München, 3. September 2026. Für Kardinal Reinhard Marx gehört es zu den größten Herausforderungen der menschlichen Gemeinschaft, dass die Stunde des Todes für jeden einzelnen Menschen in Würde stattfinden kann. „Das muss die Kirche in ihrem Wirken immer wieder deutlich machen. Nicht nur darüber reden, sondern es in ihren Krankenhäusern und Heimen auch Tag für Tag praktizieren“, sagte der Erzbischof von München und Freising am Donnerstagnachmittag, 3. September, bei einem Gottesdienst, den er mit Blick auf das bald 100-jährige Bestehen der 1927 gegründeten Ordensgemeinschaft „Sisters of the destitute“ in der Kirche des Barmherzige Brüder Krankenhauses in München feierte. Marx dankte den Schwestern des Ordens, die auf der Palliativ-Station des Krankenhauses tätig sind, für ihren selbstlosen Einsatz und ihr Geschenk an die Menschen, die ihren letzten Weg im Zeichen des Heiligen Geistes gehen und dabei auch Hoffnung erleben könnten.
Er könne und wolle sich keine Welt vorstellen, so Marx, in der die Ausrichtung auf die Schwachen, Kranken, Armen und Sterbenden vergessen werde und nur noch die Starken und Reichen zählten. „Dem Weg Jeus zu folgen, heißt, nicht nur zu beten, sondern zu den Kranken, den Sündern und Verwundeten zu gehen. Es gibt fast keinen Auftritt von Jesu, ohne dass er über die Schwachen, Sünder, Verletzten oder Sterbenden redet“, unterstrich der Kardinal. Dass die Nachfolge Jesu vor allem auch bedeute, sich für das Heil anderer aufzuopfern, sei ein großes Geschenk der Kirche, sagte Marx. Er verwies in seiner Predigt darauf, dass so viele Menschen aus dem Evangelium ihre Kraft „schöpfen und ihr Leben verschenken für die Armen, Kranken, Sterbenden“.
Der Orden der „Sisters of the destitute“, der Schwestern der Ärmsten und Notleidenden, wurde 1927 in Südwestindien gegründet. Seit über 30 Jahren leisten die Schwestern des weltweit tätigen Ordens, dem inzwischen rund 1.400 Frauen angehören, ihren Dienst auch auf der Palliativstation im Barmherzige Brüder Krankenhaus in München, wo sie schwerstkranke Patientinnen und Patienten auf ihrem letzten Weg begleiten. (hor)