Fünf Männer sind es in diesem Jahr, die sich als Diakone in den Dienst der Kirche stellen wollen. Am 26. September wird Kardinal Reinhard Marx in einem Weihegottesdienst im Münchner Dom Stefan Reinbrecht aus Kiefersfelden, Andreas Schleinkofer aus Hallbergmoos, Clemens Schwarz aus Freising, Martin Stegmüller aus Ismaning und Dr. Joachim von der Beek aus Garmisch durch Handauflegen und Gebet zu Diakonen weihen.
Als gemeinsamen Weihespruch hat sich das Quintett den Satz „Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist“ aus dem Buch des Propheten Ezechiel gewählt. „Das könnte man so verstehen, als würden sich die Kandidaten mit der Weihe zum Ständigen Diakon einen Neustart, eine Kehrtwende im Leben erbitten“, erläutert Michael Schedl-v. Brockdorff, der Ausbildungsleiter Ständige Diakone der Erzdiözese. „Dabei ist das Gegenteil der Fall. Es geht um ein Versprechen der fünf Männer, dem eine Zusage folgt: Die Neugeweihten versprechen feierlich, sich in ihrem Dienst jeden Tag aufs Neue von der Liebe Gottes zu den Menschen berühren zu lassen. Von seiner Liebe besonders zu den Armen, den Kranken und den Bedürftigen aller Art. Und Gott verspricht ihnen in der Weihe Herz und Geist zu stärken, damit sie dieser Aufgabe gewachsen sind – jeden Tag aufs Neue.“
Die Kollekte des Gottesdienstes ist für die protegoon FamilienStiftung – Regionale Hilfe in und um den Landkreis Rosenheim bestimmt. Protegoon unterstützt in Notlagen um uns herum: Kinder und Eltern aus sozialschwachen Familien, Alleinerziehende mit Kindern, Seniorinnen und Senioren mit sehr kleiner Rente, Kranke und alleinlebende Menschen und alleinlebende Jugendliche. Die Arbeit der Helfer erfolgt vollständig ehrenamtlich, die Verwaltungskosten werden von den Gründern getragen. Die Kollekte kommt so vollständig bei den Hilfsbedürftigen an. (ra)
Wir stellen Ihnen hier die fünf Weihekandidaten näher vor:
geb. 09.09.1972 in Rosenheim
ledig
Bankkaufmann / Pastoraler Mitarbeiter
Wohnort Kiefersfelden
vorgesehen als Diakon im Hauptberuf im Pfarrverband Rohrdorf
"Mein Name ist Stefan Reinbrecht, ich bin unverheiratet und komme aus Kiefersfelden, nahe der Grenze zu Tirol. Bevor mich das Erzbistum in die Ausbildung zum Ständigen Diakon im Hauptberuf nahm, arbeitete ich als Risikocontroller und Datenqualitätsmanager bei einem Finanzdienstleister. Meine Leidenschaft sind die Berge und die Blasmusik. Mit der Querflöte habe ich heute noch einige weniger Schüler und versuche, mich auf dem Instrument fit zu halten.
Der Diakonat ist geprägt vom Bild des dienenden Christus. Er ging vorwiegend zu den Armen, Beladenen, mitunter Schuldigen und zu denen, die am gesellschaftlichen Rand standen. Der Dienst am Nächsten und die Verkündigung des Evangeliums in Wort und Tat, Brückenbauer sein in der Welt, das ist auch der Wesenskern meiner Berufung, als Seelsorger.
Das passt sehr gut zu dem Weihespruch, den wir, die Gruppe der Weihekandidaten 2026 gewählt haben. Denn dieser Geist des Zugewandtseins und des Brückenbauers muss in unserer Welt zuweilen einem Geist der Leistungsorientierung und Selbstbehauptung weichen. Da täte manchmal ein Wandel gut. Und wo sonst soll dieser Wandel beginnen, wenn nicht bei mir. Darum bete ich für meinen Dienst als künftiger Diakon, dass auch für mich gelte, was Gott in Ez 36,26a verheißt: 'Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist'."
