Quellen des Trosts im Kloster Beuerberg

Diözesanmuseum Freising zeigt Sonderausstellung „Seelentrost – Was uns heilen kann“ Schau mit zahlreichen Kunst- und Kulturschätzen, aktuellen Installationen und einer Stickarbeit von Doris Dörrie

 München, 22. Juni 2026. Mit der Frage, wo und wie Menschen Trost finden bei Krankheit und Not, befasst sich die neue große Sonderausstellung „Seelentrost – Was uns heilen kann“, die das Diözesanmuseum Freising von Mittwoch, 1. Juli, an für ein Jahr im Kloster Beuerberg zeigt. Die Schau wird am Sonntag, 28. Juni, um 15.30 Uhr für geladene Gäste vom Generalvikar der Erzdiözese München und Freising, Christoph Klingan, eröffnet. „Für Menschen in Leid und Not da zu sein und ihnen seelsorglich beizustehen, ist seit jeher eine Kernaufgabe von Kirche“, sagt Generalvikar Klingan: „Klöster haben hier oft wichtige Funktionen und in der Geschichte stets einen Beitrag in dieser Hinsicht geleistet. Auch christliche Kunstwerke können ein Baustein sein, den Menschen die trostvolle christliche Botschaft vor Augen zu führen und sie dabei auch emotional anzusprechen. Das gelingt der neuen Ausstellung unseres Diözesanmuseums in Beuerberg in beeindruckender Weise“, so Generalvikar Klingan. Und er ergänzt mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen: „Gerade in der heutigen, von zahlreichen Krisen geprägten Zeit sind wir als Kirche mit unseren seelsorglichen und caritativen Angeboten gefragt. Wir wollen weiterhin für die Menschen da sein und ihnen Trost, Hoffnung und Zuversicht schenken. Und das nicht nur aus uns selbst heraus, sondern ganz wesentlich aus dem Glauben, motiviert und inspiriert vom Evangelium. Das ist einerseits zeitlos aktuell und andererseits immer wieder in die jeweilige Zeit hinein zu verkünden, wie auch die so unterschiedlichen Ausstellungsexponate eindrucksvoll zeigen.“  

Journalistinnen und Journalisten können sich vorab ein Bild machen bei einem

Presserundgang

am Freitag, 26. Juni, um 11 Uhr

durch die Sonderausstellung „Seelentrost – Was uns heilen kann“

im Kloster Beuerberg,

Königsdorferstraße 7 in Beuerberg, Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Bei dem Rundgang erläutert der Direktor des Diözesanmuseums Freising, Christoph Kürzeder, das Ausstellungskonzept und stellt ausgewählte Objekte vor.

Die mittlerweile siebte Schau, die im Kloster Beuerberg vom Diözesanmuseum Freising gezeigt wird, beleuchtet das Thema der menschlichen Suche nach seelischer und körperlicher Heilung in unterschiedlichen Facetten. Ausgangspunkt ist dabei der Ort selbst, das Kloster als geschützter und schützender Ort mit seinen ehemaligen Bewohnerinnen, und die Frage, inwieweit die klösterliche Spiritualität und Lebensform zu einem gelingenden und heilsamen Lebensweg beitragen.

Dazu dokumentiert die Ausstellung etwa Interviews mit Internatsschülerinnen aus dem zerbombten München, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Kloster Beuerberg Unterschlupf fanden, und Gespräche mit den letzten Schwestern des Klosters, die 2014 Beuerberg verließen. Einen besonderen Blick wirft „Seelentrost“ auf die Zeit der Corona-Pandemie und stellt Strategien vor, mit denen Künstlerinnen und Künstler der Erschütterung sozialer Gewissheiten begegneten und versuchten, die Zeit der Isolation zu bewältigen. Gezeigt wird beispielsweise eine Tischdecke, in wochenlanger Arbeit bestickt von der Filmemacherin Doris Dörrie.

Ihre Besucherinnen und Besucher lädt die Ausstellung im gesamten Erdgeschoss des Klosterkomplexes ein, sich grundsätzlich und auf verschiedenen Wegen mit den Themen Heilung und Trost auseinanderzusetzen. Zu den Exponaten gehören zeitgenössische Klang- und Rauminstallationen, etwa ein vier Meter hohes, begehbares Herz, ebenso wie zahlreiche Kunstwerke und Kulturgüter aus dem reichhaltigen Schatz des Freisinger Diözesanmuseums und des Klosters Beuerberg, darunter Utensilien zur Totenwäsche aus dem 19. Jahrhundert oder „magische“ Amulette aus byzantinischer Zeit, an denen deutlich wird, wie sich in der Kultur des Mittelmeerraums im sechsten und siebten Jahrhundert heidnische, jüdische und christliche Heilsvorstellungen vermischten.

„Seelentrost“ zeigt die mit den historischen Werken verbundenen Vorstellungen und religiösen Praktiken auf und stellt vor allem auch die prägenden Gestalten vor, die zum Teil bis in die jüngste Vergangenheit hinein unser Bild von Heil und Unheil geformt haben. Bei wem suchten die Menschen Zuflucht bei Krankheit und Not – im frühen Christentum der Spätantike, in der Volksfrömmigkeit vergangener Jahrhunderte, während der Corona-Pandemie?

 Das 1121 als Augustiner-Chorherrenstift gegründete Kloster Beuerberg gelangte 1803 im Zuge der Säkularisierung in Privatbesitz, bis es 1846 von Schwestern von der Heimsuchung Mariä, Salesianerinnen genannt, übernommen wurde. Die Schwestern gaben 2014 das Kloster auf und die Erzdiözese München und Freising erwarb den Gebäudekomplex. 2025 wurde es von der Erzdiözese nach einer umfangreichen Sanierung und Neugestaltung als kirchliches Seminar- und Kulturzentrum mit Übernachtungs- und Gastronomieangebot wiedereröffnet. (ck)

Hinweise:

Journalistinnen und Journalisten melden sich zum Presserundgang am Freitag, 26. Juni, wie auch zur Eröffnung mit Generalvikar Christoph Klingan am Sonntag, 28. Juni, bitte per E-Mail unter pressestelle@erzbistum-muenchen.de oder per Telefon unter 089/2137-1263 an. Unter www.erzbistum-muenchen.de/presse sind vom 26. Juni an Bilder für die Berichterstattung zum Download verfügbar.

Zur Ausstellung gibt es ein umfassendes Begleitprogramm aus Führungen, Workshops, Konzerten und Veranstaltungen; Termine können aktuell unter www.dimu-freising.de abgerufen werden. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

Kontakt für Medien- und Presseanfragen

Kapellenstraße 4

80333 München

089 2137-1263
089 2137-271478