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Kardinal Marx: „Krieg sät Hass auf Generationen in die Zukunft hinein“
Kardinal Reinhard Marx warnt mit eindringlichen Worten vor den Auswirkungen von Krieg und Gewalt. Bei seiner Predigt am dritten Fastensonnta...
Auf der Frühjahrsversammlung des Diözesanrats der Katholiken der Erzdiözese am 14. März 2026 in Mühldorf am Inn hat sich Kardinal Reinhard Marx entschieden gegen das Vorgehen Israels und der USA gegen den Iran gewandt. „Es gibt keine Kriterien, die ich erkennen kann, die den Krieg Amerikas und Israels jetzt rechtfertigen. Nach den Kriterien der katholischen Soziallehre ist dies ein illegitimer Krieg, den wir nicht akzeptieren können“, so der Erzbischof, der weiter ausführte: „Krieg ist das schlimmste Übel, er zerstört die Seelen und die Moral, der Preis ist hoch, gerade für die Zivilbevölkerung, und es ist fraglich, ob das Instrument des Krieges wirklich eine Verbesserung der Verhältnisse bringt.“
Der Kardinal sieht auch die generelle Weltlage mit Sorge: „Die großen Themen wie der Universalismus, der eine Planet, die Verantwortung aller – das steht nicht mehr im Fokus. Die Neuordnung der Großmächte drückt die Themen ‚unter ferner liefen‘, und so ist vieles weg, wofür wir lange gekämpft haben und weiter kämpfen werden.“ Nötig sei jetzt eine „gerechte Ordnung des Handelns, auf die wir uns verlassen können“ – Richtschnur seien hier die Enzyklika „Fratelli tutti“ von Papst Franziskus und die katholische Soziallehre. Gleichzeitig erinnerte Reinhard Marx an die Relevanz Europas auch als „ethisches Projekt, als christliches Projekt“: „Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen, jetzt erst recht, da müssen wir dabei sein, auch als Kirche und als einzelne Bürger.“
Die Bedeutung demokratischer Werte hob Kardinal Marx auf der Frühjahrsversammlung auch bei einem Podium zum Versammlungsthema „Mehrwert durch Werte. Perspektiven zur Sozialen Marktwirtschaft“ hervor: „Soziale Marktwirtschaft und Demokratie sind koextensiv, sie sind ein Aushandlungsprozess, dazu gehört Vertrauen.“ Polarisierung und „Schwarz-Weiß-Malerei“ führten hier nicht weiter, es brauche eine konstruktive Diskussion. „Daher mein Appell an die Parteien der sogenannten Mitte, einen vernünftigen Diskurs zu pflegen“, so der Kardinal. Allgemein forderte er auf: „Wir müssen das Vertrauen aufbringen, dass die Politiker um einen Kompromiss ringen, damit alle würdig leben können. Das traue ich allen großen Partien zu, den radikalen nicht.“