Im Stile des Blauen Reiters steht ein Kreuz mit Jesus in einer Landschaft mit grün-gelben Wiesen, blauen Bergen und blauweißen Himmel. Vor dem Kreuz kniet eine Frau in Schwarz.
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Das Gemälde „Kruzifix in der Landschaft“ von Marianne von Werefkin entstand 1909.

Himmlisches Wiedersehen im Diözesanmuseum

Epochale Umbrüche des 19. Jahrhunderts beleuchtet das Diözesanmuseum Freising in seiner neuen Sonderausstellung. Gezeigt werden Gemälde von Friedrich Overbeck über Franz von Stuck bis Wassily Kandinsky und Gabriele Münter. Dabei scheinen in mancher Hinsicht Parallelen zur Gegenwart auf.

Die Ausstellung mit dem Titel „Himmlisches Wiedersehen. Von Ludwig I. zum Blauen Reiter“ nimmt ihren Anfang nach Napoleon und Säkularisation, in Zeiten von staatlicher und gesellschaftlicher Neuordnung, als Identitäten zunehmend ins Rutschen geraten. Im von widerstreitenden Entwicklungen, einer vibrierenden Vielfalt und Ungleichzeitigkeiten geprägten „langen“ 19. Jahrhundert macht die Schau Herausforderungen und Spannungen zwischen Glauben und Zweifel, Ordnung und Verführung, Tradition und Moderne sichtbar.

Suche nach Wahrheit in Zeiten großer Verunsicherung

In den ausgestellten Kunstwerken zeigt sich die Suche der Menschen nach Wahrheit in Zeiten großer Verunsicherung. Der Fokus der Schau liegt dabei insbesondere auf der Frage, wie sich christliche Bildwelten veränderten, wer oder was diese beeinflusste und welche Diskurse um die „wahre christliche Kunst“ geführt wurden. So pluralistisch die Gesellschaft sich entwickelte, so vielfältig sind die Antworten: von der Bewegung der romantisch-religiösen Nazarener bis zu den Künstlerinnen und Künstlern des Blauen Reiter, die auch religiöse Bildformen und Volkskunst aufgreifen – allerdings nicht als Bekenntnis, sondern als Möglichkeit, neue Wege der Spiritualität zu erkunden.

Die Ausstellung versammelt mehr als 130 Werke von Bertel Thorvaldsen, Peter von Cornelius und Friedrich Overbeck über Gabriel von Max und Franz von Stuck bis Wassily Kandinsky und Gabriele Münter; sie stammen aus dem eigenen Bestand, aus Privatsammlungen und von renommierten Leihgebern wie der Bayerischen Staatsgemäldesammlung oder der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München. (ck)

Infos & Öffnungszeiten

Die Sonderausstellung im Diözesanmuseum Freising läuft von 17. März bis 26. Juli 2026 und kann täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr besucht werden. Begleitet wird sie von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm mit Führungen, Vorträgen, Workshops und Konzerten, zudem gibt es spezielle Programmangebote für Schulen mit lehrplanrelevanten Themen.