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Der Osterkorb beinhaltet oft Speisen, auf die man in der Fastenzeit bewusst verzichtet hat.

Speisenweihe an Ostern: Womit Familien ihre Körbe füllen

Die Speisenweihe gehört zu den schönsten Ostertraditionen: Gläubige bringen ihren liebevoll gefüllten Korb mit in die Kirche. Welche Speisen sich traditionell darin befinden und woran uns der Brauch erinnert – im Alltag und an jedem Osterfest.

Einer der Höhepunkte des Osterfests ist das gemeinsame Osterfrühstück. Viele der Speisen, die später bei dem gemeinsamen Essen nach dem Gottesdienst, ob mit der Gemeinde im Pfarrsaal oder daheim in der Familie, auf den Tisch kommen, werden traditionell gesegnet: bei der Speisenweihe oder Speisensegnung. Meist findet diese Weihe zum Abschluss der Osternacht in der Kirche statt. In einigen Gemeinden werden die Speisen bereits am Karsamstag gesegnet.

Zur Speisenweihe bringen die Gläubigen einen sogenannten Weihekorb in die Kirche mit. Darin liegen – oft mit einem feinen, bestickten Tuch bedeckt – Eier, Brot, Butter und andere Speisen. Wenn wir die gesegneten Speisen beim Osterfrühstück miteinander teilen und essen, feiern wir, dass Gott uns das Leben immer wieder neu schenkt, mit jeder Speise, mit jedem Tag und mit jedem Frühling, mit jedem Osterfest, das wir miteinander feiern. So wird bei uns zuhause „Eucharistie“ gefeiert: das Dankesfest mit Gott in unserer Mitte!

Welche Speisen zur Speisenweihe mitbringen?

Welche Speisen Familien in ihren Weihekorb legen, ist ihnen überlassen. Alles, was beim gemeinsamen Frühstück verzehrt werden soll, können sie mit in die Kirche bringen. Manch einer packt auch bewusst Nahrungsmittel mit in den Korb, auf die er in der Fastenzeit verzichtet hat, zum Beispiel Schokolade oder Wein.

Ostereier sind Zeichen des Neubeginns und der Fruchtbarkeit. Sie gehören zu den zentralen Symbolen des Osterfests. Das hängt auch damit zusammen, dass die Menschen früher während der Fastenzeit auf diese tierischen Nahrungsmittel verzichteten und sich deshalb in den sieben Wochen bis Ostern viele Eier angesammelt hatten. Gefärbt wurden Eier ursprünglich, um gekochte von ungekochten Exemplaren unterscheiden zu können. Besonders beliebt war die Farbe Rot, die für das Leben und für den Sieg über den Tod steht. Heute gibt es vielfältige Verzierungen in allen erdenklichen Farben und aus unterschiedlichen Materialien – zum Selberessen oder zum Verschenken (siehe auch Kreativ-Tipp unten).

In einem Korb liegen ein gebackenes Osterlamm mit Fahne und viele bunte Ostereier.
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Ein buntes und leckeres Vergnügen im Osterkorb.

Zu einem traditionellen Weihekorb gehört Brot unbedingt dazu, egal ob Weißbrot, Osterfladen oder sogenannte Gebildebrote. Diese Brote aus Hefeteig haben beispielsweise die Form einer Spirale, einer Sonne, eines Hasen oder bilden ein Nest für gekochte Eier. Das Brot ist ein Symbol für Jesus Christus. Ergänzt wird das Brot durch Butter und Fleisch, meist gekochter Schinken oder Geräuchertes, manchmal auch Speck oder Wurst. Das Fleisch steht traditionell für das ewige Leben.

Vervollständigt wird das Frühstück durch Salz als Zeichen dafür, dass die Auferstehung ewiges Leben schenkt, und Meerrettich als Symbol für die Bitterkeit des Lebens. Frische Kräuter stehen für die Früchte der Erde.

Die Krönung der Speisen bildet oft ein gebackenes Osterlamm. Es erinnert an das Opfer Jesu, der hingerichtet wurde und durch seinen Tod die Menschen erlöste („das Lamm Gottes“).

Die Fahne, die das Osterlamm schmückt, ist ein Siegeszeichen. Sie will zeigen: Jesus hat durch seine Auferstehung den Tod besiegt. Auf den kleinen Stoff- oder Papierfahnen sind häufig die griechischen Buchstaben  Chi und Rho als Zeichen für Christus, ein Osterlamm mit Siegesfahne oder Christus als der Auferstandene abgebildet.

Alter Brauch – So entstand die Speisensegnung

Auf der Treppe des Freisinger Doms stehen Dutzende von Speisekörben. Weihbischof Wolfgang Bischof segnet die Speisen mit Weihrauch.
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Weihbischof Wolfgang Bischof segnete zu Ostern 2025 die Speisekörbe im Freisinger Dom.

Schon in der frühen Kirche segneten die Christen Speisen vor dem Essen und dankten Gott für seine Gaben. In der Heiligen Messe dankt der Priester bei der Gabenbereitung für Brot und Wein, bevor diese im Hochgebet geheiligt und verwandelt werden. Auch beim Tischgebet daheim segnen die Gläubigen ihre Speisen und das gemeinsame Mahl.

In Rom war es ab dem 11.  Jahrhundert üblich, zu Ostern Fleisch, Milch, Honig, Käse, Brot und Butter zu segnen. Am päpstlichen Hof wurde ab dem 12.  Jahrhundert in Erinnerung an das letzte Abendmahl ein gesegnetes Osterlamm verzehrt. Die österliche Speisensegnung ist im Benediktionale, einem liturgischen Buch, in dem die Texte für Segnungen gesammelt sind, enthalten. Unter anderem die Ostereier und der Osterschinken werden im Segnungstext ausdrücklich genannt.

Traditionell enthielt der Weihekorb zur Speisensegnung vor allem Lebensmittel, auf die die Menschen in der Fastenzeit verzichtet hatten. Heute werden auch andere Leckereien zur Segnung mit in die Kirche gebracht.

Kreativ-Tipp: Ostereier mit Botschaft

Rot, blau, gelb, gestreift, gepunktet oder mit Blümchen: Wer Ostereier verziert, denkt vor allem an unterschiedliche Farben und Muster. Wie wäre es, die Eier einmal mit Wörtern oder kurzen Sprüchen zu schmücken? So kann man sich oder anderen eine besondere, selbst gemachte Oster-Botschaft mit auf dem Weg geben.

Einfach mit Fineliner oder mit Acrylfarbe und sehr feinem Pinsel das Ei beschriften. Vorschläge für den Text: „Frohe Ostern!“, „Halleluja, Jesus lebt!“, „Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln!“ oder einfach „Guten Appetit!“ Vielleicht auch „Ei love you“? Aus mehreren Eiern, auf denen jeweils ein Wort steht, entsteht ein Spruch auf dem Osterfrühstückstisch.

Tradition aus dem Alpenland: Eierpecken

Je nach Region heißt es Eierpecken, Eiertitschen, Oabecka, Oiastoßn oder Oiaboxn. Gemeint ist immer dasselbe Spiel: Zwei Spieler nehmen je ein gekochtes Osterei in die Hand und stoßen die Spitzen der Eier gegeneinander. Dann geht es reihum weiter. Sieger ist derjenige, dessen Ei am Ende eine unversehrte Schale hat. Gespielt wird traditionell beim Osterfrühstück am Ostermorgen.