Pater Heindl lächelt in die Kamera, während er eine Tür zur Kirche öffnet
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Pater Bernhard Heindl ist für Wiedereintritte zuständig – und immer offen fürs Gespräch.

Wiedereintritt: Hier ist eine Tür, die Ihnen immer offensteht

Wieder in die katholische Kirche einzutreten, ist nicht kompliziert. Sie werden bei uns immer offene Türen finden. Der Jesuitenpater Bernhard Heindl erklärt, wie solche Gespräche verlaufen – und fasst in Worte, was Kirche für ihn eigentlich bedeutet.

Die Gründe, warum Menschen sich von der Kirche entfernen und austreten, sind so unterschiedlich wie die Lebenswege dieser Menschen. Das stellt Pater Bernhard Heindl SJ immer wieder fest. In der Erzdiözese München und Freising ist der Jesuitenpater in der Fachabteilung Glaubensorientierung für Wiedereintritte zuständig. In den dafür vorgesehenen Gesprächen möchte er zunächst einmal erfahren, wie es denn zu der Entfremdung kam. „Meistens bedeutet ein Kirchenaustritt keine Absage an den Glauben, aber eben eine Trennung von der gelebten kirchlichen Gemeinschaft“, beobachtet er.

Leichter bündeln lassen sich für ihn die Gründe, warum Menschen wieder den Weg zurück in die Kirche finden. Hier sieht er im Großen und Ganzen drei Gruppen. „Vor allem bei jüngeren Menschen sind oft kirchliche Anlässe wie Hochzeiten der Grund – wenn sich der Partner oder die Partnerin die volle Kirchenzugehörigkeit wünscht – oder wenn jemand Pate oder Patin werden möchte. Das sind Meilensteine im Leben, an denen man gut gemeinsam überlegen kann: Wie stehe ich zur Kirche und was trage ich mit, was ist unterstützenswert? Es ergeben sich oft gute Gespräche darüber, was im Leben und im Miteinander wichtig ist und wie Kirche hier hilft.“

Dann gebe es die Gruppe derer, die umdenken: „Für sie fühlte sich der Austritt damals stimmig an, aber nun empfinden sie es anders. Sie fühlen sich eigentlich zugehörig zur Kirche und spüren das Bedürfnis, ihren Schritt korrigieren zu wollen.“

Was bedeutet Kirchenaustritt – und was nicht?

Über die Taufe werden wir Christen – und Mitglieder der Kirche. Aus der Kirche können wir austreten, die Taufe aber bleibt ein Leben lang gültig: Nach dem christlichen Glauben geht Gott einen unverbrüchlichen Bund mit uns ein. Deshalb gibt es bei einem Wiedereintritt keine zweite Taufe. „Die Verbindung besteht mit Gott, aber Kirche ist das vermittelnde Lebenselixier in dieser Lebensgemeinschaft zwischen den Einzelnen mit Gott“, sagt Pater Heindl. Mit dem Austritt verlässt man diese sichtbare Gemeinschaft der Kirche – auch die Gemeinschaft in den Sakramenten.

Menschen suchen in diesen schwierigen Zeiten nach Halt

Eine weitere Gruppe seien diejenigen Menschen, die die Kirche unterstützen wollen, „weil sie überall Auflösungstendenzen beobachten. Sie sagen: ,Wir brauchen eine Wertegemeinschaft. Wir brauchen Gemeinschaften, die tragend sind, und da möchte ich mich wieder ganz zugehörig fühlen‘“, fasst Heindl zusammen. Er schildert die Richtung, die diese Gespräche oft nehmen: Die Kirche habe Fehler gemacht, aber da sei so viel und überwiegend Unterstützenswertes, das man wieder mittragen möchte.

