Kardinal Marx: „Die Liebe Gottes vergisst niemanden“

Aufruf zu Solidarität in Radiobeitrag „Zum Sonntag“

München, 31. Juli 2026. Kardinal Reinhard Marx ruft dazu auf, in den Debatten um den Sozialstaat niemanden aus dem Blick zu verlieren. „Die Liebe Gottes vergisst niemanden, und sie spiegelt sich auch in unserer Bereitschaft zur Solidarität und im Streben nach Gerechtigkeit“, so der Erzbischof von München und Freising in einem Beitrag für die Rundfunkreihe „Zum Sonntag“, der am Sonntag, 2. August, auf Bayern 2 ausgestrahlt wird. Solidarität und Gerechtigkeit seien zentrale Grundlagen des Gemeinwesens und „zentrale Bausteine für den sozialen Frieden und damit den Zusammenhalt in unserem Land“.

Ausgehend von der Wundererzählung von den fünf Broten und zwei Fischen im Sonntagsevangelium verweist Marx auf die Verantwortung, „für sich und für die anderen zu sorgen, nicht so schnell aufzugeben, sich verantwortlich zu fühlen für das Wohl aller“. Gerade angesichts geringer werdender Mittel und der Suche nach größtmöglicher Gerechtigkeit für alle Generationen gebe Jesus den Auftrag, niemanden zu vergessen.

Der Sozialstaat der Zukunft werde nicht krisenfester, „wenn wir nur an einzelnen Schrauben drehen“, betont der Erzbischof. Vielmehr brauche es die Grundüberzeugung, „dass wir alle der Solidarität bedürfen und ebenso alle zum solidarischen Handeln in der Lage und verpflichtet sind“. Solidarität sei Ausdruck einer Haltung gegenseitigen Wohlwollens. Gegen Versuche der Spaltung durch extremistische Kräfte gelte es deshalb klar zu wiederholen: „Alle sind im Blick!“

In diesem Zusammenhang erinnert Marx auch an die besondere Würde älterer Menschen und der Großeltern. Papst Leo XIV. habe kürzlich den Erfahrungsschatz eines langen Lebens ebenso wie die Herausforderung der Gebrechlichkeit betont. Beides sei „gerade nicht Defizit oder gar Last, sondern eine unverzichtbare Bereicherung“. Eine älter werdende Gesellschaft sei „nicht nur eine Belastung, sondern auch ein Reichtum“, so Marx. (glx)

Hinweis: 
Der Hörfunkbeitrag wird am Sonntag, 2. August, um 7.25 Uhr auf Bayern 2 Radio in der Reihe „Zum Sonntag“ ausgestrahlt und kann zudem unter www.br.de/zum-sonntag gelesen und angehört werden.

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