Eine junge Frau mit blauem Schal, blaßblauer Strickjacke und blauem Pullover lächelt in die Kamera.
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Die neu gewählte Pfarrgemeinderätin Veronica Maidl ist stolz darauf, sich am „schlagenden Herz einer Pfarrei“ einbringen zu dürfen.

Der Pfarrgemeinderat – „das schlagende Herz einer Pfarrei“

Steigende Wahlbeteiligung, viele neue Kandidierende und auch junge Menschen, die sich engagieren: Die Pfarrgemeinderatswahlen im Erzbistum zeigen positive Entwicklungen. Drei der frisch gewählten Pfarrgemeinderätinnen und Pfarrgemeinderäte berichten, warum sie sich kirchlich engagieren.

„Gemeinsam gestalten – gefällt mir“: Unter diesem Motto haben Katholikinnen und Katholiken in der Erzdiözese München und Freising am 1. März in 717 Pfarreien rund 5.000 neue Pfarrgemeinderäte gewählt. Denn vieles, was eine Pfarrei lebendig macht – Begegnungen, Veranstaltungen oder Initiativen – wird von Menschen getragen, die sich ehrenamtlich engagieren: im Pfarrgemeinderat, der demokratisch gewählten Vertretung des Kirchenvolkes auf Pfarreiebene.

Positive Trends und neue Gesichter

Die Ergebnisse der Wahlen zeigen einige positive Entwicklungen. Rund 202.000 Wahlberechtigte beteiligten sich an der Abstimmung. Damit lag die Wahlbeteiligung mit etwa 17 Prozent deutlich über der von 2022. Gleichzeitig zeigt sich auch in den Gremien selbst Bewegung: In zahlreichen Pfarreien stellten sich viele Kandidierende zur Wahl – neben langjährigen Mitgliedern auch viele neue Engagierte. Rund ein Drittel der Mitglieder ist erstmals im Pfarrgemeinderat vertreten. So vereinen sich dort künftig Erfahrung und Kontinuität mit neuen Perspektiven und frischen Impulsen.

Ein junger Mann mit Schirmmütze steht vor einer Kirchentür.
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Vincent Reed möchte seine Pfarrei für junge Menschen und Familien noch attraktiver machen.

Auch sehr junge Menschen engagieren sich in den Pfarrgemeinderäten. Einer von ihnen ist Vincent Reed. Der 18-Jährige macht eine Ausbildung zum Zimmerer und ist Ministrant in seiner Pfarrei St. Kastulus Moosburg im Pfarrverband Moosburg-Pfrombach. Nun wurde er erstmals in den Pfarrgemeinderat gewählt. In seiner Pfarrei will er künftig die Jugend vertreten: „Ich möchte in der Pfarrei etwas bewegen und mehr Ideen der Jugend einbringen“, sagt er. Besonders einsetzen will er sich auch für die Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren in der Pfarrei, beispielsweise zwischen Pfarrgemeinderat, Ministrantinnen und Ministranten. Sein Ziel: die Pfarrei für junge Menschen und Familien noch attraktiver zu machen.

Ehrenamt trägt die Gemeinde

Damit in einer Pfarrei Leben entsteht, braucht es Menschen, die anpacken. Das sind in vielen Gemeinden die Mitglieder des Pfarrgemeinderats – ehrenamtlich oder, wie es manchmal heißt, „für Gotteslohn“. Selbst die Durchführung der Wahl war nur durch ehrenamtliches Engagement möglich. In den Pfarreien wurden bereits im vergangenen Herbst Wahlausschüsse aus Mitgliedern der Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltungen gebildet, die die Wahl gemeinsam mit hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorbereiteten. Am Wahltag gaben die Mitglieder der Wahlausschüsse die Ergebnisse der Urnen- und Briefwahl nach Schließung der Wahllokale direkt in das Wahlportal ein. Dort waren die Ergebnisse der Online-Wahl bereits verfügbar, und das endgültige Ergebnis somit sofort abrufbar. Die Möglichkeit zur Online-Wahl nutzten mehr als 141.000 Menschen – knapp zwei Drittel aller Wählenden. Sie wurde vielerorts als unkompliziert und zeitgemäß wahrgenommen und erhielt viel positives Feedback.

