Das ehemalige Benediktinerkloster Attel auf einer Anhöhe über dem Fluss mit Spiegelung im Wasser und umgebenden Bäumen.
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Die hochbarocke Klosterkirche spiegelt sich im Inn.

Pfarrkirche St. Michael in Attel

Das ehemalige Benediktinerkloster Attel erhebt sich in stolzer Lage weithin sichtbar auf einer Anhöhe über dem Inn. Berge sind seit jeher bevorzugte Gnadenstätten des Erzengels Michael. Ihm geweihte Kirchen traten dabei häufig an die Stelle vormals heidnischer Kult- und Opferplätze, zum Beispiel für Wotan.

807 Erwähnung einer „Michaelszelle“ / 1038 Gründung des Benediktinerklosters / 1713-15 Neubau der Klosterkirche / um 1765 ergänzende Ausstattung / 1803 Säkularisation / 1873 Übernahme durch die Barmherzigen Brüder (Stiftung Attl) / 2010-13 Gesamtrestaurierung

Die hochbarocke Klosterkirche entstand 1713 bis 1715 nicht nur im Auftrag, sondern auch nach Plänen des Abtes Cajetan Scheyerl als weiträumiger Wandpfeilersaal mit umlaufenden Emporen und Tonnenwölbung. Den lichtreich inszenierten Hochaltar von 1731 schmückt eine spätbarocke Kopie nach dem Hochaltargemälde des Freisinger Doms von Peter P. Rubens mit der seltenen Darstellung der „Apokalyptischen Frau“, die vom hl. Michael verteidigt wird. Linkerhand im Chorraum befindet sich seit 1786 das frühbarocke Retabel der nach einem Hochwasser abgebrochenen Wallfahrtskirche „Unser Herr im Elend“ mit einem als wundertätig verehrten, spätromanischen Kruzifix des frühen 13. Jahrhunderts.

Blick in den Kirchenraum von Kloster Attel, braune Bänke, 6 Seitenaltäre und weiße Säulen
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Der Kirchenraum von Kloster Attel: Ein Übergang vom Barock zum frühen Rokoko.

Stuckierung

Die schlichte Raumhülle ist vollflächig von einer reichen, bauzeitlichen Stuckierung des Wessobrunner Meisters Gabriel Zöpf überzogen. Vegetabiles Rankenwerk, Girlanden, Rosen, Festons und Blumenbouquets beschreiben einen paradiesischen Garten als Abbild des Himmels auf Erden. Das feine Relief und die lockere Verteilung der Ornamente lassen bereits den Übergang vom Barock zum frühen Rokoko erkennen. Der noble Farbklang von Weiß, Grün und Gelb und der bewusste Verzicht auf Deckenbilder unterstreichen diesen Eindruck.

Zelebrationsaltar auf der Altarinsel aus Marmor
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Der Zelebrationsaltar spielt mit dem Motiv des Wassers.

Zelebrationsaltar

In der Mitte des Chors steht seit 2013 der neue Zelebrationsaltar der Münchner Künstlerin Sina Wagner, hervorgegangen aus einem Studienprojekt mit der Akademie der Bildenden Künste München. Das goldglänzende Gerüst aus Messing umschließt ein vom Motiv des Wassers inspirierter, gläserner Mantel. So wird das von Osten einfallende Licht an dunkler Stelle des Raumes wie in einem „gläsernen Meer“ eingefangen. In der kristallartigen Anmutung wird der Altar als Symbol Christi auf Erden sinnbildlich erfahrbar.

Atteler Madonna als weiße Skulptur mit sitzender Frau und kleiner Figur vor goldenem Altarrahmen mit Kerzen.
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Zeitgenössische Neuinterpretation der Atteler Madonna.

Atteler Madonna

Das berühmteste Bildwerk der Kirche ist die „Atteler Madonna“ von Ignaz Günther, ein Hauptwerk des Rokoko, um 1760 bis 1770 für den Rosenkranzaltar geschaffen. Die einstmals in dem kostbaren Schrein stehende Statuette der „Immaculata“ (Maria als rein Empfangene) befindet sich heute aus Sicherheitsgründen im Diözesanmuseum Freising. Für den historischen Rahmen schuf die Münchner Künstlerin Elke Härtel 2012 eine zeitgenössische Neuinterpretation dieses Themas mit vielfältigen Bezügen zum Güntherschen Original.

Anfahrt im Auto, nächster Bahnhof Wasserburg, barrierefreundlicher Zugang.

Pfarrei St. Michael Attel

Attel 36

83512 Wasserburg

08071 920980