Quellen des Trosts im Kloster Beuerberg

Diözesanmuseum Freising zeigt Sonderausstellung „Seelentrost – Was uns heilen kann“ Schau mit zahlreichen Kunst- und Kulturschätzen, aktuellen Installationen und einer Stickarbeit von Doris Dörrie

München/Beuerberg, 26. Juni 2026. Mit der Frage, wo und wie Menschen Trost finden bei Krankheit und Not, befasst sich die neue große Sonderausstellung „Seelentrost – Was uns heilen kann“, die das Diözesanmuseum Freising von Mittwoch, 1. Juli, an für ein Jahr im Kloster Beuerberg zeigt. Die Schau wird am Sonntag, 28. Juni, um 15.30 Uhr für geladene Gäste vom Generalvikar der Erzdiözese München und Freising, Christoph Klingan, eröffnet.

Angesichts zahlreicher Krisen und multipler Herausforderungen suchten die Menschen „Halt, sei es bei Mitmenschen, in einer Gemeinschaft, bei Institutionen und allen Unkenrufen zum Trotz nicht wenige nach wie vor durch und im Glauben“, sagt Generalvikar Klingan laut Manuskript in seiner Eröffnungsansprache. Zu den „Gemeinschaften und Orten, die Menschen Halt geben“, gehören nach Ansicht Klingans seit jeher die Klöster, die sich „vielfach als Orte erwiesen, wo Menschen nicht nur etwas, sondern sich selbst, die Sinnperspektive ihres Lebens, in der Sprache des Glaubens: ihre christliche Berufung und am Ende vielleicht sogar Gott gefunden haben. Diese wirkliche Tiefenschicht des Menschseins aufzuspüren, hat sich die neue Ausstellung mit zur Aufgabe gemacht.“ Wie bei den Ausstellungen zuvor gehe es auch in der neuen Schau in Kloster Beuerberg um „die ganz existenziellen Fragen nach Identität, Werten und dem Sinnhorizont für Individuum und Gesellschaft in unserer vom Christentum geprägten Kultur und Spiritualität“, erklärt der Generalvikar. Mit „Seelentrost“ werde es allerdings „noch persönlicher, ja sagen wir ruhig existentieller mit der großen Frage, wie wir persönlich Heilung und Heil finden“. Und so bedeute Trost, wie er in dieser Ausstellung aufgefasst werde, auch „nicht Vertröstung“, sondern ziele auf eine konkrete Erfahrung „im Hier und Jetzt. Dazu gehört Ehrlichkeit mit der Welt und sich selbst, auch in schwierigen Phasen, nur das führt weiter“.

Die mittlerweile siebte Schau, die im Kloster Beuerberg vom Diözesanmuseum Freising gezeigt wird, beleuchtet das Thema der menschlichen Suche nach seelischer und körperlicher Heilung in unterschiedlichen Facetten. Ausgangspunkt ist dabei der Ort selbst, das Kloster als geschützter und schützender Ort mit seinen ehemaligen Bewohnerinnen, und die Frage, inwieweit die klösterliche Spiritualität und Lebensform zu einem gelingenden und heilsamen Lebensweg beitragen.

Dazu dokumentiert die Ausstellung etwa Interviews mit Internatsschülerinnen aus dem zerbombten München, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Kloster Beuerberg Unterschlupf fanden, und Gespräche mit den letzten Schwestern des Klosters, die 2014 Beuerberg verließen. Einen besonderen Blick wirft „Seelentrost“ auf die Zeit der Corona-Pandemie und stellt Strategien vor, mit denen Künstlerinnen und Künstler der Erschütterung sozialer Gewissheiten begegneten und versuchten, die Zeit der Isolation zu bewältigen. Gezeigt wird beispielsweise eine Tischdecke, in wochenlanger Arbeit bestickt von der Filmemacherin Doris Dörrie.

Ihre Besucherinnen und Besucher lädt die Ausstellung im gesamten Erdgeschoss des Klosterkomplexes ein, sich grundsätzlich und auf verschiedenen Wegen mit den Themen Heilung und Trost auseinanderzusetzen. Zu den Exponaten gehören zeitgenössische Klang- und Rauminstallationen, etwa ein vier Meter hohes, begehbares Herz, ebenso wie zahlreiche Kunstwerke und Kulturgüter aus dem reichhaltigen Schatz des Freisinger Diözesanmuseums und des Klosters Beuerberg, darunter Utensilien zur Totenwäsche aus dem 19. Jahrhundert oder „magische“ Amulette aus byzantinischer Zeit, an denen deutlich wird, wie sich in der Kultur des Mittelmeerraums im sechsten und siebten Jahrhundert heidnische, jüdische und christliche Heilsvorstellungen vermischten.

„Seelentrost“ zeigt die mit den historischen Werken verbundenen Vorstellungen und religiösen Praktiken auf und stellt vor allem auch die prägenden Gestalten vor, die zum Teil bis in die jüngste Vergangenheit hinein unser Bild von Heil und Unheil geformt haben. Bei wem suchten die Menschen Zuflucht bei Krankheit und Not – im frühen Christentum der Spätantike, in der Volksfrömmigkeit vergangener Jahrhunderte, während der Corona-Pandemie?

Das 1121 als Augustiner-Chorherrenstift gegründete Kloster Beuerberg gelangte 1803 im Zuge der Säkularisierung in Privatbesitz, bis es 1846 von Schwestern von der Heimsuchung Mariä, Salesianerinnen genannt, übernommen wurde. Die Schwestern gaben 2014 das Kloster auf und die Erzdiözese München und Freising erwarb den Gebäudekomplex. 2025 wurde es von der Erzdiözese nach einer umfangreichen Sanierung und Neugestaltung als kirchliches Seminar- und Kulturzentrum mit Übernachtungs- und Gastronomieangebot wiedereröffnet. (ck)

Hinweise:

Zur Ausstellung gibt es ein umfassendes Begleitprogramm aus Führungen, Workshops, Konzerten und Veranstaltungen; Termine können aktuell unter www.dimu-freising.de abgerufen werden. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

Pressefotos zum Download

Eindrücke der Ausstellung „Seelentrost – Was uns heilen kann“

Fotograf: Christian Schmid / DiMu

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Ausstellungsräume
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Blick in die Ausstellungsräume
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Besonderheiten
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Maria
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Maria

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Ansicht Herz
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Blick ins Herz
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liegendes Herz
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Impressionen
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