Vilsbiburg, ist Ordensfrau der Schwestern vom Hl. Kreuz. Die promovierte Theologin und Exerzitienbegleiterin (IMS) leitet die Abteilung „Orden und geistliche Gemeinschaften“ in der Erzdiözese.