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Kardinal Marx: „Die Liebe Gottes ist der Rückenwind für alles“

Erzbischof feiert zum Auftakt der Korbinianswallfahrt ökumenische Kindersegnung im Freisinger Dom

München/Freising, 20. September 2026. Kardinal Reinhard Marx hat an die Kraft der Liebe erinnert, die Misstrauen in Vertrauen und Angst in Hoffnung verwandeln könne. Bei der ökumenischen Kindersegnung, die der Erzbischof von München und Freising im Rahmen der Korbinianswallfahrt mit dem evangelisch-lutherischen Regionalbischof Thomas Prieto Peral am Sonntagnachmittag im Freisinger Dom feierte, wünschte er allen Kindern, dass sie Gemeinschaft, Zuversicht und vor allem die Liebe ihrer Eltern und Großeltern spüren und wissen, dass diese immer für sie da seien. „Die Liebe ist die Grundlage des Vertrauens, mit ihr kann Hass, Streit und Zwietracht überwunden werden.“

Der Kern des Unglücks der Menschen in der Welt, so Marx in seiner Predigt, seien Angst und Misstrauen, die aber durch die Liebe geheilt werden könnten. „Das Evangelium, die Botschaft Jesu, gehört uns allen – den Menschen, den Tieren, der ganzen Schöpfung.“ Zum Start ins neue Schuljahr wünsche er den Kindern, dass sie die Kraft der Liebe erkennen und entdecken, dass sie geliebt und von Gott genau so angenommen werden, wie sie sind. „Die Liebe Gottes ist der Rückenwind fürs neue Schuljahr und für alles, was kommen mag. Das Leben ist ein großes Geschenk“, sagte der Erzbischof.      

Beim Eröffnungsgottesdienst der Korbinianswallfahrt 2026 am Sonntagmorgen im Freisinger Dom hatte Weihbischof Wolfgang Bischof im Hinblick auf das diesjährige Leitwort der Wallfahrt, „Mutig glauben, konsequent leben“, die Frage aufgeworfen, was christlicher Mut heute bedeute. Er verwies auf den heiligen Korbinian und dessen besonderen Glauben, der sich auf den Weg mache und im Leben konkrete Konsequenzen habe. Christlicher Glaube zeige sich vor allem darin, wie mit Menschen umgegangen werde, betonte der Weihbischof in seiner Predigt: „Wer weiß, dass seine eigene Würde von Gott kommt, muss andere nicht klein machen oder ausgrenzen. Mutig glauben und konsequent leben heißt deshalb für mich: dem Evangelium auch dort zu trauen, wo es unbequem wird.“  

Zum Auftakt der diesjährigen Korbinianswallfahrt fanden nach dem Gottesdienst unter anderem Workshops zum heiligen Korbinian im Diözesanmuseum, Bibelerzählungen in der Stadtpfarrkirche St. Georg sowie eine Führung im Freisinger Dom mit Hilfe der „Actionbound“-App statt. Der neue, vorgelagerte Eröffnungstermin liegt nahe am 8. September, dem Todestag des Bistumspatrons, und am Fest Mariä Namen am 12. September, womit auch das Doppelpatrozinium des Freisinger Domes zum Tragen kommt, der Maria und Korbinian geweiht ist. Für die Familien greift das Fest, das auf den Weltkindertag fällt, zudem den Beginn des Schuljahres auf. Die klassische Korbinianswoche schließt sich vom 14. bis 21. November in Freising an und endet mit der Spendung des Korbinianssegens durch Kardinal Marx. 

Der im 7. Jahrhundert im heutigen Frankreich geborene heilige Korbinian ist Hauptpatron des Erzbistums München und Freising. Nach seiner Bischofsweihe in Rom wirkte er als Missionar in Bayern. Sein bekanntestes Attribut ist der Bär: Der Legende nach tötete ein Bär Korbinians Lasttier, woraufhin der Heilige das Raubtier dazu brachte, sein Gepäck bis nach Rom zu tragen. Korbinian starb um 728. Seit 765 ruhen seine Gebeine im Freisinger Dom. (hor)