„Menschlichkeit ist das stärkste Mittel gegen Hass“

Kardinal Marx erinnert in Rundfunkbeitrag an Schicksal polnischer Salesianer im Nationalsozialismus

München, 5. Juni 2026. Kardinal Reinhard Marx würdigt das Zeugnis von neun zwischen 1941 und 1942 von den Nationalsozialisten getöteten Priestern des Salesianerordens aus Polen, die an diesem Wochenende in Krakau seliggesprochen werden: „Es berührt mich immer wieder neu, wie sehr gerade diese geschundenen Menschen in den Todeslagern selbst zu Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe fähig waren.“ Die Seligsprechung halte „das Gedenken an Menschen wach, die Menschlichkeit gelebt haben“, erklärt der Erzbischof von München und Freising in einem Beitrag für die Rundfunkreihe „Zum Sonntag“, der am Sonntag, 7. Juni, um 7.25 Uhr auf Bayern 2 Radio gesendet wird. Nach ihrem Vorbild Mensch zu sein, sei nach Ansicht des Kardinals „das stärkste Mittel gegen Menschenfeindlichkeit, gegen Hass, Rassismus, Antisemitismus und völkischen Nationalismus“.

Unter den Priestern, die nun seliggesprochen werden, ist auch Pater Franciszek Miśka, der im Mai 1942 im KZ Dachau starb. Er und seine Mitbrüder haben laut Marx „die Unmenschlichkeit, mit der sie traktiert wurden, nicht weitergeführt, sondern haben ihren Mitgefangenen Glauben, Hoffnung und Liebe gegeben“. Menschen wie Miśka seien „für uns Christinnen und Christen Vorbilder im Glauben an einen Gott, der selbst Mensch wurde“, und der „Mitmenschlichkeit; sie zeigen uns unter unmöglichen Bedingungen die Kraft der Begegnung“. Der Kardinal erinnert auch an die Botschaft der 2025 verstorbenen Holocaustüberlebenden Margot Friedländer: „Seid Menschen!“ Für den Erzbischof von München und Freising ist das Schicksal der neun Männer eine erneute Erinnerung, aufzustehen „gegen Menschenhass und gegen Nationalismus“ und „für die eine Menschheitsfamilie“. 

Für Menschlichkeit in der weltumspannenden Kirche mache sich die Erzdiözese, so Marx, überdies in der Zusammenarbeit mit ihrem Partnerland Ecuador stark: Beim Austausch von Freiwilligen aus Ecuador und der Erzdiözese „erfahren gerade auch junge Menschen: Uns verbindet weit mehr als uns je trennen könnte. Wir sind nur miteinander Mensch“. Die Erzdiözese München und Freising feiert jedes Jahr am letzten Sonntag im Juni deshalb den Ecuador-Sonntag – dieses Jahr am 28. Juni. (fho)

 

Hinweis: 
Der Hörfunkbeitrag wird am Sonntag, 7. Juni, um 7.25 Uhr von Bayern 2 Radio in der Reihe „Zum Sonntag“ ausgestrahlt und kann zudem unter www.br.de/zum-sonntag gelesen und angehört werden.
 

Kardinal Marx wird am Gottesdienst zur Seligsprechung am Sonntag, 7. Juni, im Sanktuarium des Heiligen Johannes Paul II. in Krakau teilnehmen.

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