Schlüsselübergabe Ursulinen
Schlüsselübergabe an v.l. Armin Wölfl, CBW Landshut, Direktorin Dunja Müller, Ursulinenrealschule und Dr. Christoph Kürzeder, Diözesanmuseum, Freising.
Landshut, 17. Juli 2026. In die Bildung wird nach Ansicht von Kardinal Reinhard Marx in Deutschland immer noch zu wenig investiert. „Wir brauchen die Bildung mehr denn je“, sagte der Erzbischof von München und Freising bei der Feier zum Abschluss des ersten Bauabschnitts am Freitag, 17. Juli, im generalsanierten Ursulinenkloster in Landshut. Von katholischen Schulen erwarte er, so Marx, „dass sie Vorreiter sind und Maßstäbe setzen. Es sind keine Schulen wie viele andere. Sie sollen das Salz der Erde sein, das Licht der Welt. Wir wollen zeigen, wie es geht und wie es sein sollte, auch wenn das immer eine Herausforderung ist.“ Aus diesem Grund bedauere er es auch nicht, so Marx, dass die Erzdiözese in Landshut „viel Geld, das die Kirchensteuerzahler aufbringen“, investiert habe.
In seiner Ansprache verwies der Erzbischof auf die Enzyklika von Papst Leo XIV. zur Künstlichen Intelligenz, „Magnifica Humanitas“. Diese rufe nach zwei Wirklichkeiten, die heute in besonderer Weise herausgefordert seien: „Das eine ist die Bildung. Wie sollen Menschen mit der Technik und den hochkomplexen Werkzeugen ohne wertebegründete Bildung richtig umgehen? Wie sollen sie wissen, was gut und böse ist, was dem Menschen dient und was ihm schadet?“ Nur mit Hilfe der Bildung sei der Mensch in der Lage, betonte der Kardinal, das Neue zu verstehen und richtig zu erfassen, daran zu wachsen und sich neue Möglichkeiten zu erschließen, „und nicht nur der verlängerte Arm der Technik und von Maschinen zu sein“. Die zweite herausgeforderte Wirklichkeit im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz sei die Demokratie, betonte der Erzbischof. „Diese faszinierende Technik kann dem Menschen nur dienen, wenn wir eine Gesellschaft sind, in der Mitbestimmung und Mitentscheidung möglich sind, in der nicht nur einige wenige Großunternehmer das große Geld verdienen.“ Es brauche demokratische Kontrolle, unterstrich der Kardinal, „und Menschen, die mitdenken und mitentscheiden und denen das Gemeinwesen etwas wert ist“.
Sandra Krump, Ressortleiterin Bildung im Erzbischöflichen Ordinariat der Erzdiözese München und Freising, hob in ihrer Ansprache das „reiche spirituelle, kulturelle und pädagogische Erbe“ hervor, das die Erzdiözese mit dem Ursulinenkloster übernommen habe und das es in die Zukunft zu überführen gelte. Sie dankte Kardinal Marx für dessen hohe Wertschätzung für die Bildung, welche „die Entwicklung des Ursulinenklosters zum modernen Bildungsstandort erst möglich“ mache. Die drei Institutionen Ursulinen-Realschule, Christliches Bildungswerk und Klostermuseum würden sich die Räume und den Klosterhof künftig bewusst teilen, so Krump, um sich dieser Aufgabe und Herausforderung zu stellen und den neuen Bildungsstandort mit Leben zu füllen.
Sie verwies darauf, dass die Erzbischöfliche Ursulinen-Realschule als die in Landshut angestammte renommierte Bildungseinrichtung „stets ihr Profil bewahrt und zugleich sehr modern weiterentwickelt“ habe. Das Klostermuseum mache erlebbar, „woher wir kommen, wie christliche Bildung über viele Jahrhunderte entwickelt und gelebt wurde, sodass wir wissen, wer wir sind, damit wir mutig und hoffnungsvoll die Zukunft gestalten können“. Das Christliche Bildungswerk sei als dritter Partner mit dabei, weil Bildung mit dem Schulabschluss nicht zu Ende sei, sondern bedeute, „dass der Mensch ein Leben lang immer mehr zu dem wird, wie Gott ihn gemeint hat“. Die Verantwortlichen der drei Institutionen forderte sie auf, das Ursulinenkloster „als kirchlichen Bildungsort mit Ideen und Kreativität“ zu gestalten, sich vom Gebäude, seiner Geschichte und seinen neuen Möglichkeiten inspirieren zu lassen, damit aus deren Zusammenwirken „ein Ort mit großer Ausstrahlungskraft“ entstehen könne.
