Wiedereröffnung der Jesuitenkirche St. Ignatius in Landshut

Festgottesdienst mit Kardinal Marx nach umfangreichen Sanierungsarbeiten am Fundament sowie aufwändiger Außen- und Innenrenovierung

München, 10. Juni 2026. Kardinal Reinhard Marx wird nach 18 Jahren Renovierungsarbeiten die Jesuitenkirche St. Ignatius in der Landshuter Innenstadt (Spiegelgasse 205 – 480) im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes am Dienstag, 16. Juni, um 19 Uhr wiedereröffnen. Das Pontifikalamt bildet den Abschluss der Sanierungsarbeiten, die im Jahr 2008 mit der umfassenden Erneuerung des Fundaments der Kirche begonnen hatten. Im letzten Abschnitt der Renovierung wurde auch der Innenraum der Kirche gesichert, gesäubert und zweckmäßig wieder hergerichtet. „Wir freuen uns, dass dieser Kirchenraum mit seiner guten Akustik und historischen Bedeutung nach langer Zeit wieder mit Leben erfüllt werden kann“, erklärt der Landshuter Stiftspropst Franz-Joseph Baur, der dem Gottesdienst am Dienstagabend ebenfalls vorstehen wird.

Das Gotteshaus erhielt ab 2008 ein neues Fundament, da St. Ignatius genau wie die gotische Stiftsbasilika St. Martin in Landshut auf Holzpfählen in sumpfigem Untergrund errichtet wurde und die Isar sowie das Grundwasser sich seither abgesenkt haben. Auch der Dachstuhl und das Gewölbe wurden im Zuge dieser Arbeiten statisch saniert. Mit Zustimmung der öffentlichen Zuschussgeber wurde ein durch innovative Bautechniken freigewordener Teil des Projektbudgets für eine zusätzliche Außenrenovierung eingesetzt. In einer letzten Etappe erfuhr nun der Innenraum der Kirche eine zweckmäßige Erneuerung. Für die statische Sanierung der Kirche mussten bereits 2008 die komplette Innenausstattung der Kirche – Seitenaltäre, Bänke, Kunstobjekte – und weitere Gegenstände sowie Teile der Bodenbeläge aus der Kirche entfernt und eingelagert werden. Der Hochaltar und die Orgel verblieben in der Kirche und mussten während der Bauarbeiten durch klimatisierte Einhausungen geschützt werden. Spezialisierte Handwerksbetriebe haben die künstlerische Innenausstattung in Teilen gereinigt und konserviert, hohl liegende Stuckteile im Gewölbe befestigt und die Elektroanlage erneuert. Die Gewölbe und Wände wurden gereinigt. Zum Schluss wurden die Kunstobjekte wieder aufgestellt sowie Bänke und Böden wieder eingebaut. Die Kosten der Innenrenovierung belaufen sich auf rund 4,6 Millionen Euro und wurden anteilig durch das Erzbischöfliche Ordinariat und die Kirchenstiftung getragen. Die statisch-konstruktive Instandsetzung von 2008 bis 2017 wurde in Höhe von 6,86 Millionen Euro durch das Erzbischöfliche Ordinariat, die Kirchenstiftung und durch öffentliche Fördergelder finanziert.

Die Nebenkirche der Stadtkirche Landshut ist ab 17. Juni wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Auch sollen dort in Zukunft wieder Gottesdienste gefeiert werden – ein besonderer Fokus soll auf kirchenmusikalischen Darbietungen liegen. Außerdem soll das Heilige Grab der Landshuter Stiftsbasilika, das größte seiner Art im deutschsprachigen Raum, wieder seinen Platz in der Jesuitenkirche finden. Es wird dort im nächsten Jahr vom 1. März bis zum Ende der Landshuter Hochzeit am 18. Juli 2027 zu sehen sein.

Die in ihrer originalen Bausubstanz erhaltene Jesuitenkirche, ein einschiffiger Bau der späten Renaissance, ist vergleichbar mit der im Krieg zerstörten und wiederaufgebauten Münchner Jesuitenkirche St. Michael und gilt als stilgeschichtlich besonders interessant. Sie wurde als Kirche des in Landshut errichteten Jesuitenkollegs gebaut. Der Grundstein zur Kirche wurde 1631 gelegt, 1640 wurde sie geweiht. Baumeister war der konvertierte Jesuit Frater Johannes Holl SJ. Er schuf damit sein größtes Werk und ist auch in der Kirche begraben. (fho)

 

Hinweis: Journalistinnen und Journalisten, die an der Wiedereröffnung der Jesuitenkirche teilnehmen oder sich bereits vorab ein Bild von der erfolgten Sanierung machen möchten, werden um Kontaktaufnahme gebeten, per E-Mail an pressestelle@erzbistum-muenchen.de oder per Telefon unter 089/2137-1263. Auf Anfrage steht auch Stiftspropst Monsignore Baur für Interviews zur Verfügung.

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