Von Gmain bei Brannenburg aus führt ein beschaulicher Kreuzweg durch den Wald hinauf zur auf einer Lichtung liegenden Wallfahrtskirche Mariahilf auf Schwarzlack. Gemeinsam mit dem Gasthof bietet der einzigartige Weiler geistliche und leibliche Fürsorge für alle Besucher. Seit 1659 ist dieser Ort belebt, der Eremit Georg Tanner hatte mit Genehmigung des Brannenburger Hofmarksherrn eine hölzerne Klause und Kapelle errichtet, letztere für ein Mariahilfbild.
1659 Errichtung einer hölzernen Klause und Kapelle für ein Mariahilfbild durch den Eremiten Georg Tanner / 1685 fürstbischöfliche Erlaubnis für einen größeren Holzbau / 1751-1754 steinerner, barocker Neubau durch den Philipp Millauer von Hausstatt bei Feilnbach / ab 1755 nach Brand Wiederaufbau
Viele Gläubige kamen hier zu Maria, seit 1723 wurde täglich Messe gelesen. Deshalb erbaute man ab 1751 eine steinerne Kirche, an der vielleicht die Gebrüder Gunetzrhainer mitplanten. Der spätbarocke Bau zeigt sich außen schlicht und längsgerichtet, im Westen aber empfängt er den Besucher mit einer imposanten Barockfassade. Innen offenbart sich ein spannungsreich strukturierter Raum: Pilastergliederung an den Wänden, Quertonnen und Emporen an den Schmalseiten sowie ein Laienraum, der durch abgeschrägte Ecken und Tonnengewölbe nahezu zum Zentralbau wird.
Um 1765 schuf Joseph Götsch aus Aibling im Stil des Rokoko den Hochaltar zu Ehren des Gnadenbilds und des hl. Johannes Nepomuk. Säulen und schwingende Gesimse rahmen die zentrale, plastische Darstellung ein, die oben das strahlenbekränzte Mariahilfbild des Eremiten Georg Tanner zeigt, dem darunter der hl. Johannes Nepomuk, ein überaus beliebter Heiliger im 18. Jahrhundert, bewegt seine Ehre erweist. Links hinten ist die Brannenburger Kirche auf einem Felsen vor einer Gebirgslandschaft zu sehen.
Die Opferstöcke des Rokokos, die sich am Gitter und an der letzten Bankreihe befinden, wurden von Franz Plazer, wohl ein einheimischer Schmied, um 1770 geschaffen. Sie zeigen sich als balusterförmige, hölzerne Stelen, die stabil im Boden verankert wurden. Oben ist ein eiserner, verschließbarer Kasten eingelassen, der zudem von einem breiten Eisenband gesichert wird. Ein Bogenblech darüber schützt den Einwurf. Die massive Machart der Stöcke bezeugt das hohe Aufkommen an Wallfahrern, die Maria Geld stifteten.
Neben den Gemälden am Gewölbe, die sich auf das Leben Mariens beziehen (Geburt Christi und Mariä Himmelfahrt) sind an den Langhauswänden vier queroval gerahmte Bilder von 1818 zu sehen, die noch sehr der Malweise des Rokoko ähneln. Sebastian Rechenauer d. Ä. hat sie geschaffen, um den Gläubigen bildlich zu zeigen, wobei Maria geholfen hat respektive helfen kann – bei Krieg und Krankheit sowie bei Nöten durch Wasser und Feuer. Durch ihre Lage an den Wänden wird das Wirken Mariens im Innenraum gegenwärtig.
Kirchenstraße 26
83098 Brannenburg
Fußweg durch den Wald von Gmain aus, Gehzeit circa 25 Minuten, Gasthof Schwarzlack außer Dienstag und Mittwoch jeden Tag von 10-22 Uhr geöffnet, keine Barrierefreiheit