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Gemeinsam gut entscheiden: Gremien in der Erzdiözese
Einen guten, konstruktiven Dialog zu führen, bei Entscheidungen möglichst viele Perspektiven einzubeziehen, unterschiedliche Stimmen zu wich...
Kardinal Reinhard Marx hat beim Jahresempfang des Erzbistums München und Freising am Mittwoch (15. Juli) in München Christinnen und Christen dazu aufgerufen, „der Kultur des Misstrauens, die den Radikalismus nährt“, mit einer Botschaft der Dankbarkeit und der Solidarität entgegenzutreten. „Es ist nicht unser Auftrag als Christen, das Jammern zu verdoppeln“, sagte der Erzbischof von München und Freising vor rund 600 Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Gesellschaft und Politik in der Katholischen Akademie in München-Schwabing. „Misstrauen ist ein Gift, das uns nicht beherrschen darf.“
Gemeinsinn, Vertrauen, Dankbarkeit und Hoffnung bilden nach Ansicht des Erzbischofs die Basis „für ein gutes und gelingendes Leben“. Damit gelte es, einer „Ausrichtung der Gesellschaft nur auf das individuelle Bedürfnis“ entgegenzutreten, die am Ende unweigerlich auch zu Enttäuschung und letztlich Wut führen würde. Dies würde wiederum von radikalen politischen Kräften ausgenutzt werden. Die Kirche müsse „an der Seite derer stehen, die das Gift der Wut an der Wurzel packen, die etwas dagegensetzen können“, ist Marx überzeugt.
Der Kardinal hob die Bedeutung der Kirche für das Funktionieren und den Zusammenhalt der Gesellschaft hervor. Mit ihren „Pfarreien, Kindergärten und vielen weiteren Einrichtungen“, in denen das christliche Menschenbild gelebt werde, könne sie zur „Überwindung der Angst und des Misstrauens“ beitragen.
Auch auf internationaler Ebene brauche es „einen neuen Weg des Vertrauens“, betonte Marx. Er kritisierte eine Politik, die sich am Krieg ausrichte und nur auf Aufrüstung setze, was auf Dauer keinen Frieden sichere. Die Kirche zähle „mit dem Heiligen Stuhl zu den letzten Vertretern einer multilateralen Ordnung“ und könne so eine entscheidende Rolle spielen auf dem Weg zu Verständigung und Frieden.
Reinhard Marx warb zudem für mehr Achtung für die Institutionen und Menschen, die sich dem Erhalt der Freiheit und Demokratie verschrieben hätten: „Unsere Freiheit wird konkret in verlässlichen Institutionen. Wir müssen sie achten und schätzen. Wo bleibt das Lob für die Politiker, die sich dafür engagieren?“ (fho/ra)