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Bei Schneefall kamen Gläubige zu Palmsonntagsprozessionen zusammen wie hier in Reit im Winkl.
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Viele Gläubige feiern Palmsonntag im Schnee – Erzbischof ruft zum Frieden auf

Gläubige haben dem Wetter getrotzt und den Palmsonntag bei winterlichen Verhältnissen mit Prozessionen gefeiert. Im Münchner Liebfrauendom rief Kardinal Reinhard Marx in seiner Predigt dazu auf, die Kriege zu beenden. Er erinnerte an die Bedeutung des Bildes von Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem.

Mit dem Palmsonntag hat die Karwoche begonnen, in der das Kirchenjahr seinem Höhepunkt entgegengeht. Bis zum Karsamstag gehen Christinnen und Christen den Weg Jesu bewusst mit: In Palmsonntagsprozessionen gedachten Gläubige im Erzbistum seines umjubelten Einzugs in Jerusalem, heuer vielerorts bei Schneefall.

Kardinal Reinhard Marx rief in seiner Predigt im Münchner Liebfrauendom indes zu einem Ende der im Nahen Osten und der Ukraine tobenden Kriege auf: „Das Wichtigste im Krieg ist die Beendigung des Krieges, einen Weg zu finden, ihn zu beenden“, sagte der Erzbischof von München und Freising: „Da appelliere ich an alle Verantwortlichen, alles zu versuchen, um ein Schweigen der Waffen zu ermöglichen und dann miteinander zu reden, zu schauen, wie man eine friedliche Koexistenz erreichen kann und vielleicht, in Generationen, auch eine Versöhnung.“ Christinnen und Christen seien dabei besonders gefragt.

Kurz erklärt: Palmsonntag

Am Palmsonntag wird an den umjubelten Einzug Jesu in Jerusalem erinnert. Er bildet den Auftakt der Karwoche: Von Gründonnerstag, 2. April, bis Ostersonntag, 5. April, gedenken Gläubige des Leidens, des Todes und der Auferstehung Jesu Christi, die im Mittelpunkt des christlichen Glaubens stehen. Am Palmsonntag machen Christinnen und Christen traditionell besonders auf die Situation im Nahen Osten aufmerksam. 

Kardinal Reinhard Marx: „Ein Friedensfürst zieht ein – nicht ein Kriegsheld“

Der Erzbischof bezog sich in seiner Predigt auf das „wunderbare Bild“ von Jesus, der auf einem Esel in die Stadt Jerusalem reitet: „Ein Friedensfürst zieht ein – nicht ein Kriegsheld.“ Wie die Welt, so sei auch die Bibel voller Gewalt. „Aber das Zielbild, auf das alles zuläuft, ist nicht der Krieg, sondern der Friede.“

Mit Blick auf das Heilige Land zeigte sich Kardinal Marx „erschüttert über den Krieg, über alle Kriege, darüber, dass die Welt mit den Kriegen uns so nahe gerückt ist. Kriege hat es immer gegeben, wir haben sie vielleicht übersehen, aber jetzt sehen wir die schrecklichen Bilder des Krieges in der Ukraine und der ganze Nahe Osten steht in Flammen.“ Die Folgen dieser Kriege seien kaum abzuschätzen, betonte Kardinal Marx, „Folgen des Hasses, der Gewalt, der Abrechnung, über Generationen hinweg“.

Am kommenden Mittwoch (1. April) wird Kardinal Marx im Münchner Liebfrauendom die Chrisammesse feiern, bei der die heiligen Öle für die Spendung der Sakramente geweiht werden. Die weiteren Gottesdienste der Karwoche finden Sie unter „Termine“ und „Gottesdienste“. (bs/af)