Schräger Draufblick auf das Oktoberfestgelände in der Abenddämmerung mit den hell erleuchteten Fahrgeschäften und Buden und dem herausragenden Kettenkarussell, dessen Sessel hoch in der Luft schwingen.
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Ein toller Aus- und Anblick: die Wiesn von oben.

Hinauf auf St. Paul und die Wiesn von oben genießen

252 Treppenstufen, dann hat man es geschafft: Vom Turm von St. Paul in der Ludwigsvorstadt bietet sich zur Wiesn ein 360-Grad-Rundumblick auf die Theresienwiese und ganz München. In diesem Jahr auch erstmals regulär bis 22 Uhr und dem Gesprächsangebot „Mogst reden?“

Ab Samstag (19.09.) um 12 Uhr herrscht wieder Ausnahmezustand in München rund um die Theresienwiese: Der Oberbürgermeister wird mit dem Ausruf „O'zapft is!“ das erste Fass Bier auf dem 191. Oktoberfest anzapfen und so den Startschuss für eine hoffentlich friedliche Wiesn geben, zu der bis zum 4. Oktober 6,5 Millionen Besucherinnen und Besucher erwartet werden.

Nicht wenige dieser Gäste passieren auf dem Weg zu den Festzelten und Fahrgeschäften St. Paul, eine von vier Kirchen in der Pfarrei Heilige Edith Stein. Dass diese Kirche fast unmittelbar neben der Theresienwiese liegt, nutzt die Pfarrei seit über 20 Jahren für ein Angebot nur zu Wiesnzeiten: Besucherinnen und Besucher können den Hauptturm besteigen, um aus 50 Metern Höhe auf das Oktoberfest herabzublicken. Dazu müssen sie 252 Treppenstufen bewältigen, einen Aufzug gibt es nicht.

Erlebnis mit allen Sinnen in luftiger Höhe

Tausende nutzen jährlich in den 16 Tagen Wiesnzeit die Gelegenheit, das größte Volksfest der Welt aus neuer Perspektive zu erleben – aber nicht nur dieses. Denn am Turm läuft in der luftigen Höhe eine Balustrade rundum, es ist also möglich, ganz München in alle Richtungen von oben zu betrachten.

Portal einer Kirche mit zwei Türmen mit türkisfarbenen Hauben vor blauem Himmel.
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St. Paul liegt in Wiesn-günstiger Lage.

„In luftiger Höhe“ ist dabei wörtlich zu verstehen, wie Oliver Schulze Nahrup, der Verwaltungsleiter der Pfarrei, erläutert: „Manche Besucher beschweren sich, dass sie bei Regen nass geworden sind. Wir haben hier im Gegensatz zum Alten Peter halt kein Dach über dem Rundgang.“ Das gewähre ein Erlebnis „mit allen Sinnen“, fügt er augenzwinkernd hinzu.

Je nach Tageszeit und Wetter bildet sich unten im Kirchraum eine lange Schlange vor dem Turmeingang. Ehrenamtliche aus der Gemeinde, die das Eintrittsgeld kassieren, müssen dann schauen, dass nicht zu viele Menschen gleichzeitig nach oben streben, denn neben dem schmalen Treppenaufgang kann auch die Balustrade nicht mehr als 20 Personen gleichzeitig aufnehmen.

„Mogst reden?“ lädt ein, innezuhalten

Nachdem im vergangenen Jahr an zwei Abenden die Öffnungszeit bereits von 21 auf 22 Uhr verlängert worden war, wird es in diesem Jahr montags, mittwochs, freitags und samstags regulär bis 22 Uhr möglich sein, München und die Wiesn in der Dunkelheit zu sehen. „Wir sind sehr häufig darauf angesprochen worden, ob wir nicht länger öffnen könnten“, berichtet Schulze Nahrup.

„Gemeinsam schenken wir Menschen einen Ort der Stille, des Gesprächs und der Hoffnung – mitten im Trubel der Wiesn.“

Schwester Katharina über „Mogst reden?“

Das ist nicht die einzige Neuerung. Die Pfarrei bietet heuer erstmals ein Gesprächsangebot an, das sich auch an die Besucherinnen und Besucher richtet, die wegen der Turmbesteigung St. Paul aufsuchen. Unter dem Motto „Mogst reden?“ laden rund 20 Ehrenamtliche, die sich in den 16 Tagen – außer zu den Gottesdienstzeiten – abwechseln werden, ein, ins Gespräch zu kommen.

Eine Nonne mit Brille lächelt in die Kamera.
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Katharina Eiblmeier entwickelte das Konzept zu „Mogst reden?“

Hinter dem Format steht Schwester Katharina Eiblmeier: „Die Idee reifte letztes Jahr heran. Ich bekam mit, wie viele Leute zur Turmbesteigung in die Kirche kamen. Und es heißt ja, dass Seelsorge da sein soll, wo die Menschen sind, und da lag es nahe, hier ein Gesprächsangebot zu machen.“ Die Gemeindeassistentin konnte Pfarrer Christian Herrmann von dem Projekt überzeugen und als Partner die Spanisch- und die Englischsprachigen Muttersprachlichen Gemeinden gewinnen, die nun auch mit Ehrenamtlichen an Bord sind.

Interessierte können demnächst nicht nur reden, sondern auch mitgestalten und mitwirken: „Man kann eine Kerze entzünden und dabei ein Gebet sprechen oder Tafeln, auf denen Fragen stehen, beschreiben oder Bibelverse und Dank-und-Bitte-Karten, die von uns in vielen Sprachen aufgelegt worden sind, mitnehmen“, erzählt Schwester Katharina, die plant, selbst jeden Tag zwei Stunden vor Ort zu sein.

Ehrenamtliche gesucht für „Mogst reden?“

Hast Du Freude an Begegnung und Gespräch? Schwester Katharina freut sich über weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die ehrenamtlich bei „Mogst reden?“ mithelfen mögen.

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„Mogst reden?“ in St. Paul

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