„Ich empfinde es als großes Privileg, nicht nur zuzuschauen, sondern konkrete Impulse setzen zu dürfen.“

Veronica Maindl

Auffällig ist zudem der hohe Anteil von Frauen in den neuen Gremien: künftig sind 69 Prozent der Pfarrgemeinderatsmitglieder weiblich – noch etwas mehr als in der vergangenen Wahlperiode. Frauen bereichern damit entscheidend das kirchliche Leben.

Zu ihnen gehört Elisabeth Krenn aus der Pfarrei St. Nikolaus Marktschellenberg im Pfarrverband Stiftsland Berchtesgaden. Die 49-jährige examinierte und freiberuflich tätige Hebamme engagiert sich seit mehr als drei Jahrzehnten im Pfarrgemeinderat – seit 2018 auch als Vorsitzende. „Ich bin seit 1994 im Pfarrgemeinderat und finde es spannend, was sich die letzten 30 Jahre alles verändert hat“, sagt sie. „Die Mitgestaltung des Lebens in der Pfarrei motiviert mich immer wieder aufs Neue.“ Ein gutes Zeichen ist für Elisabeth Krenn, dass viele Kandidierende für die Wahl gewonnen werden konnten: „Wir werden über ein gut aufgestelltes Gremium verfügen. Ganz besonders freut es mich, dass wir viele junge Leute motivieren konnten.“ Ihr ist besonders auch der Austausch mit den Vereinen und Bürgern im Ort wichtig: „Damit ein gutes Miteinander stattfinden kann.“

Eine Frau mit Brille und Zopf in einem blaugestreiften Shirt vor einer beigen Wand stehend lächelt in die Kamera.
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Elisabeth Krenn: "Die Mitgestaltung des Lebens in der Pfarrei motiviert mich immer wieder aufs Neue.“

Der Pfarrgemeinderat – „das schlagende Herz einer Pfarrei“

Auch Veronica Maidl bringt sich künftig im Pfarrgemeinderat im Pfarrverband Menzing ein. Die 46-jährige Senior Product Managerin in der Verlagsbranche engagiert sich bereits im Kindergottesdienst-Team sowie im Elternbeirat eines katholischen Kindergartens.

„So etwas wie das schlagende Herz einer Pfarrei“ ist der Pfarrgemeinderat ihrer Ansicht nach: „Ich empfinde es als großes Privileg, nicht nur zuzuschauen, sondern konkrete Impulse setzen zu dürfen“, sagt sie über ihr Ehrenamt. Sie freut sich am meisten auf die Zusammenarbeit mit ihren neuen Kolleginnen und Kollegen im Pfarrgemeinderat. Ihre Motivation: „Menschen neu für Kirche zu begeistern, ihnen Räume der Begegnung zu eröffnen und ihnen zu zeigen, dass Kirche auch heute ein Ort sein kann, an dem man sich aufgehoben fühlt.“

Sie und die neu gewählten Pfarrgemeinderäte werden in den kommenden vier Jahren das Leben in ihren Pfarrgemeinden mitgestalten – mit viel Herzblut, Engagement und dem Wunsch, Kirche vor Ort lebendig zu halten. Zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen will Veronica Maidl attraktive Angebote schaffen, die sich an den Lebensrealitäten der Menschen orientieren: „Ich bin überzeugt: Kirche kann sehr wohl attraktiv sein – wenn sie die Menschen ernst nimmt, ihnen zuhört und Angebote schafft, die unmittelbar mit ihrem Alltag zu tun haben. Genau dafür möchte ich mich einsetzen.“