Innenansicht der Wallfahrtskirche Maria Elend in Dietramszell, mit Hochaltar, Balustrade und Votivbildern an den Wänden.
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Besucherinnen und Besucher erleben im überwölbten Raum die Pracht des ausgehenden Rokoko und des beginnenden Klassizismus.

Wallfahrtskirche Maria Elend Dietramszell

Von Gmain bei Brannenburg aus führt ein beschaulicher Kreuzweg durch den Wald hinauf zur auf einer Lichtung liegenden Wallfahrtskirche Mariahilf auf Schwarzlack. Gemeinsam mit dem Gasthof bietet der einzigartige Weiler geistliche und leibliche Fürsorge für alle Besucher. Seit 1659 ist dieser Ort belebt, der Eremit Georg Tanner hatte mit Genehmigung des Brannenburger Hofmarksherrn eine hölzerne Klause und Kapelle errichtet, letztere für ein Mariahilfbild.

Wohl um 1600 Errichtung einer Feldkapelle / 1687 Neubau der Wallfahrtskirche / um 1790 neue Ausstattung im Stil des Rokoko / klassizistische Stuckierung wohl von Franz Doll aus Wessobrunn / Deckengemälde von Sebastian Troger von 1791 / Restaurierung in den 1980er Jahren

Die Kirche selbst besitzt Zugänge im Westen, Norden und Süden, die beiden letzteren sind außen mit barocken Portalen geschmückt und oben in Nischen zeigen sich bereits der Christus in der Rast und die Mater Dolorosa. Die Zugänge wurden sicherlich für die große Zahl an Gläubigen angelegt, um ein Durchschreiten vorbei am Hochaltar möglich zu machen. Innen erlebt der Besucher im überwölbten Raum die Pracht des ausgehenden Rokoko und des beginnenden Klassizismus. Im Osten baut sich die barocke, hölzerne Empore auf, unter der heute fast alle erhaltenen Votivbilder vereint sind, und im Westen erhebt sich das elegante Rokokoretabel über dem Altar. Am Gewölbe erscheinen in illusionistischer Malerei Maria und Christus in der Lichtöffnung einer Kuppel, die den Raum voller Wallfahrer überwölbt.

Gnadenbild Mater Dolorosa und Christus in der Rast in der Grotte des Altars in Maria Elend Dietramszell.
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Maria erscheint mit dem Schwert als Zeichen ihres Schmerzes in der Brust.

Mater Dolorosa und Christus in der Rast in der Grotte des Altars

Am Altarretabel werden der Christus in der Rast und die Mater Dolorosa als Gnadenbild in einer außergewöhnlichen Gestaltung sichtbar. Sie befinden sich in einer Grotte aus Holz, Tüchern und Stuck und in der Mitte erhebt sich die Geißelsäule mit Geißel und Rute. Christus sitzt links und hat in typischer Weise sein Kinn auf die Hand gestützt. Maria erscheint rechts, tiefer sitzend, mit dem Schwert als Zeichen ihres Schmerzes in der Brust. Die Figuren entstanden um 1650 und könnten demnach bereits in der ersten Kapelle gewesen sein.

Reich verzierte Kanontafeln mit vergoldeten Rahmen stehen auf dem marmornen Altar in Maria Elend, Dietramszell.
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Kanontafeln dienten als Gedächtnisstütze für den Zelebranten und Zierde für den Altar.

Kanontafeln mit Reliquien

Überaus reizvoll ist das Arrangement auf der Mensa des Altars. An in Kupferblech getriebenen, vergoldeten und versilberten Rahmen zeigen sich in geschweiften Öffnungen im Wechsel die typischen Gebete der Kanontafeln und in Klosterarbeit eingebettete Reliquien. Kanontafeln geben das vorkonziliare Messbuch in verkürzter Form wieder, waren also Gedächtnisstütze für den Zelebranten und Zierde für den Altar. Die Reliquien verschiedener Heiliger steigern die Verehrungswürdigkeit des Ortes.

Drei ovale Gemälde zum Marienleben in reich verzierten, silbernen Rahmen an der Kirchenwand in Maria Elend, Dietramszell.
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In kunstvoll getriebenen Rahmen zeigen die Gemälde - bis auf die Kreuzabnahme - die Sieben Schmerzen Mariens.

Sechs Gemälde mit dem Marienleben

In kunstvoll getriebenen Rahmen sind an den Wänden Szenen aus dem Marienleben zu sehen, die bis auf die Kreuzabnahme die Sieben Schmerzen Mariens wiedergeben. Sie wurden um 1790 in sorgsamer Weise auf Leinwand gemalt und zeigen bereits eine klassizistisch beruhigte Malerei. Beginnend an der Südwand sind die Flucht nach Ägypten, die Darbringung im Tempel mit der Weissagung des Simeon, der Verlust des zwölfjährigen Jesus im Tempel, die Begegnung am Kreuzweg, der Kreuzestod Christi sowie seine Grablegung zu sehen.

Anfahrt im Auto, nächster Bahnhof in Holzkirchen, von dort Bus nach Dietramszell, dann zu Fuß nach Maria Elend, ansonsten keine Infrastruktur, keine Barrierefreiheit

Pfarrverband Dietramszell

Am Richteranger 8

83623 Dietramszell

08027 9038-0