Große Holzscheite stehen auf einer Wiese in Brand, Menschen sitzen rundherum und sehen auf die Flammen in der Nacht
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Feuer und Flamme: So wird seit Jahrhunderten vielerorts der Gedenktag von Johannes dem Täufer gefeiert.

Was haben die Johanni-Feuer mit Jesus zu tun?

Zur Sonnenwende werden auch in unserem Erzbistum vielerorts Feuer entzündet, am 24. Juni brennen die Johanni-Feuer. Sie gehen auf Johannes den Täufer zurück. Wie es dazu kam und wie Johannes Platz für das Licht Jesu in der Welt machte.

Johannes der Täufer begegnet Jesus am Jordan und erkennt, wer da vor ihm steht. Er wird nicht müde, immer wieder neu auf Jesus und seine Frohe Botschaft hinzuweisen. Er war sozusagen „Feuer und Flamme“. Und das bringt uns auch schon zum Geheimnis hinter dem Johanni-Feuer, das Sie in diesem neuen Teil von „Kinderleicht erklärt“ mit Ihrem Kind entdecken können.

Wer war Johannes der Täufer?

Aus der Bibel weiß man, dass die Eltern von Johannes Zacharias und Elisabeth heißen. Sie waren schon sehr alt, als Johannes zur Welt kam. Weil die beiden nicht mehr daran geglaubt hatten, ein Kind zu bekommen, war die Geburt ihres Sohnes für sie ein Geschenk Gottes.

Als Johannes erwachsen ist, zieht es ihn in die Wüste. Er will sich auf die Suche nach Gott machen. Dort, in der Wüste, lebt er einfach und in Stille. Die Bibel erzählt, wie er sich von Heuschrecken ernährt und sich in einen Mantel aus Kamelhaar kleidet.

Johannes zieht weiter und kommt an den Fluss Jordan. Dort predigt er. Alle, die umkehren wollen und ein neues Leben beginnen möchten, kommen hierher an das Wasser, lassen sich untertauchen und taufen.

Altarbild in St. Johann Baptist in Solln zeigt die Taufe Jesu
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Das Altarbild in St. Johann Baptist in München-Solln zeigt die Taufe Jesu am Jordan.

Eines Tages kommt auch Jesus und will sich taufen lassen.

Warum erinnern wir uns an Johannes den Täufer?

Johannes sagt allen Menschen, die zu ihm kommen: Lasst euch taufen. Habt den Mut, euer Leben zu ändern. Die Taufe und das, was ich euch erzähle, ist nur der Anfang. Eines Tages wird einer kommen, predigen und von der Liebe Gottes erzählen.

Sein Name ist Jesus.

Johannes bereitet Jesus den Weg. Er kündigt ihn an und sagt immer wieder aufs Neue: Schaut nicht auf mich, schaut auf Jesus. Er ist unser Vorbild.

Im Johannes-Evangelium lesen wir:

„Jesus muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“

Joh 3,30

Wie ist das mit der Sonnenwende?

Der 21. Juni ist der längste Tag im Jahr. Dazu gehört selbstverständlich die kürzeste Nacht des Jahres. Dies feiern die Menschen bereits seit sehr langer Zeit.

Aber warum nennen wir diesen Tag Sonnenwende?

Dazu müssen wir auf den Äquator blicken. Wie ein Gürtel legt dieser sich an der breitesten Stelle um unsere Erde. Er teilt die Erde in eine Nord- und in eine Südhalbkugel. Jetzt, im Juni, steht die Sonne am höchsten und scheint so die meiste Zeit auf die Nordhalbkugel. Bei uns ist dann Sommer. In Schweden, Norwegen oder Finnland bleibt es sogar in der Nacht noch hell.

All das wird sich in den kommenden Wochen und Monaten wieder ändern.

Deshalb feiern wir den Gedenktag von Johannes auch am 24. Juni, genau sechs Monate vor der Geburt Jesu. Das Datum ist mit Absicht so gewählt: Mit der Geburt von Johannes werden die Tage wieder kürzer, mit der Geburt von Jesus wird es von Tag zu Tag heller.

Man könnte also sagen: Johannes macht Platz für Jesus, das Licht der Welt.  

Wie ist das mit dem Feuer?

Das Johannisfeuer ist ein sehr alter christlicher Brauch.

Solche Feuer hat es aber auch viel früher gegeben: Die Menschen wollten durch das helle Licht böse Geister und Krankheiten vertreiben. Auch für ihre Ernte haben sie Schutz erbeten.

Später gab die Kirche dem Sonnenwendfeuer eine neue, christliche Bedeutung: An vielen Orten wird am 24. Juni ein Feuer im Freien entzündet, das Johannisfeuer. Dieses Feuer soll zeigen, dass Licht und die Wärme, die Jesus in unser Leben bringen wird, für uns immer da sind und wir keine Angst vor der Dunkelheit haben müssen.

Was können Sie tun?

Vielleicht haben auch Sie Lust bekommen, mit der Familie oder mit Freunden ein Johannisfeuer in der Dämmerung zu entzünden.

Genießen Sie gemeinsame Zeit, die ersten Johannisbeeren und sehen Sie zu, wie die Flammen die Nacht erhellen. Ich wünsche Ihnen dabei viel Freude.