geb. 27.12.1979 in Straubing
verheiratet, zwei Kinder
Redakteur / System-Coach
Wohnort Hallbergmoos
vorgesehen als Diakon mit Zivilberuf im Pfarrverband Hallbergmoos
„Christus hat keine Hände, nur unsere Hände.“ – Teresa von Ávila
"Wundervolle und durchweg positive Erlebnisse darf ich schon seit meiner Jugend im Bistum Regensburg mit Kirche, Glaube und Gottesgemeinschaft verbinden. Dazu kamen etliche Netzwerke und ein tieferes Verständnis durch mein Studium im Bistum Passau. All diese Momente und Erinnerungen laufen bei Menschen zusammen, die in der Seelsorge tätig waren und sind. Diesem Dienst und dieser weltumspannenden Gemeinschaft möchte ich mich im Erzbistum München und Freising gerne anschließen – auch um in Zeiten, in denen Kirche in der Kritik steht, Gesicht zu zeigen, und mit meinen Händen, Füßen und Gedanken Gottes Liebe und Offenheit in den Alltag aller Gläubigen strahlen lassen zu können.
Seit mittlerweile zehn Jahren wohne ich mit meiner Frau und unseren beiden Söhnen (zehn und 14 Jahre) im Landkreis Freising, wo wir in der örtlichen und kirchlichen Gemeinde viele Freunde finden und ein Netzwerk aus Menschen aufbauen konnten, die sich gegenseitig stützen, tragen und füreinander da sind. So fiel es mir auch im privaten Bereich leicht, in das Seelsorgeamt hineinzuwachsen - vom Wortgottesdienstleiter über die Sakramentsvorbereitung bis hin zu Einzelgesprächen mit Gemeindemitgliedern. Und auch beruflich kann ich den diakonischen Dienst einbringen, weil mein Arbeitgeber mir die Möglichkeit bietet, als 'Mental Health First Aider' für die psychische Gesundheit meiner Kolleginnen und Kollegen da zu sein, und stets ein offenes Ohr für ihre seelsorgerischen Nöte und akuten Stresssituationen zu haben."
geb. 08.07.1972 in St. Georgen im Schwarzwald
verheiratet, ein Kind
EDV-Kaufmann / IT Security Officer
Wohnort Freising
vorgesehen als Diakon mit Zivilberuf Pfarrverbänden Zolling und Langenbach
„Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen … und ihr werdet meine Zeugen sein … bis an die Grenzen der Erde.“ – Apg. 1,8
"Mein Name ist Clemens Schwarz, ich bin 53 Jahre alt, verheiratet und habe einen Sohn. Als Familie leben wir schon einige Zeit in Freising, wo ich in der Stadtkirche Freising (St. Lantpert) seither als Lektor, Gottesdienstbeauftragter sowie in der Krankenhausseelsorge ehrenamtlich engagiert bin.
Ursprünglich stamme ich aus dem Erzbistum Freiburg im Breisgau. Nach meiner Berufsausbildung und einigen Jahren der Berufserfahrung bin ich durch ein soziales Praktikum bei einem Schwesternorden als Spätberufener zum Studium der katholischen Fachtheologie gekommen und habe dieses mit dem Magister abgeschlossen. Danach bin ich wieder in meinen Beruf zurückgegangen und arbeite heute in München als IT-Sicherheitsexperte.
Als verheirateter Diakon im Zivilberuf und Mitglied im sogenannten dritten Orden des heiligen Franz von Assisi (Ordo Franciscanus Saecularis (OFS)) freue mich darauf, in der Seelsorge tätig zu werden. Für Hilfesuchende, die an die 'Türe klopfen', möchte ich da sein und ihnen Unterstützung und Trost in ihren Sorgen und Nöten anbieten und sie so zu Jesus führen."
geb. 24.01.1973 in Köln
ledig
Jurist / Ministerialdirigent
Wohnort Ismaning
vorgesehen als Diakon mit Zivilberuf im Pfarrverband Ismaning-Unterföhring
"Ich bin in Ismaning in der Pfarrei St. Johann Baptist im Landkreis München groß geworden und soll nach meiner Weihe als Diakon mit Zivilberuf im Pfarrverband Ismaning / Unterföhring eingesetzt werden. Mein Pastoralpraktikum habe ich in der Pfarrei Hl. Edith Stein im Münchner Westend geleistet. Ich bin juristischer Staatsbeamter und beruflich an der Bayerischen Staatskanzlei in München tätig.
