Vor dem Chorraum einer Kirche stehen ein bärtiger Mann mit Brille und in Lederhose, eine Ordensschwester, ein bärtiger Mann im Trachtenanzug und eine Frau im Kleid mit jeweils einer Mappe in Händen vor dem Altar, hinter dem unter anderem Kardinal Reinhard Marx sitzt.
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Christoph Lohmar, Schwester Jona Marie Weitzel OSF, Joseph Fraunhofer und Emily Pinto Perdomo (von links) mit ihren Ernennungsurkunden.
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„Junge Menschen neugierig auf den Glauben machen“

Kardinal Reinhard Marx hat vier Pastoralreferentinnen und -referenten ausgesendet. Das Quartett wird nun vielfältige Aufgaben in der Seelsorge übernehmen.

Die Botschaft von Kardinal Reinhard Marx war klar: „Kein Christsein ohne Aufbruch." Diese Worte gab der Erzbischof am Samstag (11. Juli) beim feierlichen Pontifikalamt vier neuen Pastoralreferentinnen und -referenten in der Pfarrkirche St. Georg in Schloßberg, Stephanskirchen (Landkreis Rosenheim) mit. Christliches Leben bedeute sowohl, sich einer Gemeinschaft treu zu verbinden und zugleich nie aufzuhören, aufzubrechen, zu suchen und nach vorne zu fragen.

In diesem Jahr wurden Joseph Fraunhofer, Christoph Lohmer, Emily Pinto Perdomo und Schwester Jona Marie Weitzel OSF ausgesendet. Die Pastoralreferentinnen und -referenten übernehmen vielfältige Aufgaben in der Seelsorge, dazu gehören etwa die kirchliche Jugendarbeit, die Vorbereitung auf den Empfang von Erstkommunion oder Firmung, der Religionsunterricht in Grund- und Mittelschulen, die Leitung von Wort-Gottes-Feiern sowie die Zusammenarbeit mit Gruppen, Gremien, Verbänden und Institutionen. Sie sind zudem in Bereichen tätig, die nicht an eine Pfarrei gebunden sind, etwa in Krankenhäusern, Altenheimen oder Jugendstellen.

Ausgehend von der Urlaubszeit und der Sehnsucht des Menschen, unterwegs zu sein, erinnerte Marx daran, dass zum Menschsein sowohl Beheimatung als auch die Sehnsucht nach Neuem gehöre. Diese Spannung sei auch für die Kirche wesentlich. Am Gedenktag des Heiligen Benedikt verwies Marx auf dessen Beispiel: Benedikt habe mit der Stabilität des Klosters einen festen Ort der Gemeinschaft gesucht, zugleich aber gezeigt, dass Aufbruch auch im Inneren, im Denken und in der geistlichen Suche geschehen könne.

Den Ausgesandten gab Marx mit auf den Weg, junge Menschen und Gemeinden neugierig auf den Glauben zu machen. Sie könnten niemandem den Glauben „einpflanzen“, aber Erfahrungen ermöglichen, die Menschen selbst zu Suchenden werden ließen. „Dazu sende ich euch im Auftrag der Kirche“, sagte Marx.

„Christus will die Menschen neugierig machen: Da geht noch was!“

Kardinal Reinhard Marx

Der Kardinal warnte vor zwei Einseitigkeiten: einer selbstzufriedenen Sesshaftigkeit, in der alles bleibe „wie es immer war“, und einer ruhelosen Unverbindlichkeit, die eigene Ideen mit dem Heiligen Geist verwechsle. Christliches Leben müsse Treue zur Gemeinschaft und Neugier nach vorne zusammenhalten. „Christus kommt von vorne auf uns zu, ist kein Bewahrer der Vergangenheit, sondern einer, der die Menschen neugierig machen will: Da geht noch was“, so der Erzbischof von München und Freising. Es sei ihm „sehr, sehr wichtig, dass wir diese Aufbruchstimmung nicht verlieren“.

Die Nachfolge Christi beschrieb Marx als vielfältige Berufung aller Christinnen und Christen. Sie könne nicht allein Priestern oder Ordensleuten vorbehalten sein. Von Anfang an habe es in der Kirche beides gegeben: Gemeinden vor Ort und Menschen, die als Wanderpredigerinnen und Wanderprediger aufgebrochen seien. „Jeder Christ ist zur Nachfolge berufen“, so Marx. Diese Nachfolge bedeute, die Spuren des Reiches Gottes wahrzunehmen, sichtbar zu machen und zu verstärken.

Das Reich Gottes sei nicht nur eine ferne Zukunft, sondern habe in Kreuz und Auferstehung Jesu bereits begonnen, sagte der Kardinal. Christinnen und Christen seien eingeladen, schon jetzt Zeugnis von der neuen Welt zu geben. Dieser Weg führe nicht in Enge, Angst oder Kleinkariertheit, sondern „in die größere, verantwortliche Freiheit, die in der Treue sich bewährt“. (glx/ra)