Kardinal Reinhard Marx steht lächelnd hinter einem Blumenstrauß, der in einem Maßkrug steht.
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Kardinal Reinhard Marx begrüßte seine „Gemeinde“ im Festzelt.

Kardinal Marx: „Das Oktoberfest ist eine willkommene Unterbrechung in bedrückenden Zeiten“

„Auf eine friedliche Wiesn!“ Zwar eröffnete Kardinal Reinhard Marx das Oktoberfest am Donnerstag (17.9.) nicht, aber er segnete ein Festzelt und betete für die vielen helfenden Hände.

Am Donnerstagvormittag (17.9.) bot sich ein ungewohnter Anblick im Paulaner-Festzelt auf der Theresienwiese. Auf der Bühne war ein kleiner Altar aufgebaut, Kerzen flackerten. Und die Blaskapelle stimmte keine Polka an, sondern intonierte „Lobe den Herrn“.

In einem großen Festzelt mit gelben Fahnen, die an der Decke hängen, sitzen Männer und Frauen auf Bierbänken. Im Hintergrund steht ein erhöhter Pavillon, auf dem Kardinal Reinhard Marx steht.
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Die Bühne im Festzelt mit Kardinal Marx als etwas anderer Mittelpunkt.

Kardinal Reinhard Marx stattete der Wiesn einen Besuch zwei Tage vor deren Eröffnung ab, um in einer Andacht das Zelt und die Kreuze darin zu segnen. Aber natürlich war es dem Erzbischof auch ein Anliegen, den vielen fleißigen Helferinnen und Helfern zu danken, die bereits jetzt den Aufbau der Zelte und der Buden bewerkstelligen und dann über die 16 Tage des Festes die Gäste bewirten oder die Sicherheit auf dem Gelände gewährleisten werden. Stellvertretend für die rund 13.000 Menschen, die auf dem Oktoberfest arbeiten, nahmen nun einige Hundert an der Andacht teil.

„Ein unglaublicher Aufwand“

„Ich wünsche Ihnen, dass Sie bei all dem Stress auch Spaß haben“, wandte sich Kardinal Marx an die Anwesenden. Dass das Team im Paulaner-Zelt, so wie er höre, seit Jahren stabil zusammen bleibe, sei ein gutes Zeichen.

Ihn selbst habe bei seiner Ankunft in München vor 19 Jahren das Oktoberfest „erstaunt“: „Diesen unglaublichen Aufwand, der hier getrieben wird, dass riesige Zelte auf- und abgebaut werden, das gewaltige Medienecho vor und während des Fests – das kannte ich von den Volksfesten und den Schützenhallen in meiner westfälischen Heimat so nicht.“  Das Auf- und Abbauen von Zelten sei auch ein passendes Bild für „unser Leben“. Im Alten Testament habe Gott zu König David gesprochen: „Ich habe noch nie in einem Haus gewohnt, seit ich die Israeliten aus Ägypten geführt habe. Bis heute ist meine Wohnung immer ein Zelt gewesen, mit dem ich umhergezogen bin.“

Wie die Wiesn zum Kardinal kommt

Zelte mögen auf- und abgebaut werden, aber „im Zelt erfahren wir etwas, was von Dauer ist“, führte der Erzbischof aus. „Hier auf der Wiesn ist es ein Ort der Begegnung und des Feierns, bei dem niemand fragt, wer man ist oder woher man kommt. Es ist eine klassenlose Gesellschaft, die friedlich und freundlich ist, von Ausnahmen abgesehen. Viele sehnen sich nach einem solchen Ort der Begegnung. Wenn Gott unter uns ist, ist das ein Fest – wie es in der Lesung aus dem Buch Jesaja heißt, die wir heute gehört haben: ein Fest mit den feinsten, fetten Speisen und mit erlesenen, reinen Weinen.“ Das Oktoberfest strahle Zuversicht und Hoffnung in die ganze Welt aus. „Wir brauchen solch eine Unterbrechung in diesen bedrückenden Zeiten“, ist der Erzbischof sicher.

Kardinal Reinhard Marx steht auf einer Bühne hinter einem Tisch und hält den Weihwasserwedel in der ausgestreckten rechten Hand. Rechts neben ihm steht ein Priester,  der zu ihm schaut.
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Ein Segen für das Zelt und alle Mitarbeitenden.

In den Fürbitten beteten die Anwesenden für die sichere Anreise der Gäste, für ein frohes Arbeiten und den Schutz aller auf der Wiesn Tätigen, für das gegenseitige Achten und dass das Haus mit „herzlicher Gastfreundschaft erfüllt werde“. Die Bayernhymne schloss die Andacht ab.

Und Kardinal Marx? Wird er die Wiesn besuchen? „Ich versuche es jedes Jahr, aber leider fällt neben meinen vielen Terminen immer die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda in genau diese Zeit. Ich hoffe, dass ich dieses Jahr mit meiner Belegschaft dabei sein kann.“ Aber selbst wenn er es nicht schaffe, komme die Wiesn ja zu ihm. Der Festeinzug geht unter seinem Balkon des Erzbischöflichen Palais in der Kardinal-Faulhaber-Straße vorbei. „Und den schaue ich mir immer an.“ (ra)