Die Frage, die immer dem Erzengel Michael in den Mund gelegt wird, heißt: Quis ut deus - wer ist wie Gott? Und die Antwort darauf ist ebenso zeitlos wie einfach: Niemand. Niemand ist wie Gott. 'Wenn Gott für uns ist, wer ist dann gegen uns?', fragt dann der Hl. Paulus (Röm 8,31). Und auch darauf kann man Antwort geben: Wenn Gott für mich ist, dann will umkehrt auch ich für Gott sein. Für wen denn auch sonst? Denn dieser große Gott ist kein ferner Gott, der in zeitloser Abgeschiedenheit in den Wolken thront. Er hält das All und die ganze Welt in seiner Hand. Und trotzdem bückt sich dieser unendliche Gott zu uns Menschen herab, wird Mensch wie wir, liebt uns, stirbt für uns, mit einem Ziel: Um uns einmal heimzuholen zu sich und in seine Größe. Es ist eine Ehre, ein kleines Stück an dieser Botschaft von Glaube, Hoffnung und Liebe mitarbeiten zu dürfen."
geb. 25.09.1965 in Erkelenz
verheiratet, zwei Kinder
Arzt
Wohnort Garmisch-Partenkirchen
vorgesehen als Diakon mit Zivilberuf im Pfarrverband Zugspitze
„Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, ein Licht für meine Pfade.“ – Psalm 119, Vers 105.
"Mein Name ist Joachim Josef von der Beek, 60 Jahre. Glücklich seit fast 30 Jahren verheiratet, zwei erwachsene Kinder, Kinder- und Jugendarzt seit 1992 mit Schwerpunkt Kinderkardiologe/Angeborene Herzfehler seit 2002. Auf einer Fahrt ins Heilige Land 2020 hat es mich getroffen. Ich spürte, neben dem Arztsein und der Beschäftigung mit Kinder- und Jugendmedizin brauche ich zum echten Heilen mehr: Ich bin dankbar und glücklich, Jesus Christus als meinen Retter und Erlöser zu gefunden zu haben. Alles, wirklich alles verdanke ich Jesus Christus.
Im Vers meines persönlichen Weihespruchs treten zwei Bilder auf. 'Meinem Fuß eine Leuchte': Die Öllampe der Antike leuchtete wenige Schritte weit, sie erhellte nicht die ganze Straße, sondern gerade den nächsten Schritt. Dieses Bild passt zu mir seit vielen Jahrzehnten: In meinem Leben vertraue ich darauf, dass Gott mich führt und ich spür(t)e dieses Licht oft, dass Jesus mich Schritt für Schritt nach vorne trägt. Dieses Bild betont meine unmittelbare, konkrete Lebensführung – Gottes Wort reicht für mich für den nächsten jetzt zu tuenden Schritt.
'Ein Licht für meine Pfade': Pfad oder Steig bezeichnet einen längeren, manchmal schwer erkennbaren Weg. Gottes Licht gibt mir auch Richtung und Orientierung für meinen gesamten Lebensweg. Die doppelte Metapher 'Meinem Fuß Leuchte, Licht für meine Pfade' ist mir sehr bewusst: Sie verbindet Nahperspektive (den nächsten Schritt im Alltag) mit der Fernperspektive (der Gesamtausrichtung meines Lebens). In der christlichen Tradition – besonders im Johannesevangelium – wird diese Lichtmetaphorik auf Christus übertragen: 'Ich bin das Licht der Welt' (Joh 8,12) und 'Im Anfang war das Wort' (Joh 1,1). Das göttliche Wort der Psalmen und der Logos Jesu Christi sind in der patristischen Exegese (Origenes, Augustinus) dasselbe Licht, das uns vor 2000 Jahren in Person JESUS CHRISTUS erschienen ist. Das glaube ich und das lebe ich."
Sie können den Weihegottesdienst am 26. September um 9:00 Uhr auch in unserem Livestream verfolgen.