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Mariä Himmelfahrt: Was kommt in die Kräuterbuschen?
Wenn wir am 15. August Mariä Himmelfahrt feiern, pflegen viele Menschen in unserem Erzbistum einen wunderschönen Brauch, indem sie Kräuterbu...
Einen passenderen Ort für das Fest Mariä Himmelfahrt hätte man am vergangenen Samstag (15.8.) kaum finden können: In Schönau feierte die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt ihr 300-jähriges Patrozinium mit einem Festgottesdienst mit Kardinal Reinhard Marx. Draußen strahlte die Sonne über den feierlich herausgeputzten Ort, drinnen drängelten sich zur Freude von Pfarrer Richard Basta die Gläubigen. Und vor dem Altar leuchteten die bunten Kräuterbuschen aus vielen Körben.
In seiner Predigt bezeichnete der Kardinal das Fest Mariä Himmelfahrt als ein „Ostern mitten im Sommer“: „Das neue Leben ist da, der Himmel ist offen, wir wissen, woher wir kommen und wohin wir gehen.“ Man sei nur ein kleiner Teil der langen Geschichte der Kirche Mariä Himmelfahrt, aber „jeder ist wichtig, jeder hat etwas beizutragen“. Der Kardinal weiter: „Wer, wenn nicht wir als Christinnen und Christen, als Kirche, können den Menschen Hoffnung geben in dieser turbulenten Zeit? Da ist der Weg mit der Gottesmutter immer ein sehr tröstlicher und wichtiger. Sie ist den Weg sozusagen vorausgegangen.“ Kardinal Marx dankte der Gemeinde für ihr Zeugnis durch die Jahrhunderte, aber der Weg gehe weiter: „Ein Jubiläum ist kein Abschluss, sondern immer wieder Neuaufbruch.“
Im Anschluss segnete der Erzbischof die Kräuterbuschen und die vom Kirchenchor musikalisch gestaltete Messe endete mit „Großer Gott, wir loben dich“. Nach dem Gottesdienst zog die Gemeinde in einem Festzug zur Mehrzweckhalle zu einem gemeinsamen Mittagessen. (ra)
Die erste öffentliche Erwähnung der Kirche in Schönau reicht bis ins Jahr 846 zurück. Über den mittelalterlichen Kirchenbau ist nichts bekannt. Im Jahre 1620 wurde von Baufälligkeiten der alten Kirche berichtet und zwischen den Jahren 1710 bis 1715 beschädigte ein Blitzeinschlag die Kirche offenbar so schwer, dass ein weitgehender Neubau notwendig wurde. Bei späteren Untersuchungen konnten in der heutigen Kirche noch Bauteile aus der alten Kirche gefunden werden. Im Jahre 1723 war die neue Kirche so weit fertig gestellt, dass die Weihe vorgenommen wurde. Die Qualität der Ausstattung weist trotz der massiven Übermalungen im Bereich der Fresken darauf hin, dass es sich um ein Frühwerk von Johann Baptist Zimmermann oder zumindest um seinen Umkreis handeln könnte.