Kardinal Marx: „Synodalität soll Freude machen“

Marx spricht in Impulsvortrag in Katholischer Akademie zur Zukunft der synodalen Kirche

München, 18. September 2026. Kardinal Marx hält weiterhin an der Synodalität als Grundlage zukünftiger Entwicklungen in der Kirche fest. „Ich bereue den Synodalen Weg nicht“, betonte der Erzbischof von München und Freising in seinem Impulsvortrag auf einer Fachtagung der Katholischen Akademie in Bayern und der Erzdiözese München und Freising am Freitag, 18. September, in den Räumen der Akademie in München zum Thema „Der synodale Bischof“. Sie fand anlässlich des 30. Jahrestags seiner Bischofsweihe am 21. September 1996 statt. Eine synodale Haltung bedeute nach Ansicht von Kardinal Marx, auch bei Spannung und Differenzen aufeinander mit dem Gedanken zuzugehen, an einer gemeinsamen Aufgabe und einem Ziel zu arbeiten: „Wir dürfen Synodalität nicht als Machtkampf sehen, sondern als Weg, besser Kirche zu sein.“

Bei der Suche nach Synodalität stelle sich laut dem Erzbischof von München und Freising die Kirche die zentrale Frage, wie sie „einen Weg in die Zukunft finden kann, bei dem alle im Boot bleiben.“ Aus seiner Sicht könne sie sich nur „vom Volk her weiterentwickeln“. Er warnte demgegenüber vor „einem monolithischen Weg, bei dem die Kirche nur in sich selbst nach einer Lösung sucht und sich selbst den Weg weist, bei dem wir nur Enzykliken und Theologen zitieren.“ Es sei wichtig, dass sie auch „einen Roman liest, sich ansieht, was die Sozialwissenschaften sagen, die Politik und die Kultur, dass sie zuhört, diskutiert, Dialog führt“, wie sie das bereits im Laufe ihrer Geschichte oft getan habe. 

Kardinal Marx schloss sich außerdem dem Gedanken an, den Papst Leo XIV. in seiner Enzyklika Magnifica Humanitas formuliert habe, dass die Kirche „die Prinzipien der katholischen Soziallehre auf sich selbst anwenden“ solle. „Wir können Solidarität, Partizipation, Regeln des Miteinanders, Mitverantwortung auf die Kirche übertragen, wir müssen es sogar“, so der Erzbischof, und weiter: „Wir müssen dabei aber auch die ganze Tradition der Kirche mitnehmen; die Stimme derer, die in den letzten 2.000 Jahren dabei waren, muss auch hörbar bleiben.“ Dies sei seiner Ansicht nach der Weg, „eine Kirche zu sein, die glaubwürdig ist, die alle Ressourcen der Getauften und Gefirmten mobilisieren kann, weil alle den Eindruck haben: das ist unsere Sache. Das ist für mich die Synodalität der Zukunft.“ Synodalität bedeute nicht, dass „wir alle ständig über alles miteinander diskutieren, ohne Ergebnis und ohne Freude“. Genau diese sollte jedoch laut Marx bei der Synodalität dabei sein: „Da bin ich leidenschaftlich: Wie können wir einen Weg finden, dass Synodalität Freude macht?“

Zum Auftakt am Freitag, 18. September, beleuchteten unter anderem Thomas Söding, Vizepräsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und emeritierter Professor für Neutestamentliche Exegese an der Ruhr-Universität Bochum, unter dem Blickwinkel „Tradition“ und Michael Seewald, Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, unter dem Blickwinkel „Konzentration“ das Thema der Tagung. Bei der Abendveranstaltung widmete sich Kardinal Marx in einem Impulsvortrag unter der Perspektive der „Innovation“ der „Synodalität als Programm für die Zukunft“. Zusammen mit Annette Schavan, frühere Bildungsministerin und Botschafterin am Heiligen Stuhl, und Charlotte Kreuter-Kirchhof, Professorin der Rechtswissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Mitglied des Vatikanischen Wirtschaftsrats, diskutierte er anschließend unter anderem über Ideen und Konzepte zur Weiterentwicklung des Bischofsamtes. (fho)

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