Inmitten des Ortes Mettenheim erhebt sich im ummauerten Friedhof und südlich des ehemaligen Ökonomiegebäudes der stattliche Barockbau des Freisinger Hofbaumeisters Dominikus Glasl. Den Auftrag für die Kirche hatte er wohl bekommen, weil er zuvor im nahegelegenen Zangberg tätig war.
1717 Abbruch der alten Kirche / 1720 Neubau durch den Freisinger Hofbaumeister Dominikus Glasl und Palier Corbinian Pachmayr, Stuck wohl von Niklas Liechtenfurtner / 1730 Turmumbau / 1975 und 1992 Gesamtrestaurierung / 2008 Restaurierung des Erzengelzyklus
Dem vierachsigen Langhaus schließt sich im Osten der halbrund schließende Chor an und im Westen steht der mittig in den Bau durch seitliche Anbauten integrierte Turm, der in seinen unteren Geschossen wohl auf ältere Zeit zurückgeht. Im Inneren offenbart sich die Pracht des ausgehenden Barock: Kräftige Wandpfeiler gliedern die Seiten und die geschweift bogigen Fenster fluten den Raum mit Licht. Überaus kostbar und würdig zeigt sich die Gestaltung der Raumschale. Feinster Stuck in der Gestalt von Akanthusranken, für den wahrscheinlich Niklas Liechtenfurtner aus Freising verantwortlich ist, umgeben die vielgestaltigen Deckengemälde, die das Wirken des Erzengels und seiner Mitstreiter veranschaulichen und erlebbar machen.
Das Hauptgemälde des Langhauses zeigt die Schlacht am Weißen Berg, als die protestantischen, böhmischen Stände unter Friedrich V. von der Pfalz den kaiserlichen und bayerischen Truppen der Katholischen Liga im Jahr 1620 unterlagen. Inmitten des Schlachtgetümmels beraten sich vor einem Zelt Herzog Maximilian und Feldherr Tilly, der Karmelitermönch zeigt das Kreuz als Zeichen des Sieges. In himmlischer Sphäre erfüllt der hl. Michael reitend gemeinsam mit anderen Engeln den göttlichen Auftrag und führt die Katholiken zum Sieg.
Über den Durchgängen zu beiden Seiten des Hochaltars nimmt die barocke Verkündigungsgruppe Aufstellung – Maria steht links und der Erzengel Gabriel rechts. Dieses Ereignis, das den gesamten Chorraum erfüllt, markiert den Beginn des Neuen Bundes. Seitdem lebt die Menschheit unter der Gnade und wird dies bis ans Ende der Zeiten tun. Die jugendliche Maria steht am Lesepult und greift sich ehrfürchtig erschrocken an die Brust, als sie den vornehmen Engel des Herrn erblickt, der ihr die frohe Botschaft übermitteln wird.
Kunsthistorisch höchst bedeutend ist der spätbarocke Erzengelzyklus der Mettenheimer Kirche. Über den Innenraum verteilen sich die insgesamt sieben Erzengel, die in ihrer Formierung im katholischen Bayern – gewöhnlich kennt man drei – einzigartig sind. Barachiel steht an der Nordwand bei der Empore. Elegant ist seine schlanke Statur, die in feine Gewänder gehüllt ist. Die mächtigen Flügel ruhen am Rücken und unbefangen blickt er dem Betrachter entgegen, während er einen Korb voller Rosen darreicht und damit anzeigt, dass er zu geben und helfen bereit ist.