In malerischer Lage an der seeartig aufgestauten Isar und am Rande eines wertvollen Vogelschutzgebiets steht weithin sichtbar die stattliche Pfarrkirche von Eching.
816 Urpfarrei der Stadt Landshut / 1595 Inkorporierung an Stift St. Martin / 1708-11 Neubau der Kirche durch den Landshuter Stiftsbaumeister Wolfgang Ehehamb / aufwendige barocke Ausstattung als Stiftung der Grafen von Preysing / 2010-13 Gesamtrestaurierung
Als Stiftung der im nahen Kronwinkl ansässigen Grafen von Preysing entstand Anfang des 18. Jahrhunderts ein hochbarocker Kirchenbau von seltener Geschlossenheit und hohem künstlerischen Anspruch. Der schlichte, aber wohl proportionierte, tonnengewölbte Saalbau mit seinen zahlreichen Fenstern bildet den vornehmen, lichten Rahmen für die majestätisch anmutende, aufwendige Altarausstattung aus Stuckmarmor. Der Farbakkord aus hellem Grau, Schwarz und Rot vor dem strahlenden Weiß der Wände unterstreicht die feierliche Note des Raums. Ergänzt durch eine Vielzahl qualitätvoller Gemälde, entsteht ein eindrucksvolles Zeugnis adliger Repräsentationsfreude des Barock. Der ausgeprägt italienische Charakter des Innenraums spiegelt den höfischen Anspruch und Geschmack der Zeit wider. Selbst das Hochaltarbild wiederholt ein berühmtes Gemälde des Florentiner Malers Andrea del Sarto.
Zu den unscheinbaren Kostbarkeiten des Raumes zählen die seidig-glänzenden Wand- und Gewölbeoberflächen. Nach Abnahme späterer Anstriche kamen bei der letzten Renovierung in seltener Weise nahezu vollständig erhaltene, originale Wandflächen des frühen 18. Jahrhunderts zum Vorschein. Die seinerzeit aufwendige Kalkglätte war ein wesentliches Mittel, um der Architektur malerischen Glanz zu verleihen. Das in den Wänden reflektierte Licht wirkt aktiv in die Raumgestalt hinein.
Inspiriert von der noblen, weißen Raumschale und der reichen, hochbarocken Stofflichkeit in den Gemälden schuf Susanne Wagner, München, die zentralen liturgischen Orte Altar, Ambo und Taufe. Sie sind aus heller Keramik gefertigt, die in Faltungen, Schichtungen und weichen Schwüngen ein dynamisches Element in die strenge Architektur bringen. Der weiße Ton antwortet in seinem feinen Glanz auf die Wandflächen und erinnert subtil an die Blütezeit des Porzellans und die lange Tradition der Herstellung von Keramik im Landshuter Raum.
Prunkstück und künstlerischer Höhepunkt der malerischen Ausstattung ist der fünfteilige Gemäldezyklus an den Wänden mit den Darstellungen „Anbetung der Könige“, „Ruhe auf der Flucht“, „Kreuztragung“, „Kreuzabnahme“ und „Emmaus-Mahl“. Die vermutlich von einem italienischen Meister (Antonio Triva?) geschaffenen Bilder dürften in Zweitverwendung in die Kirche gelangt sein. Die Grafen von Preysing besaßen einst die größte Gemäldesammlung nach der des Kurfürsten und stifteten diese wohl aus ihrem reichen Bestand.
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