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Kardinal Marx: AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt „nicht das letzte Wort“
Kardinal Marx sieht in dem Wahlsieg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt eine Zäsur, aber keinen Schlusspunkt. Er richtet den Bl...
Am Montag, 21. September, jährt sich die Bischofsweihe von Kardinal Reinhard Marx zum 30. Mal. Anders als vor fünf Jahren, als wegen der Beschränkungen während der Corona-Pandemie Festlichkeiten ausfallen mussten, feiert der Erzbischof von München und Freising heuer am Tag seines Jubiläums um 18 Uhr ein Pontifikalamt im Münchner Dom. Anschließend sind Gottesdienstbesucherinnen und -besucher zu einer Begegnung bei Bier und Brezen auf dem Domplatz eingeladen. Schon am Freitag und Samstag findet dem Kardinal zu Ehren in der Katholischen Akademie in München eine Tagung statt mit dem Titel „Der synodale Bischof – Das Leitungsamt der Kirche unter dem Anspruch der Synodalität neu denken“. Am Freitagabend um 19:30 Uhr hält Kardinal Marx dort einen Impulsvortrag und wirkt bei einem Podiumsgespräch zum Thema „Synodalität als Programm für die Zukunft“ mit.
Kardinal Reinhard Marx„Ich bin überhaupt nicht amtsmüde. “
Auch für seine persönliche Zukunft hat unser Erzbischof ganz konkrete Vorstellungen, wie er im Interview mit der Mediengruppe „Münchner Merkur/tz“ (Donnerstagausgabe) verrät. Das laut Kirchenrecht im Alter von 75 Jahren vorgesehene Rücktrittsgesuch werde er einreichen, sagt der Kardinal und schickt hinterher: „Bis dahin sind es aber noch zwei Jahre – und ich bin überhaupt nicht amtsmüde.“ Schließlich habe ihn der Papst – mit dem er sich gut verstehe – gerade für fünf weitere Jahre an die Spitze des Vatikanischen Wirtschaftsrates berufen. „Ich bin zwar jetzt ein älterer Herr und gehe gelegentlich am Stock. Aber mir geht es gut.“
Kürzlich beim Gottesdienst auf der Kampenwand habe ihn eine Frau aus Hamburg für seine Worte gelobt und gesagt, sie sei zwar aus der katholischen Kirche ausgetreten, überlege sich das nach diesem Ereignis aber wieder. „Das hat mich angerührt: Wenn das so ist, mache ich ein wenig weiter, solange Gott mir Kraft gibt. Aber das liegt natürlich in der Entscheidung des Papstes.“
Kardinal Reinhard Marx„Die Renaissance des Christentums wird kommen. “
Persönliche Wünsche hat der Erzbischof anlässlich seines Weihejubiläums keine. „Aber für die Kirche wünsche ich, dass sie sich stärker auf den Weg macht, mehr Freude und mehr Hoffnung bewirkt. Die Renaissance des Christentums wird kommen. Die Person Jesu und die Botschaft sind stark! Mein Wunsch ist, dass ich dazu weiter meinen Beitrag leisten kann in den nächsten Jahren. Die Menschen suchen Hoffnung, und die haben wir zu bezeugen.“
Schließlich riskiere eine Gesellschaft ohne christliches Fundament auch, dass das christliche Menschenbild verschwinde. „Respekt und Nächstenliebe bedeuten, dass ich Menschen, die krank, arm oder alt sind, nicht einfach an den Rand drängen kann nach dem Motto: Das ist jetzt nicht mein Problem. Oder dass ich Menschen nicht aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung ausschließe“, unterstreicht Marx. „Von links und rechts wird die These aufgestellt, unsere Demokratien hätten sich in der jetzigen Form erledigt, seien erschöpft. Manche glauben, wir bräuchten wieder mehr ideologische Ressourcen und landen dann in Verschwörungstheorien. Das führt in die Irre!“
Seiner oberbayerischen Heimat will Marx auch nach dem Ruhestand treu bleiben. „Ihr werdet mich nicht los“, bekennt er. „Ich würde schon gerne in München bleiben. Hier bin ich gerne zuhause.“ München sei der Ort, an dem er am längsten gelebt habe. „Wie schön sind die Berge und Seen in Oberbayern“, gerät der aus Geseke in Nordrhein-Westfalen stammende Theologe ins Schwärmen. „Ich sitze auch gerne in meiner Bücherhöhle, in meiner privaten Arbeitshöhle, da bin ich von Büchern umgeben und kann auch eine Zigarre rauchen. Meine Angehörigen und viele Freunde wohnen ja weit weg von hier. Aber ich bin hier jetzt stark verwurzelt und 'dahoam'. Mir als gebürtigem Westfalen ist Oberbayern wirklich zur Heimat geworden.“ (uq)