Die Direktorin der Ursulinenrealschule Dunja Müller betonte in ihrer Ansprache die „Doppelgestalt des Klosters“ als Ort des Gebets und des Lernens, die in keinem Spannungsverhältnis stünden, sondern gemeinsam das eigentliche Wesen dieses Ortes ausmachten. Das neue Bildungs- und Kulturzentrum mit den drei Partnern unter einem Dach setze diese Tradition „auf neue, zeitgemäße Weise“ fort, „als lebendigen Ort, an dem Wissen, Glaube und Kultur einander begegnen – für unsere Schülerinnen ebenso wie für die ganze Stadt Landshut“. Papst Leo XIV. habe von neuen Landkarten der Hoffnung in der fragmentierten, digitalisierten Bildungslandschaft gesprochen, so Müller, und betonte: „Dieses Haus ist ein Leuchtturm auf einer solchen Landkarte. Es zeigt jungen Menschen, wo Bildung, Herkunft und Glaube zusammenfinden können, gibt Orientierung und lädt alle ein, die diesen Weg mitgehen wollen – als Lernende, als Lehrende, als Gäste, als Nachbarn und Freunde.“ Den Schülerinnen rief sie zu: „Dieses Haus wurde für euch erneuert. Es soll ein Ort sein, an dem ihr etwas lernt fürs Leben – und an dem ihr spürt, dass ihr gehalten seid.“
Mit dem umgebauten Ursulinenkloster in Landshut überführt die Erzdiözese München und Freising das pädagogische Erbe des Ursulinenordens in die Gegenwart und schafft ein attraktives Bildungs- und Kulturzentrum mit unterschiedlichen Partnern unter einem Dach. Im Zuge der Generalsanierung des Klosters investierte die Erzdiözese rund 50 Millionen Euro in den fertiggestellten ersten Bauabschnitt. Dazu kommen weitere Kosten für den zweiten Bauabschnitt in Höhe von rund 12 Millionen Euro sowie Kosten für die Modulschule und den Abbruch der alten Turnhalle. (hor)
Bildnachweis: Robert Kiderle / EOM
Schlüsselübergabe an v.l. Armin Wölfl, CBW Landshut, Direktorin Dunja Müller, Ursulinenrealschule und Dr. Christoph Kürzeder, Diözesanmuseum, Freising.
Gruppenbild zur Schlüsselübergabe v.l. Armin Wölfl, Dunja Müller, Kardinal Marx, Dr. Sandra Krump, Dr. Christoph Kürzeder
Ordinariatsdirektorin Dr. Sandra Krump hob in ihrer Ansprache das „reiche spirituelle, kulturelle und pädagogische Erbe“ hervor, das die Erzdiözese mit dem Ursulinenkloster übernommen habe und das es in die Zukunft zu überführen gelte.
Einer der sanierten Räume des ehemaligen Ursulinenklosters wird künftig als Aufenthaltsraum für das Ganztagesangebot der Ursulinen-Realschule genutzt.
Mit Schwester Andrea, Schwester Theresita und Schwester Valeria (von links) nahmen auch drei Schwestern des ehemaligen Landshuter Ursulinenkonvents an der Segnung teil. Auch der Landshuter Stiftspropst Dr. Franz-Josef Baur war bei der Andacht dabei (links).
Die Räume des ehemaligen Ursulinenklosters wurden mit hohem Aufwand saniert und neu gestaltet.
Die Ursulinen-Realschule teilt sich in Landshut die neuen Räume neben dem Christlichen Bildungswerk auch mit dem Diözesanmuseum Freising, das dort ein neu gestaltetes Klostermuseum eingerichtet hat.