München, 20. August 2026. Kardinal Reinhard Marx würdigt die Verdienste des Speyerer Bischofs Karl-Heinz Wiesemann, dessen Rücktrittsgesuch Papst Leo XIV. mit dem gestrigen Mittwoch, 19. August, angenommen hat: „Bischof Wiesemann wollte den Schatz unseres Glaubens den Menschen nahebringen. Er wollte eine Kirche, die an der Seite der Menschen steht und für sie in jeder Lebenssituation da ist. Umso schwerer hat ihn der Skandal des sexuellen Missbrauchs in der Kirche erschüttert“, sagt der Erzbischof von München und Freising und ergänzt: „Seine hohe theologische Kompetenz werde ich in der Bischofskonferenz sehr vermissen.“
Mit großem Einsatz habe sich Wiesemann in den Synodalen Weg eingebracht, damit „die Kirche sich mit dem ganzen Volk Gottes gemeinsam auf den Weg macht, den Christus uns weist“, erklärt Marx. Wiesemann sei immer um Ausgleich und einen nie abreißenden Dialog bemüht gewesen; so habe er sich auch in besonderer Weise in der Ökumene engagiert. „Seinen Rücktritt bedauere ich ausdrücklich, zumal wir seit seiner Zeit als Pfarrvikar in meiner Heimatstadt Geseke freundschaftlich verbunden sind. Zugleich habe ich großen Respekt vor seiner in Verantwortung getroffenen Entscheidung“, so der Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz, zu der aus historischen Gründen auch das Bistum Speyer zählt. (ck)