„Ich mache keinen Hehl daraus, dass auch ich mir Veränderung wünsche in unserer Kirche – und trotzdem zu dieser Gemeinschaft stehe, weil ich viel Gutes in ihr sehe.“

Pater Bernhard Heindl SJ

Dass die Gespräche offen sind und angenehm verlaufen, ist Pater Heindl ein großes Anliegen: „Die Menschen können alles sagen und erzählen, was sie möchten. Mir ist wichtig, dass sie spüren, dass mich ihre Beweggründe wirklich interessieren.“ Manche fürchteten vielleicht, dass sie hier einem absoluten Standpunkt gegenüberstehen und sich rechtfertigen müssen für ihren Austritt oder ihre Kritik an der Kirche, etwa zu Sexualmoral oder Stellung der Frau. „Aber: Ich mache keinen Hehl daraus, dass auch ich mir Veränderung wünsche in unserer Kirche – und trotzdem zu dieser Gemeinschaft stehe, weil ich viel Gutes in ihr sehe. Meine Erfahrung ist, dass es für die Menschen etwas Beruhigendes hat, wenn jemand ihnen das im Gespräch ehrlich mitteilt“, schildert Heindl.

Sein intensivstes und schönstes Gespräch habe er mit einem Physiker gehabt, der sich vom christlichen Glauben entfernt hatte und profund über das Glaubensbekenntnis diskutieren wollte. Antrieb war auch in diesem Fall der Wunsch, zu einer Gemeinschaft zu gehören, die innerlich tragen kann und diese auch zu verstehen. Heindl betont, dass man diese Art von Gesprächen immer mit ihm suchen könne – unverbindlich und auch, wenn der Wunsch nach Wiedereintritt nicht konkret ist. Manchmal komme auch erst fortgeschrittenen Alters, wenn etwas Ruhe im Leben einkehrt, die Frage nach Sinn und Halt auf.

Drei formale Schritte zum Wiedereintritt

Maximal zwei Dokumente und einen Termin brauchen Sie für Ihren Weg zurück in die katholische Kirche:

  • Taufurkunde (diese kann das Pfarrbüro der Kirche, in der Sie getauft wurden, bei Bedarf zuschicken sowie für bestimmte Gemeinden auch das Matrikelamt)
  • Austrittsdokument in Kopie (nur wenn der Austritt nicht auf der Taufbescheinigung vermerkt ist)
  • Gespräch mit einem Seelsorger oder einer Seelsorgerin in Ihrer Pfarrei oder bei der Glaubensorientierung der Erzdiözese München und Freising. Sie übernimmt die weitere administrative Abwicklung und leitet die Unterlagen an die zuständigen Stellen weiter. Sie müssen sich also weiter um nichts kümmern.

Kirche als äußere und innere Heimat

Heindl fasziniert, wie Menschen aus allen Lebensbereichen in der Kirche zusammenkommen, um Gott zu loben, ihre Beziehung zu ihm pflegen und einander unterstützen: „Für mich ist die Kirche äußere und innere Heimat. Äußerlich, weil sie als Sozialstruktur eine große Kraft entfaltet: Sie bewegt Menschen zu gemeinsamem Gebet und sozialem Engagement. Sie bringt in unverbindlichen Zeiten Verbindlichkeit in die Gesellschaft ein – das beeindruckt mich. Innerlich, weil ich dankbar bin für Menschen, die mit mir an etwas Absolutes glauben, an etwas, das größer ist als ich selbst. Das hilft mir, über mich hinauszusehen.“

Dieses innere Zuhause sei für ihn der Glaube an Jesus Christus, der stets Vorbild bleibe. Die Kirche bewahre dieses „Original“ und schütze davor, es in bloß individuelle Vorstellungen aufzulösen: „Ich orientiere mich immer wieder an Jesus Christus und seiner Botschaft. Dabei denke ich mir: Wenn es dir gelingt, mehr von dem zu leben, was du von ihm verstanden hast, dann ist das gut – für dich und für die Welt. In einer Gemeinschaft zu sein, in der andere das Gleiche wollen, gibt mir Halt und erfüllt mich mit Frieden.“

Zur Person

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Seit September 2024 ist Pater Dr. Bernhard Heindl SJ priesterlicher Mitarbeiter bei der katholischen Glaubensorientierung in München. Zuvor war er Kirchenrektor in Innsbruck, Spiritual für pastorale Mitarbeiter in Hamburg sowie im Jesuitenorden als Ausbildungsdelegat und in der Berufungspastoral tätig. 

Schon zu Beginn seiner Laufbahn wirkte er in der Glaubensinformation in Berlin. Dort war er ebenfalls für Wiedereintritte zuständig.

Fachbereich Glaubensorientierung

Leitung: Dr. Gabriela Grunden

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Pater Dr. Bernhard Heindl SJ

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